Beschreibung der Beschaffung
Die Gemeinde Fronhausen vereint 7 Ortsteile mit insgesamt über 4.000 Einwohnern und liegt im Süden des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Im denkmalgeschützten Ortskern Fronhausen befindet sich eine große Hofreite mit Außenanlagen auf einem rund 8.000 qm großen Grundstück. Die Hofreite, ein Vierseithof, setzt sich aus einem Wohnhaus entlang der Bahnhofstraße, einem angrenzenden Pferdestall, einer großen Scheune im Süden und einem ehemaligen Pferdestall im Westen zusammen, der bereits zu Wohnungen umgebaut wurde. Der Gebäudekomplex wird ergänzt durch eine Reithalle mit Reitplatz im Südwesten des Grundstücks. Das vorhandene Scheunengebäude soll zu einer Kindertagesstätte umgebaut werden.
Die geplante Kinderbetreuungseinrichtung soll vier Gruppen umfassen. Neben einer Krippengruppe werden drei altersgemischte Gruppen entstehen. Im Erdgeschoss werden im östlichen Trakt die Gruppenräume mit dazugehörigen Nebenflächen und sanitären Einrichtungen geplant. Ebenso ein Leitungsbüro und ein Besprechungsraum. Im westlichen Trakt sollen Küche, Essensraum, Bewegungs-/Mehrzweckraum, Lager und Abstellräume entstehen. Ein Aufzug und 2 Treppenanlagen erschließen das Obergeschoss. Dieses wird in einen südlichen und nördlichen Bereich aufgeteilt. Im Süden befinden sich Differenzierungs- und Spielräume, sowie Schlafbereiche. Auch der abgegrenzte Personalbereich ist dort angesiedelt. Im Norden werden neben einem Familienbüro noch weitere Flächen für Therapie- oder Büroräume errichtet. Zusätzliche Rettungswege aus dem Obergeschoss führen über einen Laubengang bzw. Terrassenbereiche und eine außenliegende Fluchttreppe ins Freie.
Das Gebäude muss ausreichend barrierefrei und behindertengerecht sein. Zudem sind alle Vorgaben für Kindertagesstätten zu berücksichtigen. Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit dem zukünftigen Träger, den Aufsichtsbehörden sowie der Kommune. Beim Bau ist Wert auf Verwendung nachhaltiger und schadstoffarmer Baustoffe sowie auf Energieeffizienz zu legen. Die Belange des Denkmalschutzes und die Herausforderungen des Umbaus im historischen Bestand sind zu jeder Zeit vorrangig zu beachten.
Das Projekt wird mit Fördermitteln aus dem Städtebauförderprogramm “Lebendige Zentren” unterstützt. Der Bewilligungsbescheid liegt vor.
Vom Eigentümer der Scheune wurden als Machbarkeitsstudie die Leistungsphasen 1-2 der Objektplanung Gebäude beauftragt. Das Architekturbüro Atelier Spitzner GmbH aus Großseelheim hat diese Leistungen bereits erbracht. Mit Datum 04.02.2022 wurde eine Kostenschätzung nach DIN 276-1:2018-12 ermittelt. Im Sinne des § 7 VgV und als ergänzende Projektdarstellung sind diese Unterlagen zu Ihrer Kenntnisnahme beigefügt. Ein strukturelles Aufmaß des Bestands aus den Leistungsphasen 1 und 2 liegt vor.
Die gegenständlichen Leistungen der Tragwerksplanung werden als Stufenauftrag erteilt. Es ist beabsichtigt, zunächst die Leistungsphasen 1 bis 4 mit dem Ziel der Erteilung einer Baugenehmigung zu beauftragen.