Kurze Beschreibung
Die Kläranlage (KA) Bacharach reinigt das Abwasser der Verbandsgemeinde "Rhein-Nahe" (VGRN). Die KA wurde im Jahr 1986 für eine Ausbaugröße von 18.000 EW in Betrieb genommen und wird seitdem unverändert betrieben. Die KA besteht aus den Anlagenteilen Zulaufhebewerk, Rechen, Sandfang, Belebungsbecken (gleichzeitige aerobe Schlammstabilisation ("Carrousel-Becken"), simultane Stickstoffelimination und chemische P-Fällung) und Nachklärung. Der Klärschlamm wird mittels einer Kammerfilterpresse entwässert und entsorgt. Die gesamte Abwasserreinigung ist einstraßig aufgebaut. Die Betriebsdaten zeigen einen stabilen Betrieb der Anlage, sodass die aktuell geforderten Ablaufgrenzwerte sicher eingehalten werden. Parallel zu der Abwasserreinigung findet auf der Kläranlage in einem zweistraßigen Regenüberlaufbecken die behördlich geforderte Mischwasserbehandlung statt. Die aktuelle Belastung liegt im Bereich von 9.200 EW. Ein Belastungszuwachs wird nicht prognostiziert.
Im Rahmen einer im Jahr 2019 erstellten Studie wurde die Zukunftsfähigkeit der KA überprüft. Um eine ganzheitliche Bewertung durchführen zu können, wurde hierzu für alle Betonbauwerke eine umfangreiche Bauzustandsanalyse durchgeführt. Aufbauend darauf zeigt die Studie auf, welcher Sanierungsbedarf vorhanden ist und welche Möglichkeiten zur Optimierung sich mit Blick auf Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit bieten.
Zusätzlich wurde im Jahr 2020 eine Energiepotenzialstudie erstellt, die speziell die Möglichkeiten der energetischen Optimierungen aufzeigt.
Planungsaufgabe / -ziele
Auf der Grundlage der vorliegenden Untersuchungen hat die VGRN entschieden, die Sanierung und Optimierung entsprechend den Empfehlungen in der Studie von 2019 planerisch weiter voranzutreiben. Hierbei sollen die beschriebenen Maßnahmen aller drei Stufen Stufe 0 "Bestandssanierung", Stufe 1 "Energetische Optimierung" und Stufe 2 "Verfahrenstechnische Optimierung" komplett umgesetzt werden. Wesentliches Element der Optimierung ist die Umstellung auf eine 2-straßige biologische Stufe. Die empfohlene Errichtung einer 2. Nachklärung zur Schaffung einer Redundanz wird aktuell von der Aufsichtsbehörde nicht gefordert und kann somit jedoch vermieden werden, wobei die Umsetzung der notwendigen Sanierung der bestehenden Nachklärung planerisch gelöst werden muss. Des Weiteren müssen die Schlammbehandlung/-entwässerung umgestaltet werden und in einem neu gestalteten Südbereich ein neues Betriebsgebäude und eine Lagerhalle errichtet werden.
Planungsaufgabe sind die Leistungen der Ingenieurbauwerke einschließlich der örtlichen Bauüberwachung sowie die Fachplanung der Technischen Ausrüstung (Verfahrenstechnik und EMSR-Technik) jeweils in den Leistungsphasen 1 - 9 nach der HOAI.