VerfahrensartVerhandlungsverfahren ohne vorherige BekanntmachungErläuterung:
Die Lausitzer Seenlandklinikum GmbH plant die Beschaffung einer ins KIS integrierten elektronischen Spracherkennungslösung. Im KIS werden Daten zur Dokumentationen von Behandlungen und Untersuchungen je Fall erfasst. Durch den Einsatz der Spracherkennung soll eine ergonomische Möglichkeit geboten werden, diese Dokumentation schneller zu erledigen und Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Der Geschwindigkeitsvorteil wird erreicht, indem das gesprochene Wort direkt am Cursor in das betreffende Feld übertragen wird. Ferner wird durch die Navigation mittels Sprachbefehlen innerhalb des KIS die Anforderung des KHZG FTB 3 erfüllt.
Das im Klinikum implementierte KIS ist gegen die Anbindung und Nutzung einer herstellerfremden Spracherkennung seitens des KIS-Anbieters geschützt, so dass nur das zu beschaffende System die geforderten Funktionalitäten vollumfänglich unterstützt.
Neben der Anbindungsproblematik von 3rd-Party-Spracherkennungslösungen, sieht der Auftraggeber im Einsatz von herstellerfremden Produkten zudem folgende Risiken:
- Eine Spracherkennung am Cursor ist nicht möglich. Ein sich ggf. öffnendes Diktierfenster zur manuellen Übernahme des spracherkannten Textes ist nicht ergonomisch.
- Die nicht nutzbare Navigation mittels Sprachbefehlen wiederspricht dem FTB 3-Musskriterium „Förderfähige Vorhaben zur automatisierten und spracherkennungsbasierten Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen müssen:
[…] es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, mittels digitaler Bedienungsmöglichkeiten (Gestenerkennung, Sprachsteuerung, Touchbedienung etc.) durch die jeweiligen Dokumentationsvorlagen zu navigieren.[…].
Es wurde geprüft, dass es keine vernünftige Alternative oder Ersatzlösung gibt und der mangelnde Wettbewerb nicht das Ergebnis einer künstlichen Einschränkung der Auftragsvergabeparameter ist.