VerfahrensartVerhandlungsverfahren ohne vorherige BekanntmachungErläuterung:
Bei Beauftragung ist lediglich die Klinikum Herford AöR an das EU-Vergaberecht gebunden (siehe II.2.4). Nachfolgend wird die Verfahrenswahl nach dem EU-Vergaberecht daher alleine für die Klinikum Herford AöR begründet. Die Begründung gilt entsprechend für die anderen Häuser, soweit diese als Empfänger von Fördermitteln dem nationalen Vergaberecht unterliegen:
Das Vergabeverfahren wird nach § 14 Abs. 4 Nr. 2 b) und § 14 Abs. 4 Nr. 5 VgV als Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb durchgeführt.
1. Begründung nach § 14 Abs. 4 Nr. 2 b) VgV
Die Erweiterung der Systemlandschaft und die Lieferung der integrierten Module für das i.s.h.med sowie die Erweiterung des Bestandsystems an das „Cerner Local Model System“ kann angesichts der am Klinikum Herford vorhandenen Systeme nur durch die Cerner Health Services Deutschland GmbH erfolgen. Auch für die Module, die über exklusive i.s.h.med-Partnerlösungen geliefert werden, ist die Cerner Health Services Deutschland GmbH einziger Anbieter.
Daher ist kein Wettbewerb vorhanden. Der Auftrag kann nur von Cerner erbracht werden. Gemäß § 14 Abs. 6 VgV gibt es auch keine vernünftige Alternative oder Ersatzlösung und der mangelnde Wettbewerb ist nicht Ergebnis einer künstlichen Einschränkung der Auftragsvergabeparameter.
2. Begründung nach § 14 Abs. 4 Nr. 5 VgV
Es sollen zusätzliche Lieferleistungen des ursprünglichen Auftragnehmers beschafft werden, die zur Erweiterung bereits erbrachter Leistungen bestimmt sind. Ein Unternehmenswechsel würde dazu führen, dass der Auftraggeber eine Leistung mit unterschiedlichen technischen Merkmalen kaufen müsste und dies eine technische Unvereinbarkeit und unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten bei Gebrauch und Wartung mit sich bringen würde.
Im Verbund der Klinikum Herford AöR, der Lukas-Krankenhaus Bünde gGmbH und der Ev. Krankenhaus Enger gGmbH werden Softwareprodukte der Cerner Health Services Deutschland GmbH, speziell das Produkt i.s.h.med als KIS des Klinikums Herford, schon umfangreich genutzt. Zunächst speziell das Bestandsystem am Klinikum Herford soll um die integrierten Module „Psychosoziale Medizin“, „Arztbriefschreibung“, „Geriatrie“ und „Kurvenbackup“ der Cerner Health Services Deutschland GmbH, sowie die i.s.h.med-Partnerlösungen für „LEP“, „Dosing“ und „AID-Klinik“ erweitert werden. Weiterhin soll das Produkt i.s.h.med der Cerner Health Services Deutschland GmbH als KIS im Verbund mit den Krankenhäusern in Bünde und Enger eingeführt werden. Außerdem soll die Systemlandschaft für die Klinikstandorte Herford und Bünde für die anstehende Fusion beider Häuser weiter ausgebaut werden.
Würden die genannten Produkte, die den Auftragsgegenstand ausmachen, nicht von der Cerner Health Services Deutschland GmbH, sondern andere Produkte mit unterschiedlichen technischen Merkmalen beschafft werden, hätte dies weitreichende technische Unvereinbarkeiten und unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten bei Gebrauch und Wartung zur Folge.
Zunächst sind die Mitarbeiter des Klinikums Herford mit dem System i.s.h.med vertraut und daran ausgebildet. Die Umschulung der kompletten IT-Abteilung und der übrigen Nutzer auf ein neues KIS beziehungsweise ergänzende Softwareprodukte anderer Hersteller, die technisch von dem Bestandssystem abweichen, würde unverhältnismäßig viel Zeit und Aufwand bedeuten, wobei die Umsetzungsfristen aus den Förderbescheiden unhaltbar wären.
Zudem würden sich Verbindungsprobleme an den Schnittstellen zwischen dem Bestandssystem von Cerner und technisch abweichenden, nicht zum i.s.h.med passenden, Ergänzungen anderer Hersteller ergeben, die mit technisch unverhältnismäßigem Aufwand gelöst werden müssten.Gleichzeitig muss für die Fusion der Krankenhäuser in Herford und Bünde durch ein aufeinander abgestimmtes KIS eine standortübergreifende Patientenversorgung ermöglicht werden.