Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand der Vergabe hier ist Los 1 (Vertragsführung mit einer Führungsquote von 30%) der Kombinierten Bauleistungs-, Montage-, Haftpflicht- und Planungshaftpflichtversicherung für das Bauprojekt "Schnellläuferprogramm Lichtenfels - Coburg - Sonneberg".
Die DB Netz AG strebt die vollständige Ausrüstung des Schienennetzes mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik (LST) im Rahmen des Zukunftsprogramms „Digitale Schiene Deutschland“ (DSD) bis 2035 an. Das Programm DSD soll durch das sogenannte „Schnellläuferprogramm“ (SLP) in den Jahren 2020 bis 2022 beschleunigt werden. Ziel des SLP ist es, ein neues Vorgehensmodell bei der Realisierung von Stellwerksprojekten mit mehr Planungs- und Realisierungsverantwortung beim Auftragnehmer zu pilotieren. Damit soll ein wesentlicher Beitrag für die beschleunigte Ausrüstung des deutschen Schienennetzes mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik im Rahmen des DSD geleistet werden. Mit dem im SLP zu pilotierenden Vorgehensmodell sollen u.a. Genehmigungen beschleunigt erwirkt und die Standardisierung der Stellwerkstechnik durch einheitliche Schnittstellen zu den einzelnen LST-Komponenten weiter vorangetrieben werden. Dieses Vorgehensmodell soll auf bestimmten Strecken ausgearbeitet, erprobt und validiert werden. Dabei sollen für den Ersatz von Stellwerken (STW) und Bahnübergängen (BÜ) notwendige Bau- und Planungsleistungen an die Hersteller der STW- und BÜ-Technik übertragen werden (z.B. Kabeltiefbau, Telekommunikation). Es soll eine technische Architektur entstehen, die aufwärtskompatibel ist und damit einen Anlagenzustand schafft, der kontinuierlich hin zum digitalen Bahnbetrieb migriert werden kann.
Das vorliegende SLP-Projekt beinhaltet den 1:1 Ersatz der Altstellwerke auf dem Streckenabschnitt Lichtenfels – Coburg - Sonneberg sowie die Integration der erforderlichen Zusammenhangsmaßnahmen der Bahnübergänge. Das Projekt verfolgt das Ziel, ein digitales Stellwerk zu errichten. Die betrachteten Streckenabschnitte Coburg – Lauscha und Eisenach – Lichtenfels befinden sich auf den Strecken 5121 und 6311 im Netzbezirk Lichtenfels Süd und liegen in der Anlagenverantwortung des Anlagen- und Instandhaltungsmanagements Netz Nürnberg. Zukünftig soll die Bedienung der Strecke aus dem Standort des heutigen ESTW-Z Coburg erfolgen. Hierfür wird das bestehende Bedienplatzsystem durch das neue integrierte Bediensystem (iBS) der DB Netz AG ersetzt. Der Neu-/Umbaubereich schließt folgende Maßnahmen ein: Ersatz der bestehenden Leit- und Sicherungstechnik auf dem Streckenabschnitten nach aktuellem Stand der Technik, Ausrüstung aller Betriebsgleise mit einer selbsttätigen Gleisfreimeldeanlage, Ausrüstung der Betriebsstellen mit einer Zugnummernmeldeanlage, Anpassung der vorhandenen Tk-Anlage, Ausrüstung der Strecke mit Bahnübergangstechnik der Überwachungsart FSÜ und Bedienung der Strecke über das iBS der DB Netz AG. Es kommt im gesamten Stellbereich das Ks-Signalsystem zur Anwendung.
Die Investitionssumme für dieses Projekt mit einer derzeit geplanten Bauzeit bis 31.12.2023 wird mit ca. EUR 56 Mio. veranschlagt. Hiervon ist bislang noch nichts über einen bestehenden Vertrag abgerechnet worden. Es wird mit einer derzeit geplanten Bauzeit bis zum 31.12.2023 gerechnet. Entsprechend ist die vorläufige Laufzeit des Versicherungsvertrags ebenfalls bis zum 31.12.2023 (zuzüglich Extended Maintenance und Nachhaftung - siehe unten -) geplant. Der Versicherungsvertrag beginnt nach Beendigung des Ausschreibungsverfahrens vsl. ab 20.12.2021 (ggfs. später) im Anschluss an eine derzeit bestehende Vorlaufdeckung.
(Typ H-EU) In der Haftpflichtversicherung beträgt die Deckungssumme je Schadenfall EUR 20.000.000 pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, einschließlich der Leistungen aus der Umwelthaftpflichtversicherung.
In der Planungshaftpflichtversicherung steht eine separate Deckungssumme je Schadenfall von EUR10.000.000 pauschal für Sach- und Vermögensschäden zur Verfügung. Die vorgenannten Summen sind dreifach maximiert.
Die Extendend Maintenance im Teil Bauleistungs- und Montageversicherung beträgt 42 Monate. Die Nachhaftung beträgt in der Haftpflichtversicherung 10 Jahre, in der Umwelthaftpflicht- und Umweltschadenversicherung 5 Jahre.
Der generelle Selbstbehalt beträgt mindestens EUR 10 000. Für Personenschäden entfällt der Selbstbehalt.