Beschreibung der Beschaffung
Der stetig wachsende Bedarf an Rohstoffen und die Verknappung von nutzbaren bzw. abbaubaren Primärrohstoffen führt schon jetzt zu spürbaren Lieferengpässen essenzieller Baustoffe. Demgegenüber stellen mineralische Bauabfälle die mit Abstand größte Fraktion innerhalb der nationalen Abfallbilanz dar. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen sowie dem immer größer werdenden öffentlichen Bewusstwerden der gesellschaftlichen Verantwortung für einen umweltbewussten und ressourcenschonenden Umgang und Konsum, rückt die Notwendigkeit einer dauerhaften und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in den Fokus.
Trotz aktuell hoher „Verwertungsquoten“ werden gerade im Straßenbau Recyclingbaustoffe nicht ihren stofflichtechnischen Eigenschaften entsprechend eingesetzt und das Potenzial der Sekundärrohstoffe nicht vollständig ausgenutzt. Dies liegt vor allem an den zurzeit bestehen informatorischen, logistischen und rechtlichen Hindernissen, die eine effektive und hochwertige Wiederverwertung von Recyclingbeton behindern. Um diese Problemstellung systematisch anzugehen, soll im Rahmen dieses Forschungsprojektes zunächst eine grundlegende Darstellung des Status Quos des Recyclings im Betonstraßenbau erfolgen, um die Probleme und konkreten Hemmnisse sowie aktuelle Fragstellungen herauszustellen und aufzuzeigen. Aufbauend darauf, sollen dann im Weiteren die 3 Themenschwerpunkte „Oberbauvarianten“, „Aufbruch-, Brech- und Aufbereitungsverfahren“ und „Eigenschaften des entstehenden Recyclingmaterials“ im Rahmen einer wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Begleitung von Streckenabschnitten im BAB-Netz während des Aufbruch-Prozesses untersucht und gegenseitige Einflüsse analysiert werden.
Die gewonnen Ergebnisse sollen anschließend zusammengeführt werden und in einem Eigenschaftenkatalog münden, mit dem Ziel, bereits bei der Planung der Oberbauvarianten die Recyclingfähigkeit des Oberbaus und die mögliche, erreichbare Qualität des entstehenden Recyclingmaterials einzuschätzen und berücksichtigen zu können. Damit soll das Recycling im Betonstraßenbau erleichtert und der Entwicklungsprozess einer kreislauforientierten Nutzung von Rohstoffen im Straßenbau vorangetrieben werden.