In der Sitzung des Rates der Stadt Wuppertal (SI/1150/18) am 7.5.2018 beschloss der Rat die Einführung der Nachfolgelösung des Einwohnerverfahrens „MESO“. Der Anbieter der Lösung, die HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH (HSH), führte das aktualisierte Fachverfahren „VOIS|MESO“ ein. Besonderer Hintergrund der Entscheidung für die Fortsetzung der Lösung „MESO“ war, dass die Ergänzung um die „VOIS“-Plattform ermöglichen sollte, künftig verschiedene Fachverfahren auf einer einheitlichen technischen Plattform und insbesondere unter einer einheitlichen Oberfläche anzubieten.
In der Strategie der Stadt zur Digitalisierung der Bürgerservices ist ein formuliertes Ziel möglichst viele Dienstleistungen für den Bürger im Front Office an einer Stelle anbieten zu können (zum Bei-spiel in einem Bürgerzentrum). Hierzu ist zentraler Bestandteil, dass die eingesetzten Fachverfah-ren gleichartig zu bedienen sind und auf einer zentralen Plattform miteinander verknüpft werden. Neben „MESO“ wurde ebenfalls bereits die Gebührenkasse „VOIS|GEKA“ integriert. Außerdem steht die Erweiterung um „VOIS|Online“ kurz bevor.
Bei einer Produktentscheidung muss folglich beachtet werden, ob der Markt eines oder mehrere Produkte vorweist, die eine vollständige Integration in die bereits eingeführte „VOIS“-Plattform ermöglichen.
Das einzige auf „VOIS“ basierende Fachverfahren für das Ausländerwesen trägt den Namen „AD-VIS“. Es wird vollständig in „VOIS“ integriert, somit werden verschiedene vorhandene Komponenten und Funktionen gleichermaßen genutzt, bspw. Gebührenkasse, „Batch“-Verarbeitung, Versand von „OSCI“-Nachrichten, Postbox, Datenbasis, Benutzerverwaltung und Formulare. Dadurch ist auch die gleichzeitige Nutzung derselben Hardware unabhängig vom Fachverfahren möglich (Bürgermonitor, Änderungsterminals. Scanner, Fingerabdruckscanner, usw.).
Der Einsatz eines „VOIS|ADVIS“ brächte die großen Vorteile der Vermeidung des Aufbaus paralleler Strukturen durch Einsatz und Aufbau auf vorhandenen Lösungen mit sich und bedeutete gleich-zeitig eine Form von Konsolidierung durch Vereinheitlichung, was den technischen Support durch den IT-Dienstleister 402 massiv erleichtert.
Ergänzend sollten Bestrebungen aus Förderprojekten der digitalen Modellregion Berücksichtigung finden. Ziel der Förderkulisse der digitalen Modellregionen ist insbesondere, auf andere Kommunen übertragbare Lösungen zu schaffen. Die Stadt Solingen leitet in dem Zusammenhang ein Projekt über die Umsetzung des Ausländerwesens als Bürgerservice auf Grundlage des Fachverfahrens „ADVIS“. Sich hieraus ergebende Entwicklungen und Optimierungen könnten unkompliziert auf die Stadt Wuppertal übertragen werden. Dies gilt umso mehr, da „ADVIS“ als derzeit einziges Fachverfahren für das Ausländerwesen eine bidirektionale Schnittstelle (Datenübertragung in bei-de Richtungen, kein reines Speichern) zu dem Dokumentenmanagement-System d.3 aufweist, welches als strategisches Produkt in Wuppertal eingesetzt und ausgebaut wird.