Beschreibung der Beschaffung
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kölner Dom ist ein Neubauensemble aus neuem Kurienhaus der Hohen Domkirche zu Köln, Studiengebäude für das Römisch-Germanische Museum (RGM) sowie Kölnischem Stadtmuseum (KSM) geplant. Der zugrunde liegende Ratsbeschluss zur Durchführung des Wettbewerbes 1301/2015 sowie der Beschluss 0353/2018 zur Aufnahme der Planungen bis LPh 3 sind einsehbar (Ratsinformationssystem Stadt Köln:
https://ratsinformation.stadt-koeln.de/).
Mit dem hier ausgeschriebenen Vergabeverfahren soll ein Dienstleister für die Gestaltung der Dauerausstellung im neuen Kölnischen Stadtmuseum (5-geschossig) gefunden werden. Die Ausstellung soll – i.S. eines Museums der 3 Geschwindigkeiten – 3 räumlich nicht streng getrennte Struktureinheiten aufweisen, die den Besuchern erlauben, frei zwischen den einzelnen Achsen zu wechseln. Ein Auftaktraum mit Stadtmodell soll einen niederschwelligen Einstieg für den Rundgang bieten. Über die Form der Inszenierung der Chronologische Achse (1), der epochenübergreifenden Themenräumen und Kabinette (2) sowie der Zeitmaschine Dom (3) sollen die unterschiedlichen historischen Inhalte, unterstützt durch die Architektur als Leitsystem deutlich werden. Die chronologische Achse soll im Sinn einer „Erzählachse“ Orientierungslinie bieten und grundsätzliche Zusammenhänge erläutern. Die Themenräume bieten die Möglichkeit völlig voneinander abweichende Inszenierungen zu wählen, die so – stärker als die Chronologie – die Emotionalität der Besucher ansprechen. Die „Zeitmaschine Dom“ bietet den Besuchern einen schnellen Gang durch Kölns Geschichte, der mit dem mächtigsten Wahrzeichen der Stadt verknüpft ist. Diese unterschiedlichen Ausrichtungen sollen sich auch in Stimmung und Atmosphäre der jeweiligen Räume spiegeln.
Die zu vergebende Leistung beinhaltet die Konzeption und Gestaltung der Dauerausstellung auf Basis des vom KSM erarbeiteten Konzeptes (Grundlage für Hochbauwettbewerb) inkl. Ausstellungsgrafik und Planung Mediengestaltung/-inhalte. Bestandteil ist die räumliche und gestalterische Konzeption, Rauminszenierungen, Planung von Podesten, Vitrinen (ggf. Mitverwendung Bestand), Hänge-/Stellelementen, Objektsicherungen, Technik-/Medieneinhausungen, Möblierung, Medienstationen sowie z. B. die Farb- und Oberflächengestaltung.
Die Planung von Medientechnik/Technischer Ausrüstung/Beleuchtung wird separat vergeben; Aufgabe des Szenografen wird jedoch die Erarbeitung der konzeptionellen Grundlagen, die Gestaltung und ggf. Programmierung (inkl. Klärung Schnittstellen).
Ziel ist eine auf Inhalte/Exponate/Vermittlungsziele optimal abgestimmte zeitgemäße Ausstellungsgestaltung sowie eine Stärkung der Räume und Raumfolgen in ihrer Eigenheit und Originalität. Konzeptionelle und wissenschaftliche Vorgaben des KSM, Leihgebervorgaben, museumspädagogische und konservatorische Vorgaben sowie Vorgaben durch Exponate (Originale, Reproduktionen aller Art, digitale Medienanwendungen, künstlerische Installationen etc.) sind zu beachten. Das Museum soll durchgängig barrierefrei gestaltet werden.
Die gestalterische Gesamtkonzeption soll im Ergebnis über das Zusammenspiel der Gestaltung von Architektur, Objekteinrichtung, Text, Beleuchtung, Grafik und Medien die Erschließung der Inhalte optimal unterstützten und Orientierung bieten sowie einen Beitrag zur Steigerung der kulturellen und auch touristischen Anziehungskraft des neuen Stadtmuseums leisten.
Größenordnungen: Ausstellungsfläche: ca. 3 025 qm (Auftakt/Dauerausstellung/Kabinette); geschätztes Budget (inkl. Honorare) Ausstellungsgestaltung: 6,0 Millionen EUR brutto (ohne Medien-/Lichttechnik). Für den musealen Betrieb wird von einer gleichzeitigen Anwesenheit von 200-400 Besucher/innen ausgegangen. Die jährliche Besucheranzahl wird auf ca. 100 000 geschätzt, davon bis zu 40 % in Besuchergruppen.
Die Umsetzung aller Maßnahmen soll ggf. mit einem Generalunternehmen (Ausschreibung auf Basis Ausführungsplanung) erfolgen.