Beschreibung der Beschaffung
Maßnahme im Beauftragungsbereich der Stadt Aalen (LPH 5-9):
Die Stadt Aalen beabsichtigt, am Fluss Kocher Renaturierungs- und Hochwasserschutzmaßnahmen durchzuführen. Auf einer Länge von ca. 900 Metern zwischen dem Landratsamt und der Industriestraße sind Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit sowie lokale Hochwasserschutzmaßnahmen geplant. Die Maßnahmen werden im Zuge des städtischen Entwicklungskonzeptes Aalen-Süd/Union-Areal durchgeführt. In diesem Konzept soll die Gewässerzugänglichkeit verbessert werden und der bis dato industriell geprägte Ortsteil zu einem neuen Arbeits- und Lebensraum umgewandelt werden. Die bereits erfolgten Maßnahmen zur ökologischen Umgestaltung des Kochers wie Rückbau des Triebwerkkanals, Abbruch der Wehranlage, Anlage eines neuen Gewässerbettes, Schaffung einer geschwungenen Niedrigwasserrinne, Aufweitung des Gewässers mit Flachwasserbereichen und Rückbau von Ufermauern sowie Integration von Buhnen, Totholz und Steilufern sollen dafür sorgen, dass die Gewässerstruktur und die Gewässerdurchgängigkeit deutlich verbessert werden. Eine Sohlvertiefung auf der gesamten Renaturierungslänge und punktuelle Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich des Landratsamtes sollen sicherstellen, dass bei einem 100-jährlichen Hochwasser, das Wasser schadlos im Profil abgeleitet werden kann.
Die Maßnahme der Stadt Aalen erstreckt sich vom Landratsamt (Gewässerkilometer 8,555) über die Burgstallbrücke bis zur Industriestraße (Gewässerkilometer 9,440).
Grundlage der Maßnahme bildet die wasserrechtliche Planungsgenehmigung des Landratsamtes Ostalbkreis vom 6.4.2020. Die Genehmigungsplanung wurde erstellt vom Ingenieurbüro M. Strobel (Abtsgmünd) sowie den Landschaftsarchitekten Lex-Kerfers (München).
Die Leistungen der Objektplanung Ingenieurbauwerke Wasserbau gemäß § 43 der HOAI werden in einem separaten Verfahren vergeben und sind nicht Bestandteil dieses Ausschreibungsverfahrens.
Folgende Leistungen sind zu vergeben:
— Grundleistung der Leistungsphasen 5-9, Objektplanung Freianlagen gemäß §39 der HOAI,
— Besondere Leistung der Überwachung Mängelbeseitigung (LPH. 9).
Es wird von Herstellungskosten für die Maßnahme in Höhe von 564 727,00 EUR netto gemäß Kostenberechnung ausgegangen.
Für das Projekt wurde ein Förderantrag für Zuschüsse aus Landesmitteln gestellt.
Die Beauftragung erfolgt stufenweise und ist von der Bewilligung der beantragten Zuschüsse sowie erforderlichen Gremienbeschlüsse abhängig. Der Planungsbeginn soll unmittelbar nach Beauftragung erfolgen.
Der Beginn der Bauarbeiten für den Bereich Burgstallbrücke ist für das 3. Quartal 2021, für den Bereich Industriestraße für das 3. Quartal 2022 vorgesehen.
Maßnahme im Beauftragungsbereich des Ostalbkreises (LPH 1-8):
Der Ostalbkreis hat im Jahr 2016 das „Union-Areal“ in der Wilhelm-Merz-Str. 20 in Aalen erworben und beabsichtigt auf dem Gelände der ehemaligen Union-Werke einen zweiten Verwaltungsstandort der Landkreisverwaltung in Aalen zu errichten. Dazu haben die Stadt Aalen und der Ostalbkreis im Juli 2017 durch Beschlüsse des Gemeinderats der Stadt Aalen und des Kreistags des Ostalbkreises die Durchführung des gemeinsamen Ideen- und Realisierungswettbewerbs „Aalen-Süd/Union-Areal“ vereinbart. Durch diesen gemeinsamen Wettbewerb konnten sowohl städtebauliche Ideen für das Entwicklungsgebiet „Aalen Süd“ wie auch Realisierungsvorschläge für den Neubau des zweiten Verwaltungsstandortes gesammelt und durch das gemeinsame Preisgericht am 17.1.2019 an Architekturbüro Hirner & Riehl Architekten vergeben werden.
Gegenstand dieser Ausschreibung ist die Erbringung der Grundleistungen der Leistungsphasen 1-8 der Planungsleistung für Freianlagen gemäß § 39 HOAI in Anlehnung an den Ideenteil des Wettbewerbs.
Mit der Renaturierung des Kochers, der damit verbundenen Neugestaltung des Kocherufers und der Herstellung der Außenanlagen im Zuge des geplanten Neubaus soll eine aufeinander abgestimmte Planung der Außenanlagen entwickelt werden, die sowohl für die Nutzer des Neubaus als auch für die Bürger der Stadt Aalen eine Erlebbarkeit des Kochers ermöglichen und wesentliche Wegeverbindungen generiert.
Neben der Planung der Schnittstellen zum Kocherufer wird von der weiteren Planung die Untersuchung der folgenden Themengebiete erwartet. Dabei handelt es sich um eine zu beplanende Freifläche von 9 903 m2 und von 3 nicht überdachten Lichthöfen mit einer Fläche von 510 m2. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Planung stellt die Thematik des Hochwasserschutzes dar.
Eine Ausführliche Projektbeschreibung und eine Auflistung der speziellen Planungsleistungen ist den Anlagen der Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen.
Folgende Leistungen sind zu vergeben:
— Grundleistung der Leistungsphasen 1-8, Objektplanung Freianlagen gemäß §39 der HOAI.
Es wird von Herstellungskosten für die Gesamtmaßnahme in Höhe von 1.68 Mio. EUR netto gemäß Grobkostenschätzung ausgegangen.
Die Beauftragung erfolgt stufenweise. Nach Ende des Vergabeverfahrens werden die Leistungsphasen 1-3 beauftragt. Ein Anspruch auf Realisierung bzw. Weiterbeauftragung der Leistungsphasen 4-8 besteht nicht. Eine Weiterbeauftragung setzt einen entsprechenden Gremienbeschluss voraus.
Mit den Planungen der Vorentwurfsplanung soll nach Beauftragung im Winter 2020 begonnen werden. Der Beginn der Bauarbeiten für die Außenanlagen ist nach derzeitigem Terminplan für Herbst 2024 bis Frühjahr 2025 angesetzt.