Gemäß VgV §14 Abs. 4 Nr. 4 können Aufträge im Wege eines Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb vergeben werden, wenn es sich um "...Lieferungen zur Erfüllung wissenschaftlich-technischer Fachaufgaben auf dem Gebiet von Forschung, Entwicklung und Untersuchung..." handelt und gemäß § 14 Abs. 4 Punkt 2b VGV die für die geplanten Experimentierreihen zwingend notwendige techische Spezifikation nur von einem bestimmten Unternehmen erbracht werden kann.
Am FLI werden Arbeiten zur Dysfunktion des Stoffwechsels während des Alterns sowie verschiedener pathologischer Zustände durchgeführt. Hierzu werden u.a. Versuchstiere mittels indirekter Gaskalorimetrie analysiert und so Rückschlüsse auf Energieumsatz sowie individuelle Nutzung verschiedener Energiequellen getroffen. Um jedoch metabolische Parameter von Tieren unterschiedlichen Alters, genetischen Hintergrunds und physiologischer Zustände valide miteinander vergleichen zu können, muss die Körperzusammensetzung mindestens hinsichtlich des Gesamtgewichtes und des relativen Fettanteils präzise bekannt sein. Eine Bestimmung dieser Werte am lebenden Versuchstier ist unkompliziert und nichtinvasiv mittels röntgen-basierter Computertomographie im Mikroformat möglich (in vivo microCT). Fortschritte der letzten Jahre insbesondere der Detektortechnologien ermöglichen dabei eine Verwendung geringster Strahlendosen, wodurch auch longitudinale Studien mit wiederholten Messungen über die gesamte Lebensspanne des Tieres möglich werden, ohne dessen Physiologie hierdurch negativ zu beeinflussen. Neben niedriger auflösenden microCT Messungen zur Bestimmung des Fettanteils und der Körperzusammensetzung stellen auch höher auflösende Messungen zur Knochenarchitektur und -mineralisierung sowie entsprechender Parameter weiterer Organsysteme wichtige Messpunkte dar, welche sowohl pathologische als auch normale alternsbedingte Veränderung longitudinal darstellen und ggf. den Erfolg therapeutischer Interventionen untersuchen können.
Dazu ist die Nutzung des Gerätes Skyscan 1276 CMOS Edition der Firma Bruker vorgesehen, welches unter maximaler Berücksichtigung des Tierwohls und der Gesamtheit seiner Merkmale, deren Bedeutung für die laufenden und zeitnah geplanten Arbeiten einzigartig am Markt ist und als einziges geeignet ist alle experimentellen Anforderungen der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten am FLI ausreichend zu berücksichtigen. Zu den zwingend für die Experimente der Wissenschaftler notwendigen Geräteeigenschaften gehören die speziellen flexiblen Scanmodi mit kontinuierlichen, kameragestützten Monitoring von Vitalparametern der Tiere in Echtzeit. Damit ist jederzeit das Tierwohl unter präziser Kontrolle.
Hinzu kommen technische Parameter u.a.
- eine wartungsfreie Röntgenröhre mit einer flexiblen Strahlung von 40-100 kV, die auch für höchstauflösende ex vivo Knochenaufnahmen und strahlungsarme in-vivo Mausaufnahmen geeignet ist
- ein höchstauflösender Detektor für hochauflösende Knochenscans und kontrastreiche Weichteil-/Fett-Scans.
Eine ausführliche Begründung der Tierhausleitung u.a. mit den Anforderung zum
Tierwohl liegt vor.