Beschreibung der Beschaffung
Das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung besitzt die weltweit größte Sammlung zum Bauhaus, das – 1919 gegründet und bereits 1933 geschlossen – zu einer der bedeutendsten Schulen für Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts zählt. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums wird das von Walter Gropius entworfene Gebäude des Bauhaus-Archivs in Berlin saniert und erhält einen Erweiterungsbau, der von dem Architekten Volker Staab entworfen wurde. Der Erweiterungsbau mit einer BGF von ca. 6 700 qm besteht aus einem unterirdischen Bauwerk, einem Glasturm sowie einem zweigeschossigen Riegel. Die Ausstellungsräume im Untergeschoss mit etwa 2 000 qm ermöglichen erstmals eine umfassende Präsentation zur Geschichte und Wirkung des Bauhauses, die der Größe und medialen Vielfalt der Sammlung des Bauhaus-Archivs gerecht wird. In dem Glasturm, der als Eingang zum Untergeschoss dient, werden zudem auf mehreren Ebenen Räume für kulturelle Vermittlungsprojekte, in besonderem Maße auch digitale Angebote, zur Verfügung gestellt.
Gegenstand der Ausschreibung sind die Leistungen zur Gestaltung der Erstinszenierung der Ausstellungsbereiche auf Basis eines vorliegenden kuratorischen Konzeptes. […] Die ausgeschriebenen Leistungen umfassen die Kernleistungen gemäß HOAS. Dabei sind digitale Formate in enger Zusammenarbeit mit einem/r Mediengestalter/in zu entwickeln und umzusetzen, dessen Leistungen ebenfalls Gegenstand der Ausschreibung sind. Durch die Architekten und Fachplaner des Neubaus wurden die konstruktiven und technischen Rahmenbedingungen für die Ausstellungsbereiche mit Abschluss der Entwurfsplanung bereits definiert. Das Konzept für die Ausstellungsgestaltung hat diese zu berücksichtigen.
Es wird davon ausgegangen, dass die Erstinszenierung der Sammlung des Bauhaus-Archivs in ihrer Gestaltung für den Zeitraum von 3 bis maximal 5 Jahren Bestand haben wird. Einzelne Sammlungsobjekte müssen jedoch bereits nach wenigen Monaten aus konservatorischen Gründen ausgetauscht werden. Zudem sieht das Basiskonzept vor, dass einzelne Themenbereiche häufiger gewechselt, ergänzt oder gar verkleinert werden. Die Ausstellungsarchitektur muss diese notwendige Flexibilität zulassen, d. h. sie dient in erster Linie als Gerüst oder Struktur, die sich variabel anpassen und verändern lässt, ohne tiefgreifende bauliche Veränderungen vornehmen zu müssen. Zudem soll sie in Bezug auf Material und Verarbeitung nachhaltig ausgeführt werden und über aktuelle Ausführungen von Museumsstandards innovative Lösungen umsetzen.
Für den musealen Betrieb wird von einer gleichzeitigen Anwesenheit von 100 bis 390 überwiegend internationaler Besucher/innen ausgegangen, die sich im Schnitt für 1,5 bis 2 h in der Ausstellung aufhalten. Insgesamt wird von jährlich 175 000 Besucher/innen ausgegangen, ca. 35 % davon in Gruppen. Entsprechende Flächen für Gruppenbesuche, Führungen und Vermittlungsprogramme sowie Barrierefreiheit sind zu berücksichtigen.