Beschreibung der Beschaffung
Das Klinikum Passau („Klinikum“) ist ein Krankenhaus der Versorgungsstufe II und akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg. Es verfügt über 656 Akutbetten, wobei jährlich rund 32.000 Patienten stationär behandelt werden. Das Klinikum Passau beschäftigt ca. 1.700 Mitarbeiter und beherbergt auch eine Pflegeschule. Derzeit verfügt das Klinikum über ein entsprechendes Modul zum Klinikinformationssys-tem (KIS), das es den Nutzern ermöglicht, auf eine elektronische Patientenakte zuzugreifen und diese zu führen. Allerdings beschränkt sich dieses Modul auf einige Teilbereiche des Klinikums, sodass in arbeitsintensiven Bereichen des Klinikums, wie OP, Aufwachraum, Intensivstationen, Intermediate Care Station, Außenstellen des OPs, Schockraum, Stroke-Unit und zentraler Notaufnahme eine elektronische Dokumentation von Vitaldaten und medizinischen Parametern der Patienten sowie eine Einspeisung der Daten in das KIS mangels Schnittstelle nicht möglich ist. Eine elektronische Dokumentation findet somit nur lückenhaft und teilweise auch lediglich in Papierform statt.
Vor diesem Hintergrund beabsichtigt das Klinikum die Beschaffung eines hinsichtlich des KIS interoperablen Patientendatenmanagementsystems (PDMS), das eine strukturierte, umfassende und durchgängig elektronische Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen in sämtlichen Bereichen des Klinikums ermöglicht.
Zu den wesentlichen Leistungsgegenständen zählen:
• Stufenweise Bereitstellung eines Patientendatenmanagementsystems für die Nutzer des Klinikums Passau,
• schrittweise und vollständige Implementierung und Parametrierung des PDMS in das Gesamtsystem und den Arbeitsalltag der Mitarbeiter des Klinikums,
• Realisierung von Schnittstellen u.a. KIS und ID Pharma,
• Projektmanagement zur Implementierung des PDMS,
• Erbringung von Schulungsleistungen im Zeitraum während und nach der Implementierung des PDMS sowie
• Service- und Wartungsleistungen.
Dabei hat der Auftragnehmer auf eine enge technische Verzahnung zwischen KIS, ID Pharma und PDMS sowie den anzuschließenden Geräten zu achten, um die Abstimmungsarbeiten an den Schnittstellen zu reduzieren und damit auch im Betrieb des Klinikums die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Neben dem Einsatz von Eigenmitteln plant das Klinikum die Inanspruchnahme von staatlichen Zuwendungen aus der Richtlinie zur Förderung von Vorhaben zur Digitalisierung der Prozesse und Strukturen im Verlauf eines Krankenhausaufenthaltes von Patientinnen und Patienten nach § 21 Absatz 2 KHSFV in der Version 3 mit Stand vom 3. Mai 2021.