VgV §14 (4) 5): Der öffentliche Auftraggeber kann Aufträge im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb vergeben, wenn zusätzliche Lieferleistungen des ursprünglichen Auftragnehmers beschafft werden sollen, die entweder zur teilweisen Erneuerung oder Erweiterung bereits erbrachter Leistungen bestimmt sind, und ein Wechsel des Unternehmens dazu führen würde, dass der öffentliche Auftraggeber eine Leistung mit unterschiedlichen technischen Merkmalen kaufen müsste und dies eine technische Unvereinbarkeit oder unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten bei Gebrauch und Wartung mit sich bringen würde; die Laufzeit dieser öffentlichen Aufträge darf in der Regel drei Jahre nicht überschreiten.
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Die Anwendung ist zulässig, denn nachdem die technischen Planungen Ende 2020 abgeschlossen waren, wurde Anfang 2021 ein All-Flash-Storage System ausgeschrieben und im Sommer 2021 am Standort Wannsee erfolgreich in Betrieb genommen. Es besteht aus zwei Speichereinheiten, jeweils eines für jeden Serverraum im DV-Gebäude. Jede Speichereinheit ist für sich genommen redundant aufgebaut, um einen dauerhaften, sicheren Betrieb zu gewährleisten. Um Datensicherheit und -verfügbarkeit auch bei Ausfall einer kompletten Speichereinheit zu erzielen, werden die einzelnen virtuellen Volumes zwischen den Speichereinheiten gespiegelt.
Der Umzug der Daten von den alten Speichersystemen DataCore und 3PAR 7400 ist größtenteils abgeschlossen, die DataStores der Virtualisierungslandschaften ESX und vSphere sowie die Disk Pools der Windows Storage Server befinden sich auf dem All-Flash-Storage. Durch die Komprimierungsverfahren von Huawei können sehr gute Kompressionsraten bei den bisherigen Daten erreicht werden. Die All-Flash-Storage Systeme sind mit jeweils 300TB realem physikalischen Speicher ausgestattet, durch die 3:1 Kompressionsrate gewährleistet Huawei eine nutzbare Kapazität von ca. 1PB.
Zurzeit bedient der All-Flash-Storage 21 Host mit insgesamt 30 Volumes. Insgesamt sind vom Speicher knapp 300TB durch die Hosts gebucht.
Der Storage wird von den Serverbetreibern gut angenommen, die Performance ist hervorragend. Es müssen noch ungefähr 15 Hosts mit ihren Daten auf den neuen Storage umziehen, dabei handelt es größtenteils um Fileserverdaten, Index-Datenbanken, HSM-Caching-Disken und Backupdaten.
Die Kapazität des neuen Storage war so geplant worden, dass vorhandene Daten migriert werden können und noch ca. 20% Reserve übrig bleibt. Diese Einschätzung war jedoch nicht ganz ausreichend, da der Bedarf an Speicherplatz im Blockstorage Bereich in diesem Jahr schneller steigt als geplant.
Daher soll in einer ersten Erweiterungsstufe die effektiv nutzbare Kapazität um 300TB erweitert werden. Dazu müssen Shelfs, Lizenzen und Flash-Module in der Größenordnung von gut 100TB beschafft werden.
Die Kosten für diese Investition betragen ca. 220T-EUR (netto).
Da sich Beschaffung und Einfügen in den vorhandenen Wartungsvertrag nicht sinnvoll trennen lassen, kommt hier gem. VgV § 14 (4) 5) ein Verhandlungsverfahren ohne Teilnehmerwettbewerb zum Tragen.