Beschreibung der Beschaffung
Im Rahmen der Projekte NEO (Neue Einkaufsorganisation), TEVA (Technische Erneuerung Vergabe und Ausschreibung) und ERP 4.0 beabsichtigt die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) eine einheitliche, vollständig integrierte Beschaffungslösung auf Basis des vorhandenen ERP-Systems der Fa. SAP zu realisieren. Die Lösung soll beginnend von der Feststellung des Bedarfs über den Abruf aus Rahmenverträgen (Webshop), die Durchführung von Vergabeverfahren, den Abschluss von Verträgen, Zahlung von Rechnungen sowie die Bewertung der Lieferung bzw. Leistung den gesamten Beschaffungsprozess medienbruchfrei abbilden. Die Realisierung beinhaltet u.a. die Beschaffung eines neuen Vergabemanagementsystems als Teilkomponente der Gesamtlösung.
Das Vergabemanagementsystem dient der rechtssicheren Durchführung von nationalen und europaweiten Vergabeverfahren. Neben den sich daraus unmittelbar ableitenden Anforderungen muss das Vergabemanagementsystem zwingend weitere Leistungsmerkmale erfüllen, um insbesondere das Ziel einer einheitlichen und vollständig in das SAP-System integrierten Beschaffungslösung realisieren zu können:
- Einsatz der Applikation sowohl im Baubereich als auch im Bereich Lieferungen und Leistungen: Um die Zielsetzung einer vollständig integrierten Beschaffungslösung zu erreichen, muss die Applikation im Baubereich und im Bereich Lieferungen und Leistungen eingesetzt werden können. Getrennte Systeme, redundante Datenerfassung und Datenhaltung, verschiedene Bieterportale sowie doppelte Betriebs- und Personalkosten sollen vermieden werden, da dies dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit widerspricht und dafür auch keine Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.
- Einbettung des Vergabemanagementsystems in die SAP Systemlandschaft (SAP S/4HANA & SAP Ariba) über standardisierte und bereits produktive Schnittstellen: Integration über eine bereits vorhandene, zertifizierte SAP-Schnittstelle, die das Vergabemanagementsystem als SAP-Modul ausweist und eine Gesamteinkaufslösung für die FHH ermöglicht. Die Schnittstelle / das Add-On muss einen direkten und flexiblen Datenaustausch sicherstellen, so dass die Belege im SAP-System mit der Ausschreibung im Vergabemanagementsystem verknüpft werden können. Dies dient u.a. folgenden Aufgaben:
o Übertragung von Leistungsverzeichnissen aus Bestellanforderungen in die Vergabe
o Übertragung der Zuschläge (mit Leistungsverzeichnis) in SAP-Kontrakte, Bestellungen u.a.
o Bieter können nach dem Zuschlag den SAP-Kreditoren zugeordnet werden
o Dokumentenanlagen aus SAP-Belegen können an das Vergabemanagementsystem übertragen werden
o Sichere Kommunikation des Vergabemanagers mit SAP über ein entsprechendes Cockpit
o Integriertes Monitoring und Schnittstellen-Managementfunktionen
- Modellbasierter Systemaufbau inklusive individuellem Rechte- und Rollenkonzept zur unkomplizierten Umsetzung individueller Anforderungen: Das Vergabemanagementsystem muss jederzeit die zeitnahe Umsetzung kundenspezifischer Anforderungen und die flexible Gestaltung von Arbeitsabläufen ermöglichen, um interne Beschaffungsprozesse deutlich zu optimieren und schnell auf Kundenbedarfe reagieren zu können.
- Vorbereitung für ein integriertes Bedarfs- und Lieferantenmanagementtool: Optionale Erweiterung des Vergabemanagementsystems um ein Bedarfs- und Lieferantenmanagementtool ohne Drittsysteme anbinden zu müssen.
- On-Premise Betrieb des Vergabemanagementsystems im Rechenzentrum des IT-Dienstleisters Dataport, der auch für den Betrieb der SAP-Systeme der FHH verantwortlich ist.
- Erfüllung der Kriterien der EU Vergabenorm für barrierefreie Informations- und Kommunikationstechnologie EN 301 549 und Vorgaben der WCAG 2.1 nach dem Behindertengleichstellungsgesetz BITV 2.0
- Anschlussfähigkeit an den bundeseinheitlichen Bekanntmachungsservice, den Präqualifizierungsservice und das Lieferantencockpit (EfA-Umsetzungsprojekt „Vergabe“ im Rahmen des OZG)