Beschreibung der Beschaffung
Der Fokus liegt bei der Entwicklung einer therapeutischen Multi-Epitop-HPV Vakzine. Die in den präklinischen Studien getestete HPV-Vakzine soll nach der Projektphase zu einem eigenständigen Immuntherapeutikum zur Behandlung von HPV-positiven Tumoren, aber auch von HPV-positiven präkanzerösen Läsionen, weiterentwickelt werden. HPV ist besonders für die Entwicklung eines therapeutischen Krebs-Impfstoffs geeignet, weil die Induktion und Aufrechterhaltung der HPV-induzierten malignen Transformation durch nur zwei virale Onkoproteine, E6 und E7, verursacht wird, die noch dazu in allen Tumorstadien konsistent exprimiert werden.
Der Proof of Principle wurde mit der Einzel-Epitop-Vakzine (SilvacHPV16) im Rahmen einer Kooperation mit Frau PD Dr. Dr. Angelika Riemer an DKFZ in Heidelberg während der Inkubation am Life Science Inkubator gezeigt. Das hier verwendete einzigartige HPV16 E6+/E7+-Tumormodell (PAP A2) (Kruse et al., Oncoimmunol 2018; 8(1): e1524694), ist das erste beschriebene HPV-Tumormodell, in dem die Mäuse ausschließlich die humanen HLA-Moleküle A2 und DRB1 exprimieren. Mit Hilfe dieses Modells kann die Wirksamkeit therapeutischer HPV-Impfstoffe exklusiv mit humanen Epitopen statt murinen Epitopen im Tiermodell analysiert werden. Dies ist für die Übertragung von präklinischen Studien in eine klinische Umgebung von großem Vorteil. Inzwischen wurden in der Abteilung von Frau Riemer noch besser geeignete HPV-Tumormodelle entwickelt. In den neuen Modellen sind die Tumorzellen biologisch von der Expression von HPV16 E6/E7 abhängig (E6/7-luc-A2), so wie es auch im Menschen der Fall ist (siehe erster Absatz). Zusätzlich liegen die Tumoren nun orthotop, also an den anatomischen Lokalisationen, an denen HPV-Induzierte Tumoren auch im Menschen auftreten – einmal im weiblichen Genitaltrakt (Zottnick et al., Front Immunol 2020; 11:1750) und einmal im Oropharynx (Schifflers, Zottnick et al., Pathogens 2023; 12(2):188). In diesen neuen Modellen kann nun also nicht nur die Induktion einer Immunantwort untersucht werden, sondern auch, ob die induzierten T-Zellen zur anatomisch korrekten Tumorlokalisation wandern und dort den Tumor bekämpfen können.
Die Arbeitsgruppe Silvacx möchte die Entwicklung einer therapeutischen Multi-Epitop-HPV Vakzine in enger Kooperation mit dem Auftragnehmer (Frau PD Dr. Dr. Angelika Riemer, Immuntherapie- und prävention, DKFZ in Heidelberg) durchgeführen, da nur diese Gruppe (neben weltweiter Expertise in den Bereichen Zervikalkarzinom, Immunopeptidomics zur Identifizierung von HPV-spezifischen Epitopen, Entwicklung therapeutische Peptid-basierter HPV-Vakzinen) über das notwendige und einzigartige Tumor- und Tiermodell verfügt.
Es sollen drei in vivo Studien im transgenen HLA A2.DR-humanisierten Mausmodell und dem orthotopen HPV16 E6/E7-abhängigen Tumormodell durchgeführt werden.
1. In einem ersten Schritt soll die Antigen-spezifische T-Zell-Immunität als Reaktion der MHC-humanisierten Mäuse auf den therapeutischen HPV-Impfstoff mit 6 Epitopen ermittelt werden. Als Vergleich dient dabei eine zuvor am DKFZ getestete Vakzine der Arbeitsgruppe Silvacx mit nur einem Epitop.
2. In einer zweiten, auf den Ergebnissen der ersten Studie aufbauenden Studie, soll die Anti-Tumor-Wirkung der neuen Multi-Epitop-Vakzine als Monotherapie getestet werden.
3. In einer dritten, abschließenden Studie soll die Antigen-spezifische T-Zell-Immunität im Tumormodell untersucht werden, indem die tumorinfiltrierende Zellpopulationen (TILs – Tumor-infiltrierende Lymphozyten) aus E6/7-luc-A2-tumortragenden A2.DR1-Mäusen untersucht werden.