Kurze Beschreibung
Im Rahmen einer Erweiterung und Neuausrichtung des Instituts für Biologie an der Universität Siegen wurde ab März 2020 eine neue Professur mit dem Schwerpunkt Human- und Neurobiologie geschaffen und der Forschungsschwerpunkt im Bereich der Neurobiologie befindet sich derzeit im Aufbau. Im Zuge der hierfür notwendigen Ausstattung der Labore soll ein konfokales Laserscanning Mikroskop beschafft werden.
Das konfokale Laserscanning Mikroskop soll in diversen Experimenten eingesetzt werden, wie in Lebendzellanalysen, z. B. um intrazellulären Transport von RNA und RNA-bindenden
Proteinen zu beobachten. Zur Aufnahme von dynamischen Prozessen in lebenden Proben sind hochauflösende, schonende Aufnahmen ohne Ausbleichen notwendig. Ferner soll das Gerät für 3-dimensionale Aufnahmen für Kolokalisationsstudien z. B. in fixierten Zell- oder Gewebeproben, wie Hirnschnitten, Zelllinien oder von Biofilmen genutzt werden. Das Gerät soll für Förster-Resonanzenergietransfer (kurz FRET)-Analysen, um eine enge Bindung zwischen Protein und RNA (mit einem Abstand von weniger als 10 nm) nachzuweisen, benutzt werden, ebenso wie für FRAP (fluorescence recovery after photobleaching) - Analysen (hierbei Lebendzellanalyse über einen Zeitraum von 220 min), um z.B. intrazellulären Transport oder Proteintranslation zu detektieren.
Ein zentraler Gesichtspunkt ist die Nutzbarkeit des Systems für Lebendzellanalysen, d. h. die Ausstattung mit einer Temperatur- und CO2-kontrollierbaren Inkubationskammer, sowie ein motorisierter Scanningtisch sind zwingend notwendig. An dem Gerät sollen diverse Messungen stattfinden, bei denen eine geringe Signalstärke zu erwarten ist (z. B. RNA). Daher sind sowohl sensitive Detektionsverfahren mit hohem Signal-Rausch-Verhältnis, als auch eine Präparat-schonende (geringes Bleaching) und schnelle Arbeitsweise (hohe Scangeschwindigkeit) von größter Wichtigkeit.