Das CONUS Experiment zielt darauf ab, kohärente Neutrino-Kern-Streuung mit Hilfe von
Germanium Detektoren nahe einem Reaktorkern erstmals eindeutig nachzuweisen. Hierfür werden
Germanium Detektoren mit extrem niedrigen Untergrund-Zählraten und Energieschwellen im
Bereich von <200 eV benötigt.
Das Werk der Firma Mirion in Lingolsheim, Frankreich, ist der einzige Hersteller weltweit, der im
Stande ist, Germanium Detektoren mit ausreichend großen Massen und geringen Energieschwellen
zu produzieren. Darüberhinaus weist die Firma folgende einmalige Vorteile auf: Die Detektoren
werden in enger Zusammenarbeit mit dem MPIK überarbeitet. Dies sichert einen sauberen
Zusammenbau von Materialien mit geringer Eigenradioaktivität. Zudem können die Detektoren in
relativ kurzer Zeit (wenige Monate) umgerüstet werden, was es ermöglicht, konkurrenzfähig zu
vergleichbaren Experimenten weltweit zu bleiben.
Eine erfolgreiche Detektion der KNKS könnte weitere Messprogramme einleiten, etwa die Suche
nach sterilen Neutrinos mit Germanium Detektoren an Reaktoren. Aber auch gesellschaftsrelevante
Anwendungen wären denkbar, etwa Detektoren, die zum Nachweis nicht-erlaubter Entnahmen von
radioaktiven Abfallprodukten wie Plutonium aus Kernkraftanlagen dienen (non proliferation).