Beschreibung der Beschaffung
Beantragt wird die Beschaffung eines OP-Mikroskops für den Einsatz bei mikrochirurgischen kraniellen und spinalen Operationen.
Es erfolgte eine vergleichende Marktanalyse verschiedener Produkte mit Prüfung der jeweiligen Merkmale und ihrer Eignung für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie.
Das OP-Mikroskop muss folgende Merkmale aufweisen:
Die Basiskonfiguration muss klassische mikrochirurgische Aufgaben ermöglichen, es sollte sich aber im Zuge technischer Entwicklungen auch modular aufrüsten lassen, um zukünftigen Einsatzbereichen gerecht zu werden.
Im Einzelnen ist zu fordern, dass der Arbeitsabstand zwischen 625 mm und 200 mm betragen muss, wobei dies mit einer Zoom-Funktion über 425 mm hinweg erfolgen soll. Der Einsatz langer Mikroinstrumente muss bei physiologischer Körperhaltung des Chirurgen möglich sein. Es sollte eine manuelle und automatische Fokussierung integriert sein - der Autofokus muss manuell oder kontinuierlich automatisch steuerbar sein mit Kontrolle durch Laserpunkt-Anzeige.
Das System muss über die ICG-Fluoreszenz für vaskuläre Eingriffe verfügen. Zudem muss ein 5-ALA-Fluoreszenzsystem für Tumoranwendungen enthalten sein, deren Effizienz in einer klinischen Phase-III-Studie nachgewiesen wurde.
Hygienisches Abdecken mit sterilem Folienbezug und Vorsatzfilter muss durch automatisches Luftabsaugen („Draping“) ermöglicht werden. Für rasche Inbetriebnahme muss automatisch eine zuvor einstellbare „Drape“-Position möglich sein, nach dem Einsatz soll eine vorgewählte Parkposition aufgesucht werden.
Der Aufbau und die Aufhängung des Beobachterkopfes muss schwebend balanciert sein, wobei der Tubus auch bei Seitkippung konstant positioniert verbleiben muss. Zu fordern ist eine integrierte Schwingungsdämpfung um hohe Stabilität und vibrationsfreie mikroskopischen Betrachtung zu erreichen.
Das System muss „schwebendes“ Ausbalancieren bereitstellen, das in jedem Neigungs-, Kipp-, Rotations- und Schwenkbereich des Mikroskopkopfs funktioniert.
Das OP-Mikroskop muss über kinematische und robotische Funktionen verfügen: Zu fordern ist eine frei wählbare manuelle Positionierung im gesamten OP-Bereich, wobei automatisiert der Fokuspunkt im Zentrum des Betrachtungsfelds konstant bleibt (manuelle „PointLock“-Funktion). Des Weiteren soll das System eine motorische Positionierung mit manueller Steuerung besitzen, um den Betrachtungswinkel automatisiert-robotisch auf den zentralen Fokuspunkt auszurichten (motorisches „PointLock“).
Zur Visualisierung von Resektionsarealen muss das Mikroskop über eine Möglichkeit zum Anzeigen und Speichern von Fokuspunktpositionen verfügen. Diese sollten den Fokuspunkt, Arbeitsabstand, Vergrößerungsfaktor und die 3D-Koordinaten beinhalten. Danach sollte das automatisierte Aufsuchen der Fokuspunkte robotisch unterstützt rasch ermöglicht werden. Diese Funktion muss per Vorwahl nahtlos zu wechseln sein in eine klassische Parallelogramm-Führung bei Seitbewegung.
Durch verlängerbare und faltbare Tuben müssen bequeme Arbeitspositionen des Operateurs möglich sein. Die Optik muss eine variable optische Darstellung des OP-Feldes auch bei starken Vergrößerungsfaktoren durch im Tubus integrierte Vergrößerungswechsler bieten.
Der Neurochirurg muss die häufigsten Systemparameter in der Dateneinblendung im Tubus kontrollieren können, z. B. Arbeitsabstand, Vergrößerung und Lichtintensität. Segmentierte Konturen der Neuronavigation müssen in variabler Farbe und Intensität flimmerfrei und flüssig angezeigt werden.
Das Beleuchtungssystem muss zur homogenen Ausleuchtung beschatteter Bereiche im Randbereich des Sichtfelds eine zweite zusätzliche Ausleuchtungsrichtung bieten.
Um Gewebe im Zugangsbereich vor thermischer Schädigung durch hohe Lichteinwirkung zu schützen, sind Warnfunktionen zu fordern: Dies betrifft warnende Angaben bei Überschreitung kritischer Lichtintensität, Begrenzung der Lichtleistungsdichte und eine limitierte Lichteinwirkung auf die Augen des Operateurs.