348344-2021 - ErgebnisDeutschland-Heidelberg: IT-Dienste: Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung
OJ S 131/2021 09/07/2021
Bekanntmachung vergebener Aufträge
Dienstleistungen
Rechtsgrundlage:
Richtlinie 2014/24/EU

Abschnitt I: Öffentlicher Auftraggeber

I.1.
Name und Adressen
Offizielle Bezeichnung: Universität Heidelberg
Nationale Identifikationsnummer: DE811225433
Postanschrift: Universität Heidelberg Universitätsverwaltung Abt. 4.1 – Zentrale Beschaffung – Seminarstraße 2
Ort: Heidelberg
NUTS-Code: DE125 Heidelberg, Stadtkreis
Postleitzahl: 69117
Land: Deutschland
Kontaktstelle(n): Vergabestelle
E-Mail: vergabe@zuv.uni-heidelberg.de
Telefon: +49 622154-12452
Fax: +49 622154-161-2220
Internet-Adresse(n):
Hauptadresse: http://www.zuv.uni-heidelberg.de/finanzen/beschaffung/ausschreibung1.html
I.4.
Art des öffentlichen Auftraggebers
Einrichtung des öffentlichen Rechts
I.5.
Haupttätigkeit(en)
Bildung

Abschnitt II: Gegenstand

II.1.
Umfang der Beschaffung
II.1.1.
Bezeichnung des Auftrags
Uni-HD.2021.535_COVID-19 Patienten Fernüberwachung
II.1.2.
CPV-Code Hauptteil
72000000 IT-Dienste: Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung
II.1.3.
Art des Auftrags
Dienstleistungen
II.1.4.
Kurze Beschreibung
Verwendung von digitalen Fernüberwachungs- und -Behandlungslösungen als wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie in Baden-Württemberg.
II.1.6.
Angaben zu den Losen
Aufteilung des Auftrags in Lose: nein
II.1.7.
Gesamtwert der Beschaffung
Wert ohne MwSt.: 336 134,00 EUR
II.2.
Beschreibung
II.2.3.
Erfüllungsort
NUTS-Code: DE126 Mannheim, Stadtkreis
II.2.4.
Beschreibung der Beschaffung
„Verwendung von digitalen Fernüberwachungs- und -Behandlungslösungen als wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie in Baden-Württemberg“ (RPM)
Das Infektionsgeschehen der weltweit und der in Deutschland an dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankten Menschen wird durch die dominanten Virusmutanten immer dynamischer! Die dritte Welle der Pandemie ist glücklicherweise abgeklungen, aber delta-Variante, weitere Mutationen, Impfquoten und regionale Ausbrüche müssen uns weiter wachsam und v.a. gut vorbereitet, besser vorbereit, sein lassen. Auch die Saisonalität der Wellen lassen für den Herbst eine erneute Welle befürchten, die v.a. ungeimpfte Bevölkerungsgruppen treffen würde. Das Gesundheitssystem und insbesondere die Krankenhäuser und Intensivstationen sind in den vorangegangenen Wellen zunehmend an Ihre Kapazitätsgrenzen gekommen. Die hohen Zahlen an Intensivpatienten im Vergleich zu den Zahlen der Patienten auf Normalstation zeigen, dass die Patienten zu spät in die Klinik kommen und meist sofort in der Intensivstation versorgt werden müssen. COVID-19 Patienten stellen sich aber zunächst bei ihren Hausärzten vor. Die ambulante Versorgung der COVID-19 Patienten in der Praxis ist zur Zeit aber immer noch an analogen Methoden ausgerichtet und leidet an limitierter digitaler Vernetzung. Eine flächendeckende digitale Symptom-überwachung im ambulanten Bereich eröffnet die Möglichkeit, frühzeitig schwere Verläufe zu erkennen. Diese neue Projektförderung der digitalen ambulanten Fernüberwachung von COVID-19 Patienten in Baden-Württemberg kann durch digitale und telemedizinische Technologien in der Pandemie direkt unterstützen und schützen.
Durch ein sog. Remote Patient Monitoring (RPM) Konzept kann der Zustand von Risikogruppen, Infizierten und Erkrankten in ihrer Häuslichkeit durch die betreuenden Hausärzte begleitet und kontrolliert werden. Diese engmaschige und flächendeckende medizinische Kontrolle kann per App über Vitalparameter zu Puls, Atemfrequenz, Körpertemperatur und Allgemeinzustand sowie Sauerstoffsättigung erhoben werden. Diese Daten können dann übersichtlich in Form eines Dash-Boards dem zuständigen betreuenden Arzt in der Hausarztpraxis unter Wahrung des Datenschutzes in Form eines Ärzteportals bereitgestellt werden. Damit sollen konkret COVID-19 Patienten so lange wie medizinisch möglich in grossen Zahlen ambulant betreut bleiben. Da dieses Monitoring in der häuslichen Umgebung ermöglicht wird, ist dies gleichzeitig eine effiziente Infektionsschutzmaßnahme. Durch die digitale Aufbereitung kann die 3-4 fache Anzahl an COVID-19 Patienten gleichzeitig betreut werden. Gleichzeitig können schwere Verläufe früh (stille Hypoxie als Marker) erkannt und rechtzeitig ins Krankenhaus überführt werden. Insgesamt werden so die Kapazitäten und Ressourcen des Gesundheitssystems besser gemanagt und die Belastung der Krankenhäuser insbesondere der Intensivstationen reduziert.
II.2.5.
Zuschlagskriterien
Preis
II.2.11.
Angaben zu Optionen
Optionen: ja
Beschreibung der Optionen:
Nach Prüfung der Machbarkeit wird der Auftragnehmer dem Auftraggeber in folgenden Bereichen Anpassungs- oder Weiterentwicklungsleistungen bei Bedarf zur Verfügung stellen (anbieten)
1. Regionale Individualisierung der App-Einstellung nach Versorgungskontexten im COVID-19 Bereich.
2. Weitere Schnittstellen zur Verbesserung des Datenim- und -exports.
II.2.13.
Angaben zu Mitteln der Europäischen Union
Der Auftrag steht in Verbindung mit einem Vorhaben und/oder Programm, das aus Mitteln der EU finanziert wird: nein
II.2.14.
Zusätzliche Angaben

Abschnitt IV: Verfahren

IV.1.
Beschreibung
IV.1.1.
Verfahrensart
Auftragsvergabe ohne vorherige Bekanntmachung eines Aufrufs zum Wettbewerb im Amtsblatt der Europäischen Union (für die unten aufgeführten Fälle)
  • Dringende Gründe im Zusammenhang mit für den öffentlichen Auftraggeber unvorhersehbaren Ereignissen, die den strengen Bedingungen der Richtlinie genügen
Erläuterung:
Die Dringlichkeit der Umsetzung eines ambulanten RPM-Systems ergibt sich durch die Notwendigkeit die stationären, insbesondere die intensiv-stationären, Klinikbereiche in aufeinanderfolgenden und unvorhersagbaren Infektionswellen nicht doch noch zu überlasten. Dabei kann das avisierte RPM-System direkt zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Die fehlende digitale Erfassung der Symptomatik von COVID-19 Patienten im ambulanten Bereich birgt die Gefahr der schnellen Überlastung des stationären Systems. In einer Entwicklungspartnerschaft mit HUMA Therapeutics GmbH wurde mit Einrichtungen der Universität Heidelberg eine entsprechende digitale Plattform zur digitalen Fernüberwachung von Patienten und zur übersichtlichen Präsentation der Gesundheitsdaten für Ärzt*innen bedarfsgerecht entwickelt, um den Einsatz im deutschen Gesundheitswesen zu ermöglichen. Die Plattform basiert auf einer digitalen Plattform, die in UK im Rahmen der NHS organisierten Versorgung von COVID-19 Patienten seit dem Frühjahr 2020 zum Einsatz gekommen ist. Die Entwicklung beinhaltet genau die Komponenten, die es für eine BW-weite, flächendeckende Fernüberwachung ambulanter COVID-19 Patienten in der hausärztlichen Betreuung braucht. Über ein Ärzteportal erfolgt für den betreuenden niedergelassenen Arzt die übersichtliche Präsentation der Gesundheitsdaten „seiner“ Patienten. Alle Patientendaten werden in Echtzeit im Portal angezeigt und können im Detail analysiert werden. Die Lösung ist unabhängig von bestehenden PVS-Systemen und -Anbietern und damit flächendeckend in BW einsetzbar. Die Lösung ist konfigurierbar, um Patientendaten zu erfassen und aggregierte Daten für bestimmte medizinische Bedingungen und Patientenkohorten zu generieren. Die Hausärzte in Baden-Württemberg können so eine grössere Anzahl an COVID-19 Patienten gleichzeitig und unter Infektionsschutz-Bedingungen sicher, im häuslichen Umfeld überwachen und zum richtigen Zeitpunkt die notwendigen Maßnahmen einleiten. HUMA hat dabei auf dem Gebiet des Remote Patient Monitoring als einziger Anbieter entsprechende Vorarbeiten vorzuweisen und auch im COVID-19 Kontext dieses System im Rahmen der NHS organisierten Versorgung von COVID-19 Patienten erfolgreich eingesetzt. In UK sind unter Studienbedingungen inzwischen über 1000 Patienten erfolgreich betreut worden und durch frühzeitiges Erkennen kritischer Verläufe bisher kein Patient verstorben. Mit der digitalen Plattform konnten die betreuenden Ärzte ca. 3-4 mal soviel Patienten gleichzeitig betreuen. Mit diesen Vorerfahrungen in der COVID-19 Anwendung sowohl in UK als auch adaptiert an den deutschen Gesundheitskontext und der techn. Zusammenführung aller wichtigen Komponenten eines Remote Patient Monitoring Konzepts in einer Plattform sowie die aus den UK-Vorarbeiten mitgebrachte Erfahrung und damit Möglichkeit zum schnellen Skalieren in Baden-Württemberg machen Anbieterauswahl mit dem Ziel der schnellen und absolut zeitkritischen Umsetzung des Vorhabens „Verwendung von digitalen Fernüberwachungs- und -Behandlungslösungen als wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie in Baden-Württemberg“ (RPM) aus. Ziel dieses Projekts ist es, den neuerlichen starken Anstieg von COVID-19 Infektionen systematisch schon im ambulanten Setting mit häuslichen RPM-Systemen kontrollieren zu können. Über eine rasche flächendeckende, BW-weite Skalierung und Implementierung dieser Corona-Containment Strategie erreicht werden und den Hausärzten ein Steuerungsinstrument in der Begleitung ihrer Covid-19 Patienten an die Hand gegeben werden. Infolgedessen ist Durchführung eines Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahmewettbewerb gemäß § 14 Abs. 4 Nr. 3 VgV zulässig, um einer weiteren Ausbreitung des Pandemie schnellstmöglich entgegenzuwirken (s. hierzu auch Leitlinien der Europäischen Kommission zur Nutzung des Rahmens für die Vergabe öffentlicher Aufträge in der durch die COVID-19-Krise verursachten Notsituation).
IV.1.3.
Angaben zur Rahmenvereinbarung oder zum dynamischen Beschaffungssystem
IV.1.8.
Angaben zum Beschaffungsübereinkommen (GPA)
Der Auftrag fällt unter das Beschaffungsübereinkommen: ja
IV.2.
Verwaltungsangaben
IV.2.8.
Angaben zur Beendigung des dynamischen Beschaffungssystems
IV.2.9.
Angaben zur Beendigung des Aufrufs zum Wettbewerb in Form einer Vorinformation

Abschnitt V: Auftragsvergabe

Auftrags-Nr.: 4500048475
Los-Nr.: 1
Bezeichnung des Auftrags:
Uni-HD.2021.535_COVID-19 Patienten Fernüberwachung
Ein Auftrag/Los wurde vergeben: ja
V.2.
Auftragsvergabe
V.2.1.
Tag des Vertragsabschlusses
25/06/2021
V.2.2.
Angaben zu den Angeboten
Anzahl der eingegangenen Angebote: 1
Der Auftrag wurde an einen Zusammenschluss aus Wirtschaftsteilnehmern vergeben: nein
V.2.3.
Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde
Offizielle Bezeichnung: Huma Therapeutics GmbH
Postanschrift: Raboisen 32
Ort: Hamburg
NUTS-Code: DE6 Hamburg
Postleitzahl: 20095
Land: Deutschland
Der Auftragnehmer ist ein KMU: nein
V.2.4.
Angaben zum Wert des Auftrags/Loses
Ursprünglich veranschlagter Gesamtwert des Auftrags/des Loses: 336 134,00 EUR
Gesamtwert des Auftrags/Loses: 336 134,00 EUR
V.2.5.
Angaben zur Vergabe von Unteraufträgen

Abschnitt VI: Weitere Angaben

VI.3.
Zusätzliche Angaben
VI.4.
Rechtsbehelfsverfahren/Nachprüfungsverfahren
VI.4.1.
Zuständige Stelle für Rechtsbehelfs-/Nachprüfungsverfahren
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer Baden-Württemberg
Postanschrift: Durlacher Allee 100
Ort: Karlsruhe
Postleitzahl: 76137
Land: Deutschland
E-Mail: Vergabekammer@rpk.bwl.de
Telefon: +49 7219268730
Fax: +49 7219263985
Internet-Adresse: https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpk/Abt1/Ref15/Seiten/default.aspx
VI.4.3.
Einlegung von Rechtsbehelfen
Genaue Angaben zu den Fristen für die Einlegung von Rechtsbehelfen:
Es wird ausdrücklich auf die Ausschlussfrist nach § 160 Abs. 3 Nr. 4 GWB hingewiesen: „Der Antrag ist unzulässig, soweit mehr als 15 Kalendertage nach Eingang der Mitteilung des Auftraggebers, einer Rüge nicht abhelfen zu wollen, vergangen sind.“
VI.5.
Tag der Absendung dieser Bekanntmachung
06/07/2021