Beschreibung der Beschaffung
Es sollen die Leistung der Planung und Ausstattung des Wassersportmuseums in Grünau an einen Generalübernehmer vergeben werden.
Der Auftraggeber beabsichtigt, für die Ausstellungsgestaltung der Dauerausstellung Planungsleistungen in Anlehnung an die HOAS in der Fassung 2019 die Leistungsphasen 1-7 zu vergeben. Als Generalübernehmer ist der Gestalter auch für die Ausführungs- und Realisierungsleistungen verantwortlich, verauslagt oder unterbeauftragt diese in enger Absprache mit dem Auftraggeber. Ihm obliegt die bauliche Überwachung und schließlich die Mitwirkung an der Abnahme sowie eine transparente Aufstellung aller Kosten.
Des Weiteren beinhaltet der Auftrag folgende Leistungen:
- Entwicklung des Gestaltungskonzepts inkl. Grafik-, Beleuchtungs- und Medienkonzepts
- Berücksichtigung von Vorgaben des Denkmalschutzes
- Entwurfs- und Ausführungsplanung mit Szenografie
- Möblierungsplanung
- Barrierefreie Gestaltung inkl. Blindenleitsystem
- Ausführungs- und Realisierungsleistungen
- Bauliche Überwachung
- Mitwirkung an der Abnahme
- Transparente Kostenaufstellung
- Planung von und Ausstattung mit Ausstellungstechnik (Licht, Vorrichtungen für Objekthängungen) für die Sonderausstellungsfläche
Seit mehr als 30 Jahren widmet sich das Grünauer Wassersportmuseum als einzige museale Einrichtung in Deutschland der Geschichte des Wasserfahrsports. Aus einer privaten Sammlung hervorgegangen, wurde es 1996 der Stadt Berlin übereignet. Seit 2010 ist das Haus in der Trägerschaft des Landes Berlin (Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport) und Teil des Sportmuseums Berlin. Das Wassersportmuseum umfasst die Dauerausstellung mit 280 qm in zwei angrenzenden Ausstellungsbereichen sowie eine Sonderausstellungsfläche mit 185 qm.
Die völlig neu konzipierte und in fünf Themenbereiche gegliederte Dauerausstellung soll auf rund 280 qm Lokalgeschichte (Grünau, Berlin) mit globalhistorischen Ereignissen (Olympia 1936) verknüpfen. Dabei sollen Aspekte wie die Entwicklung des Wassersports vom elitären Freizeitvergnügen über emanzipatorische Bewegungen wie Arbeiter- und Frauensportvereine oder die Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Wassersportler:innen hin zum heutigen Phänomen des Breitensports aufgegriffen werden. Die Eröffnung der Dauerausstellung soll voraussichtlich Ende 2023/Anfang 2024 erfolgen.
Die zahlreichen Exponate werden durch Medien- bzw. Hands-on-Stationen ergänzt. Das Grünauer Wassersportmuseum strebt eine Barrierefreiheit sowie die Integration von Blindenleitsystem, Tast- und Hörstationen an. Die Texte sind in deutscher, englischer sowie leichter Sprache vorgesehen.
Der Bieter sollte in den letzten fünf Jahren (2017-2022) vier Ausstellungen in ähnlicher Größe zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht, d.h. eröffnet haben. Darunter sollten auch Projekte mit denkmalgeschützten Gebäuden, also unter Einbehaltung denkmalschützender Vorgaben, realisiert worden sein. Des Weiteren sollte der Auftragnehmer Erfahrungen mit inklusiven und partizipativen Vermittlungskonzepten sowie medialen Inszenierungen haben.
Derzeit wird die denkmalgeschützte Regattatribüne auf dem historischen Regattagelände in Berlin-Grünau durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick im Rahmen einer umfassenden Sanierungsmaßnahme ertüchtigt. Die Arbeiten an der Außenhülle sollen im 2. Quartal 2022, der Innenausbau voraussichtlich Mitte 2023 beendet sein. Künftige Nutzer sind neben dem Sportamt des Bezirks der Ortsverein Grünau, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und – im zentralen Bereich des Gebäudes – das Grünauer Wassersportmuseum.
Ein Brandschutzkonzept liegt vor und ist vom Auftragnehmer zu berücksichtigen.
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster aus der HAOS.
Die Planungs- und Arbeitssprache ist deutsch.