Der Auftraggeber wurde als Konsortium zu dem Zweck gegründet, eine einheitliche bibliothekarische Infrastruktur im nordrhein-westfälischen Bibliotheksverbund unter Abbildung von kooperativen und lokalen Workflows (ehemals Lokalsystem und Verbunddatenbank) einzuführen. Hierzu hat der Auftraggeber im Rahmen eines früheren EU-weiten Vergabeverfahrens am 04.09.2019 einen Systemüberlassungsvertrag mit der Fa. Ex Libris (Deutschland) GmbH (nachfolgend „Ex Libris“) zur Implementierung des Systems ALMA abgeschlossen. Der Campus Landau der Universität Koblenz-Landau wird mit Wirkung zum 01.01.2023 aus
der Universität Koblenz entflochten. Die Universität Koblenz bildet ab dem 01.01.2023 eine eigenständige Universität ohne den Standort Landau. Die bisherige Universität Koblenz-Landau gehört zum hbz-Verbund. Der Systemüberlassungsvertrag soll nunmehr auf die Universität Koblenz erweitert werden. Hierzu ist in dem mit Ex Libris abgeschlossenen Systemüberlassungsvertrag eine Erweiterungsoption vorgesehen, die die Integration weiterer wissenschaftlicher Bibliotheken zu im Einzelnen geregelten Konditionen zulässt. Diese Option soll hierzu in Anspruch genommen werden (§ 132 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 GWB). Unabhängig davon wäre ein Wechsel des Auftragnehmers aus technischen Gründen nicht möglich. Eine Schnittstelle zum System ALMA, durch die auch Systeme anderer Anbieter integriert und angeschlossen werden können, existiert nicht und ist auch nicht geplant. Die Versorgung der Universität Koblenz mit einem Bibliotheksmanagementsystem mit der Möglichkeit zur weiteren Teilnahme am hbz-Verbund ist nur möglich mit einer Implementierung des Systems der Fa. Ex Libris. Die Erweiterung des Systemüberlassungsvertrages mit der Fa. Ex Libris auf die Universität Koblenz ist daher auch nach § 132 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 GWB ohne Durchführung eines erneuten Vergabeverfahrens möglich.
Daher war kein neues Vergabeverfahren durchzuführen.