Kurze Beschreibung
Durch die zustandsbasierte und prädiktive Instandhaltung können im Schienengüterverkehr (SGV) voraussichtlich rund 20 % der Instandhaltungskosten eingespart werden. Condition Monitoring (CM) ist die notwendige Basis für die zustandsorientierte und prädiktive Instandhaltung. Die mit der digitalen automatischen Kupplung (DAK) einhergehende Ausrüstung der Güterzüge mit Strom- und Datenleitungen in Verbindung mit kostengünstiger Sensorik am Markt fördert die zunehmend wirtschaftliche Einführung von CM-Systemen im Güterverkehr. Wissenschaftliche Untersuchungen und marktreife CM-Systeme konzentrieren sich jedoch mehrheitlich auf die Überwachung einzelner Zustandsgrößen von Fahrzeugen. Gesamtheitlich abgestimmte Ausrüstungskonzepte von Güterwagen, welche ausgewählte Schadensszenarien berücksichtigen und ungewollte Redundanzen vermeiden, sind bislang nicht ausreichend untersucht.
Das Forschungsziel ist deshalb ein bewerteter Überblick über Mindestausrüstungskonzepte von Güterwagen mit CM-Systemen in Abhängigkeit vom angestrebten Grad der Schadensprävention. Die Mindestausrüstungskonzepte sollen hinsichtlich technischen und finanziellen Aufwänden unter Berücksichtigung des sekundären Mehrwerts (z. B. Verwendung von Beschleunigungssensoren zur präziseren Geschwindigkeitsmessung) bestmöglich bewertet und Empfehlungen abgeleitet werden.
Das Forschungsergebnis soll außerdem begründete Empfehlungen enthalten, wie ein vertrauensvoller Austausch von gewonnenen CM-Daten zwischen den Betreibern, Lieferanten und anderen Beteiligten erfolgen kann. Ausgehend von dem rechtlichen Rahmen sollen Hürden sowie Interessenskonflikte innerhalb der Bahnbranche betrachtet und potentielle Ansätze oder bereits verbreitete Konzepte zum Datenaustausch – auch im Hinblick auf die technische Umsetzung der vertraglichen Vereinbarungen – empfohlen werden.