Beschreibung der Beschaffung
Im Rahmen von dtec.bw MORE beabsichtigt die UniBw M, die direkten Emissionen von Fahrzeugbremsen und Reifen zu untersuchen. Hierfür wird ein leistungsstarkes Feldemissions-Rasterelektronenmikroskop (FE-SEM) mit entsprechenden Elektronendetektoren benötigt. Gleichzeitig ist die chemische Elementzusammensetzung der Partikel mittels energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDX) zu bestimmen. Aufgrund der Komplexität und Vielfältigkeit der Partikelproben muss das Gesamtsystem in der Lage sein eine KI-basierte automatisierte Bildanalyse inklusive chemischer Elementbestimmung mit nachgeschalteter Segmentierung und Datenauswertung durchzuführen.
Das Gesamtmesssystem muss folgende Anforderungen erfüllen:
I. Grundgerät Feldemissions-Rasterelektronenmikroskop (FE-SEM).
1. Vergrößerungsbereich von 8 x bis mindestens 2.000.000 x.
2. Probenstrom 3 pA bis 20 nA.
3. Beschleunigungsspannung 0,02 bis mindestens 30 kV, variabel einstellbar in 10 V Schritten.
4. Autofokus muss innerhalb weniger Sekunden die Bildebene fokussieren,
5. Probenkammer mindestens 360 x 270 mm,
6. Verzerrungsfreies Scanfeld dh mindestens 5 mm verzerrungsfreies Field of View bei 5 kV und Working Distance 8,5 mm.
7. Scangenerator mit 16 bit Graustufen.
8. Aufnahme von Probengrößen von bis zu 170 mm auf einer euzentrischen Probenbühne mit motorisierten Verfahrenswegen und Rotation von 360o.
II. Detektoren
1. Kammer-Sekundärelektronen (SE) Detektor mit Auflösung 0,7 nm bei 15 kV und 1,2 nm bei 1 kV bei variablen Kammerdruck bis 500 Pa in 1 Pa Schritten.
2. Rückstreuelektronen (BSE) Detektor bei variablen Kammerdruck bis 500 Pa in 1 Pa Schritten.
3. Annularer, in der Säule platzierter (Inlens) SE Detektor bis mindestens 150 Pa Kammer-druck mit Auflösung 1,4 nm bei 3 kV und 1 nm bei 15 kV.
4. Energieselektiver Inlens BSE Detektor (EsB) bis mindestens 150 Pa Kammerdruck.
5. Vollständige Trennung von Inlens SE und Inlens BSE sowie Inlens SE und Kammer SE bei paralleler Detektion muss möglich sein um hochauflösende Topografie- und Materialkontrastaufnahmen simultan durchführen zu können.
6. Die Inlens Detektoren müssen ein von Topographie und Kippzustand der Probe unabhängiges Signal/Rausch-Verhältnis erlauben.
7. Alle Auflösungswerte werden ohne Anlegung einer elektrischen Gegenspannung an der Probe erreicht.
8. Zerstörungsfreie Analyse muss möglich sein dh ohne Beschichtung nichtleitender Probenoberflächen mit leitenden Materialien.
9. Reduzierung von Aufladungseffekten nichtleitender Proben muss gewährleistet sein, so dass keine Beschichtung mit leitenden Materialien notwendig ist.
10. Bei Betrieb mit höheren Drücken darf sich die Auflösung gegenüber Aufnahmen im Vakuum nicht verschlechtern.
11. Objektiv-Linsen Design für reduziertes Magnetfeld auf Probenoberfläche.
12. Aufnahme von di-, para- und ferromagnetischen Proben mit Auflösung unter 4 nm.
13. EDS Detektor für Elementanalyse.
III. Bildaufnahme und Software
1. Automatische Bildanalyse durch machine learning (KI).
2. Automatische Kachelaufnahmen.
3. Automatisierte Bildsegmentierung und Datenauswertung.
4. Module für die Materialanalyse z. B. Korngrößenanalyse und Schichtdickenmessung.
5. Integration, Korrelation und Visualisierung von Ergebnissen komplementärer abbildender und analytischer Methoden auch anderer Hersteller, z. B. für optische Mikroskopie und Raman-Spektroskopie, durch geeignete Software-Module.
6. Phython Scripting für Ansteuerung des Systems muss möglich sein.