Beschreibung der Beschaffung
Die Region Hannover hat einen Prozess für die Modernisierung des nachfrageorientierten ergänzenden ÖPNV-Angebotes auf der dritten Bedienungsebene, der sogenannten Verteilungsebene, im Umland der Region Hannover gestartet. Ziel ist ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für die Verteilungsebene unter Berücksichtigung der Funktionen und Verknüpfungen zu den beiden übergeordneten Bedienungsebenen anzubieten. Dabei sollen die Standards des Nahverkehrsplans (NVP) der Region Hannover (hier im Wesentlichen der Hannover Standard und die Standards zur Barrierefreiheit) Richtschnur für das Angebot bleiben. Das Angebot soll Teil des integrierten ÖPNV-Systems sein und voll in den Verkehrsverbund GVH mit seinem Verbundtarif integriert werden.
Das Vorgehen ist als Transformationsprozess geplant. Das neue Angebot soll nicht ausschließlich „On Top“ angeboten werden. Stattdessen sind Teile des heutigen Angebotes unter Berücksichtigung der dafür aufgebrachten gemeinwirtschaftlichen Ausgleichszahlungen in modifizierte Angebotsstrukturen zu überführen. Damit soll ein Prozess gestartet werden dem Wunsch der Bevölkerung im Umland nach einem deutlich attraktiveren ÖPNV nachzukommen. Leitgedanke ist dabei das Nebeneinander von attraktiven Linienverkehren auf den Hauptachsen und einem flexiblen und hoch anwenderfreundlichen Bedarfsverkehrssystem für die Zwischenräume.
In einer Machbarkeitsuntersuchung hat die Region Hannover ihr Umlandbereich im Hinblick auf die Realisierungsmöglichkeiten von sogenannten „On Demand Systemen“ untersuchen lassen. In der Folge wurde mit „sprinti“ ein On-Demand-Verkehr (ODV) eingeführt. In Abstimmung mit den kommunalen Verkehrsunternehmen ÜSTRA und regiobus sind die drei Kommunen Sehnde, Springe und Wedemark herausgearbeitet worden, in denen seit Juni 2021 ein Pilotbetrieb läuft. Aufgrund des positiven Verlaufs des Pilotbetriebs ist nun eine Ausweitung des sprinti auf alle 12 Kommunen der Tarifzone C sowie vereinzelte Gebiete in den Tarifzonen A und B in der Region Hannover im direkten Anschluss an die Pilotphase vorgesehen. Zur Integration von sprinti in den 12 Kommunen ist ein Modell angedacht, welches auf zwei Bausteinen beruht. In einem Baustein ist vorgesehen, dass der Auftraggeber circa 20 Fahrzeuge mit einem Fahrgastvolumen von ca. 16 Sitzplätzen beschafft und das Fahrpersonal für diesen Bustyp selbst stellt. Beim anderen Baustein sieht der Auftraggeber circa 100 Fahrzeuge à sechs Sitze (fünf bei E-Fahrzeugen) vor, wobei sowohl die Fahrzeuge, das Personal und der Betrieb im Rahmen einer Komplettvergabe von einem externen Unternehmen gestellt bzw. durchgeführt werden. Für beide Bausteine wird die Buchungs- und Dispositionssoftware im Rahmen dieser Ausschreibung einheitlich vergeben.