Kurze Beschreibung
Das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe hat im Auftrag des Gemeinderates im Jahr 2020 mit einem Pilotversuch begonnen, um ein neues Mahdkonzept zur Förderung der Biodiversität zu entwickeln. Das Mahdkonzept soll schrittweise umgesetzt werden. Zunächst werden Pflegearbeiten begrenzt auf die Jahre 2022 und 2023 zur Pflege von 45 ha Wiesenflächen ausgeschrieben (im nach-folgendem auch „Naturnahe Mahd“ genannt). Die Pflegearbeiten wurden auf 4 Flächenlose mit den Nummern 30, 31, 32 und 33 verteilt, damit sollen kleinere Firmen angesprochen werden, die sich auf eine naturnahe Pflege von Flächen spezialisiert haben. Die Firmen können für mehrere oder alle Lose ein Angebot abgeben, jedoch ist die Zuteilung auf maximal 2 Lose begrenzt.
In der Ausschreibung sind 2 Mahdmuster für die naturnahe Pflege vorgesehen:
— Inselmahdmuster mit Grüngutaufnahme: Bei der Inselmahd sind bei jedem Arbeitsgang die Hälfte der Fläche zu mähen. Mit diesem Vorgehen bleiben über das gesamte Jahr hinweg blühende Bereiche mit Langgras als Lebensraum für die Insekten und Kleinsttiere bestehen. Bei jedem Wiesenschnitt muss das Grüngut aufgenommen werden, um dem Boden den Nährstoff zu entziehen.
— Streifenmahd mit Grüngutaufnahme: Für die 2-reihige Streifenmahd werden mit dem Mähgerät 80-160 cm breite Bahnen gezogen. Bei jedem Mahdvorgang werden die Bahnen gewechselt, so dass während der gesamten Vegetationsperiode Wiesenstreifen mit Blütenpflanzen und mit hohen Grashalmen stehen bleiben und den Insekten und Tieren als Nektarquelle, Fluchtort oder Brutstätte dienen. Die Aufnahme des Grüngutes ist auch bei der Streifenmahd bei jedem Mahdgang erforderlich.
Zur naturnahen Pflege der Flächen gehört auch die Aufnahme des Laubes auf den Inselmahd-Flächen. Im Spätherbst wird 1 x das Laub auf den gemähten Abschnitten der Inselmahd-Flächen aufgenommen und auf einem der städtischen Kompostplätzen entsorgt. Auf den Streifenmahd-Flächen ist hingegen eine Laufaufnahme nicht erforderlich.
Die Flächenbezirke sind für die Steuerung der Pflegeleistungen verantwortlich. Im Frühjahr werden jeweils die einzelnen Arbeitsgänge der Pflegeleistungen grob geplant und während der Pflegesaison verfeinert. Die konkreten Arbeitsgänge werden im Einzelnen ausgearbeitet und frühzeitig mit den Pflegefirmen abgestimmt. Die Flächenbezirke sind für die Steuerung der Pflegeleistungen verantwortlich und sind während der gesamten Vertragsdauer die Ansprechpartner für die Pflegefirmen.
Die Menge der anfallenden Pflegearbeiten sind in den einzelnen Losen unterschiedlich und können sich jährlich aufgrund von Neubaugebieten, Baustellen oder Zuweisungen einer anderen Pflegekategorie für eine bestimmte Pflegeleistungen ändern. Die Pflegefirmen erhalten stets Anfang des Jahres für jedes der Lose die aktualisierten Pflege- und Laubpläne sowie die Mengenangaben in sogenannten Flächennachweisen.