Beschreibung der Beschaffung
Entsprechend dieser Beschreibung besteht die primäre Aufgabe eines MeDIC in der Unterstützung von Forschungsarbeiten. Patient:innen können während der Behandlung/des Aufenthaltes dazu einwilligen, dass Ihre erhobenen Behandlungsdaten aus der Versorgungsdomäne in den Forschungsbereich des MeDIC überführt werden. Dabei werden die Daten im MeDIC in strukturierten Formaten (HL7 FHIR, openEHR) gespeichert, semantisch normiert und mit Hilfe von Terminologien, wie SNOMED CT und LOINC annotiert.
Angehörige Forscher:innen am Standort werden anschließend dazu befähigt die pseudonymisierten oder anonymisierten Daten mit Relevanz zu ihren Forschungsfragen anzufragen. Im ersten Schritt erhalten Forscher:innen Zugang zu den Routine- und Versorgungsdaten, die am Standort erhoben wurden. In weiteren Ausbaustufen und im Verlauf der MII erfolgt die Vernetzung der einzelnen MeDIC Standorte miteinander. Diese erfolgt erst innerhalb der MII-Konsortien und perspektivisch zwischen allen etablierten MeDIC-Standorten der MII. Durch die Vernetzung der MeDIC-Standorte steht dadurch eine größere Anzahl an Datensätze zur Verfügung, die auch die Untersuchung von seltenen Krankheiten ermöglichen.
Neben der grundsätzlichen Verbesserung der Digitalisierung und Interoperabilität in den Kliniken stehen in jedem Konsortium mehrere medizinisch-fachliche Use-Cases zur ganz konkreten Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patient:innen im Fokus. Unter dem Begriff Use-Case werden Anwendungsfälle und die Abläufe bzw. Szenarien, die in diesen Anwendungsfällen auftreten sowie die Interaktionen zwischen Akteuren und (Software)Systemen zusammengefasst. Das Carl-Thiem-Klinikum und die Thiem-Research GmbH haben sich dabei für die Umsetzung des Use-Cases "Kardiologie" des HiGHmed Konsortiums entschieden. In diesem sollen mobile Diagnosetechnologien für die Langzeitbeobachtung von Herzinsuffizienzpatient:innen erprobt werden. Das CTK und die TRS werden diesen Use-Case mit zusätzlicher standortspezifischer Messtechnik umsetzen und damit eine höhere Datenqualität erhalten.
Hierbei geht es um die Beschaffung einer interoperablen IT-Systemlandschaft für die Mitwirkung im HiGHmed Konsortium und die Durchführung weiterer Forschungsvorhaben. Diese Systeme sollen aus den folgenden Komponenten bestehen: IHE XDS-Affinity Domain, eine Systemkomponente zur Patienten-ID Verwaltung (Master Patient Index - MPI), Systeme zur Zugriffs-, Berechtigungssteuerung und Konsentverwaltung und einer Komponente zur Wandlung von strukturierten medizinischen Informationen in Form von gängigen medizinischen Kommunikationsstandards (HL7, HL7 FHIR, openEHR), sowie optional die Bereitstellung und Anbindung eines Terminologieservers und eines FHIR-konformen Clinical Data Repository (CDR).