Die in der Apotheke zum Taxieren der Muster 16 Rezepte bisher genutzte Software ataxx, die auch für
Großhandelbestellung verwendet wurde/wird, wird das E-Rezept gar nicht unterstützen und musste
abgelöst werden.
Es wurde rechtezeitig nach einer passenden, SAP-basierten Lösung gesucht, die die bisherigen Prozesse
bei der ambulanten Rezeptabrechnung signifikant verbessern würde. Eine SAP-basierte Lösung bietet,
im Gegensatz zur ataxx-Lösung, eine direkte IS-H Schnittstelle zum Fall, automatische Umbuchung von
rezeptierten Arzneimitteln (Entlastung von Kostenstellen), Möglichkeit einer direkten Abrechnung usw.,
die vorher nicht vorhanden war. Insbesondere sollte zukünftig auch das E-Rezept mit dieser Logik
unterstützt werden.
Die Softwarelösungen der deutschen Krankenhäuser sind leider extrem divers. Insbesondere vor dem Hintergrund der speziellen deutschen Abrechnungsregeln, die auf Landesebenen noch unterschiedlich ausfallen, gibt es keine
fertige Softwarelösung-Angebote.
Über die ADKA-Community der deutschen Krankenhausapotheker wurde der Markt in 2019/20 geprüft.
Die Infrastruktur sowie die betriebswirtschaftlichen SAP-Module in Dresden sind bis auf
Herstellungssoftware vergleichbar mit Heidelberg. Nach Austausch und Beratungen mit den Dresdner
Kollegen wurde die in der dortigen Klinikapotheke entwickelte adaptierte Lösung des APM-Moduls der
Fa. snap Consulting passend zu den Anforderungen am Universitätsklinikum Heidelberg sowohl in
Hinsicht der Infrastruktur als auch in Hinsicht der Prozessunterstützung eingeschätzt.
Auf Basis dieser Marktrecherche wurde Ende 2021 die SAP-Lösung „APM“ der Firma „snap consulting“
beschafft (SAP-APM = SAP Apothekenmanagement). Ziel war die Ablösung der bisherigen
Arzneimitteltaxierung, um zukünftige Anforderungen, insbesondere in der Abrechnung von ERezepten,
erfüllen zu können.
Bei den Abrechnungen von E-Rezepten gibt es zusätzlich die technische Anforderung der Übertragung
eines Rezeptes vom Arzt in die Apotheke mit Ausschluss des Patienten selbst (Direktworkflow). Hierfür
stehen verschiedene Wege zur Verfügung, die mit der „Gesellschaft für Telematikanwendungen der
Gesundheitskarte“ (gematik) im Juni 2023 konsolidiert wurden. Neben KIM-Nachrichten, für die noch
keine Lösung implementiert ist, dürfen Häuser auch eigene sichere Schnittstellen betreiben. Das steht
für das Klinikum wesentlich schneller zur Verfügung und ist sowohl technisch als auch für die
Anwender wesentlich einfacher zu handhaben und im Prozess zu integrieren.
Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auf die Erweiterung der o.g. APM-Lösung in Hinblick auf das ERezept,
die nur vom Hersteller snap consulting angeboten wird.
Die Firma snap Consulting war bisher bei allen bereits produktiven Installationen in der Bundesrepublik
Deutschland der Implementierungspartner und betreut bis heute neben diversen
Krankenhausverbünden auch die Universitätsklinika. Insbesondere haben sich bereits in der
Vergangenheit viele UKs mit SAP-Betriebssystem für die Lösung SAP APM, SAP VPM, SAP PTR
entschieden, z.B. UM Greifswald, UM Rostock, UK Münster, UK Aachen UK Düsseldorf, UK Köln, UK
Dresden, UK Jena, UK Frankfurt, UM Mainz. Die daraus erworbenen fachlichen und systemseitigen
Synergien werden in vollem Umfang auch dem Universitätsklinikum Heidelberg in Form von
qualifizierten Beraterkonzepten zur Verfügung stehen.
Die Firma snap Consulting war auch bereits in der Vergangenheit in der Apotheke in diversen
Implementierungsprojekten eingebunden und kennt somit die Heidelberger Prozess- und die ITLandschaft
und kann damit zeitnah mit der Implementierung anfangen (siehe Zeitplan).
Dies war insbesondere ausschlaggebend für die o.g. Einführung der SAP-APM-Lösung, was die nun zu
beschaffende E-Rezept-Erweiterung der APM-Lösung über Fa. snap Consulting alternativlos macht.