Bei den Anwendungen Visum und Vissim handelt es sich um Grundlagensoftware für
Verkehrsprognosen, welche für die meisten Planungsvorhaben im Rahmen der verkehrlichen Betrachtung erforderlich sind.
Bei der Autobahn werden derzeit Maßnahmen in unterschiedlichen Planungsphasen mit PTV Visum und Vissim (Eigenplanungen und Fremdplanungen) bearbeitet, hierunter befinden sich auch Großprojekte von hohem öffentlichem Interesse wie der Ausbau des Autobahnrings A 99 oder A 8 Ost.
Aufgrund der oben beschriebenen Probleme der Migration wäre aus fachlicher Sicht eine Umstellung von PTV Visum und Vissim auf neue Software bei laufenden Projekten, wenn überhaupt, nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand, Fehlerpotentialen und Risiken bis zum Verlust relevanter Projektdaten realisierbar. Es wäre mit einem hohen Nachbearbeitungsaufwand fehlerhaft umgesetzter
Daten zu rechnen.
Der aus dem Datenverlust resultierende Nachbearbeitungsaufwand, bei einem Wechsel der Anwendung, hätte bei der zeitkritischen Planungsverfahren zur Folge, dass die benötigten Informationen und für die nächsten Planungsphasen relevanten Grundlagendaten nicht bereitgestellt werden könnten. So könnte es neben einem erheblich behindertem Bauablauf im schlimmsten Fall auch zu einem Verfahrensstopp sowie Vertragsstrafen bei Partnern und Zulieferern kommen. Neben
den potenziellen Behinderungen führen Verzögerungen in jeder Planungsphase wiederum zu Verzögerungen bei wichtigen Maßnahmen zur Sanierung oder Engpassbeseitigung. Die eingeschränkten Personalressourcen der Niederlassung sind nicht auf einen solchen Mehraufwand eingestellt, sodass Verzögerungen und Zusatzaufgaben durch Schulungs- und Migrationsaufwand zu einer Kettenreaktion in den folgenden Projekten führen würden. Neben der potenziellen Gefährdung
der Straßenverkehrssicherheit und unkalkulierbaren Kosten könnten diese Verzögerungen auch zu Imageschäden der Autobahn GmbH des Bundes in der öffentlichen Wahrnehmung führen.