Die Anzahl wissenschaftlicher Projekte, in deren Rahmen am MPI biologische Proben mittels in situ cryo-Elektronentomografie (cryoET) untersucht werden, wächst stetig. Für die in situ cryoET werden mittels cryoFIB („focussed ion beam“) dünne Lamellen von vitrifizierten Zellsystemen angefertigt. Diese zeitaufwendige Probenpräparationsmethode limitiert derzeit am MPI den Durchsatz von cryoET-Projekten erheblich. Die Abteilung Molekulare Soziologie hat daher ein Gerät für die Herstellung von Cryo-FIB-Lamellen mit höchstmöglichem Durchsatz bestellt. Folgende Alleinstellungsmerkmale des Thermo Scientific Arctis cryo-Plasma-FIB schliessen in ihrer Summe vergleichbare Angebote am Markt aus und haben zur Entscheidung für das Arctis geführt:
Höchstmöglicher Durchsatz bei der Herstellung von Cryo-FIB-Lamellen für effizienten Zugang einer möglichst grossen Nutzergruppe zum Gerät; dies ist am Arctis cryo-PFIB verwirklicht durch:
• Automatischen Probenwechsler (Autoloader) zum kontaminationsfreien Laden und Entladen von Probenkassetten mit bis zu 12 Probenhaltern (AutoGrids oder FIB-AutoGrids) mittels eines Roboters unter Kryo-Bedingungen.
• Eine multi-Ionen Plasma-FIB-Quelle, die schnelles Wechseln (ca 10 Minuten) zwischen Xenon, Argon oder Sauerstoff-Ionenstrahlen erlaubt. Dies ermöglicht Anpassung der Arbeitsbedingungen sowohl für das Bearbeiten grosser Probenvolumina als auch für Präzisionsbearbeitung.
• Speziell entwickelte Software zur Automatisierung der Präparation von in-situ cryo-Lamellen preparation für cryoET
Geringstmögliche Kontamination von Kryo-Proben durch Eiskristalle; dies wird am Arctis cryo-PFIB verwirklicht durch:
• Neuartige Vakuum-Probenkammer, speziell entwickelt für die kontaminationsfreie Herstellung von cryo-FIB Lamellen aus biologischen Proben für deren Untersuchung mittels in situ cryo-Elektronentomografie (Kammerdruck <5 × 10-5 Pa unter Kryo-Bedingungen).
• Benutzerfreundlicher und kontaminationsfreier Transfer vitrifizierter Proben zwischen verschiedenen Geräten, die im cryoET-Workflow zum Einsatz kommen; dies ist im Arctis cryo-PFIB verwirklicht durch Kompatibilität von Autoloader-Probenträgern und Transferbehältern mit bereits am Institut vorhandenen Geräten (Krios G4, G3i und G2 300kV cryoTEMs, Glacios 200kV cryoTEM).
Gezieltes Auffinden von Zielstrukturen für cryo-Lamellen in biologischen Proben mittels integriertem Fluoreszenzmikroskop.
• Im Lieferumfang des Arctis cryo-PFIB is ein “iFLM” Korrelatives Fluoreszenzmikroskop beinhaltet, das das gezielte Identifizieren und Ansteuern von Zielstrukturen erlaubt. Das iFLM ermöglicht Aufnahme von Fluoreszenzbildern am Koinzidenzpunkt von Elektronen- und Ionenstrahl. Die Probenbühne (“CompuStage”) kann um 180° gedreht werden, so dass Fluoreszenzsignale einer Probe mit grossem Volumen effizient detektiert werden können.
Einfache, reproduzierbare Handhabung:
• Neu entwickelte Probenhalter (“TomoGrids”), deren Geometrie einen rotationsfreien Transfer ins cryoTEM erlaubt.
• Optionales Heizsystem, dass die Dekontaminierung des Geräts nach Bearbeitung von Proben mit höherer biolog. Sicherheitsstufe erlaubt.
• Gerät kann nach Beladen der Proben für den gesamten Präparationsvorgang über die Nutzeroberfläche ferngesteuert werden.
Der oben beschriebene Sachverhalt rechtfertigt eine Verhandlungsvergabe ohne Teilnahmewettbewerb nach VgV §14, Abs.4.