Beschreibung der Beschaffung
Die Stadtverkehr Lübeck GmbH (SL) betreibt den öffentlichen Personennahverkehr in Lübeck und der näheren Umgebung sowie die Priwallfähren. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 500 Mitarbeiter und gehört zusammen mit der Stadtwerke Lübeck Holding GmbH und der Stadtwerke Lübeck GmbH zu den größten Arbeitgebern Schleswig-Holsteins. Gesellschafter ist zu 100% die Stadtwerke Lübeck Holding GmbH. Die Tochtergesellschaft des Stadtverkehrs ist die Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft mbH.
Zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Priwallfähren ist die Beschaffung einer dritten Wagenfähre Gegenstand dieser Ausschreibung. Es soll ein modernes und umweltfreundliches Fährschiff zur Querung der Trave zwischen Travemünde und dem Priwall gebaut werden.
Der jetzige Fährbetrieb zwischen den Traveufern erfolgt durch die vorhandenen Fährschiffe MS "Pötenitz" und MS "Travemünde". Die Fähren besitzen jeweils eine Personenkapazität von 300 Passagieren und eine Ladekapazität von 18 Pkws bzw. 12 plus 2 Lkw à 45 t. Des Weiteren können sich während der Überfahrten links und rechts neben den Fahrspuren Fußgänger, Fahrradfahrer und Rollstuhlfahrer etc. aufhalten. Es besteht ein barrierefreier Zugang.
Das zukunftsfähige Antriebssystem soll ein batteriegestütztes, dieselelektrisches System sein, wobei die Batteriesysteme als Hauptenergielieferanten für 2 elektrische Voith-Schneider-Propeller dienen. Das automatisierte Nachladen der Batteriesysteme erfolgt über einen Dieselgenerator während der Fahr- oder Liegezeit, wobei die tagesbezogene Einsatzzeit des Dieselgenerators in etwa 50 % der tagesbezogenen Einsatzzeit der Fähre beträgt.
Parallel wird eine konventionelle Landlademöglichkeit mittels Kabelverbindung vorgesehen, über die die Batteriesysteme während der Nachtliegezeit zusätzlich geladen werden können. Für die optionale, zukünftige Integration eines Pantografensystems sollen ggf. Anschlussmöglichkeiten auf der Steuerbordseite des Schiffes vorgesehen werden. Ebenso werden an Bord der Fähre Photovoltaikanlagen installiert, welche die Erzeugung elektrischer Energie an Bord unterstützen bzw. elektrische Teilsysteme speisen sollen.
Das zu realisierende Fährschiffkonzept weist als Fähigkeitsmerkmal sowohl die Vorbereitung zur wasserstoffbasierten Energieerzeugung als auch einer Energieerzeugung auf Basis von synthetischem Methan auf. Die Energieerzeugung des Schiffes soll entweder auf Brennstoffzellen oder einen Generator mit Wasserstoffverbrennungsmotor umrüstbar sein. In gleicher Weise steht alternativ die künftige Verwendung von synthetischem, CO2-neutralem Methan in Rede.