Beschreibung der Beschaffung
Der Verformungswiderstand von Walzasphalten wurde in vielen einzelvertraglichen Regelungen mit dem Prüfverfahren gemäß TP Asphalt-StB, Teil 25 B1 „Einaxialer Druck-Schwellversuch“ nachgewiesen und bewertet. Für dieses Prüfverfahren existiert somit ein langjähriger empirischer Erfahrungshintergrund (z.B. Karcher 2005), der für Versuchsergebnisse gilt, welche an Marshall-Probekörpern bestimmt wurden. Die bei der Probekörperherstellung angewendete schlagende Verdichtung in eine starre Verdichtungsform bewirkt jedoch einen um ein Vielfaches höheren Verformungswiderstand als bei praxisgerechten Probekörpern, welche aus walzverdichteten Befestigungen bzw. Asphalt-Probeplatten gebohrt werden. Bei der letzten Überarbeitung in 2019 wurde die o.g. Prüfvorschrift dahingehend angepasst, dass die Prüfung zukünftig nur an walzverdichteten Probekörpern durchgeführt werden soll.
Darüber hinaus entsprechen die Beanspruchungsbedingungen im o.g. Prüfverfahren nicht den Beanspruchungen des Asphaltes in der Straßenbefestigung. Zum einen fehlt eine radiale Spannungskomponente, welche durch die Stützwirkung umgebenden Materials in-situ gegeben ist. Zum anderen fehlen horizontale Spannungskomponenten, die in der Befestigung ein seitliches Ausweichen des Probekörpers begünstigen. Dies führt zu einer Beeinflussung der Prüfergebnisse durch das Gesteinskörnungsgerüst des geprüften Asphaltes, was zu unterschiedlichen Bewertungsniveaus in Abhängigkeit der geprüften Asphaltart führt.
Ziel des Projektes ist die Erarbeitung eines Vorschlages für das technische Regelwerk, das eine insgesamt praxisgerechte Bewertung des Widerstandes gegen bleibende Verformungen bei Wärme ermöglicht. Auch Anforderungswerten für diese Performance-Eigenschaft sollen erarbeitet werden.