In den Werken der DB Fahrzeuginstandhaltung werden Fahrzeuge unter anderem vom DB
Fernverkehr revisioniert. Dabei ist eine kurze Werkaufenthaltszeit ausschlaggebend, damit
die Fahrzeuge schnell wieder dem Personenfernverkehr eingesetzt werden können. Auf
Basis der aktuellen Mengenmeldung des DB Fernverkehrs haben sich die in 2024
geplanten ICE4 Revisionsmengen seitens der DB Fernverkehr AG unvorhergesehen
deutlich erhöht. Das hat zur Konsequenz, dass Leistung vom DB FZI Werk Cottbus in das
Werk Krefeld und vom Werk Krefeld in das Werk Nürnberg verschoben werden muss.
Hauptgrund hierfür sind die unterschiedlichen infrastrukturellen Gegebenheiten in den
Werken. Somit erhöht sich im Werk Nürnberg die Anzahl von IS600er Revisionen der
Baureihe 403 (ICE3) von 0 auf 10 Stück in 2024. Dabei müssen 320 Radsätze ausgebaut
und wieder eingebaut werden (Die Aufarbeitung der Radsätze erfolgt zu 100 % im DB FZI
Werk Kassel, wo bereits neue Radsatzpressen in Beschaffung sind). Auch in den
Folgejahren bearbeitet ausschließlich das Werk Nürnberg alle IS600er Revisionen der
Baureihe 403. Dabei müssen im Rahmen der Revision alle Radsätze getauscht werden.
Demzufolge besteht ein unausweichlicher und zeitkritischer Bedarf von zwei
Radsatzwechslern für Nürnberg, um die oben genannten Revisionsmengen des DB
Fernverkehrs in der notwendigen Werkaufenthaltszeit abarbeiten zu können und einen
drohenden Flottenstillstand zu vermeiden und Nachteile für den Fahrgast zu verhindern.
Die aktuell angesetzten Revisionsmengen können mit den derzeitig vorhandenen
Wechslergeräten im Werk Nürnberg aus technischen Gründen nicht bearbeitet werden.
Das erste Fahrzeug ICE3 für die Fahrzeugrevision IS600 (Radsatzwechsel) wird am
29.01.2024 dem Werk zugeführt und könnte unter derzeitigen Gegebenheiten nicht
bearbeitet werden. Eine Produktverlagerung in ein anderes Werk ist
Infrastrukturkapazitätsgründen nicht möglich. Das Gesamt-Infrastruktur-Projekt für die
Vorbereitung der Revisionen im Werk Nürnberg wurde bereits per Sonder-Zentralfreigabe
von der Geschäftsführung der DB FZI freigeben, um eine Beschaffung und Umsetzung
maximal zu beschleunigen und die Mengenmeldung des Fernverkehrs nicht zu gefährden.
Nach Rücksprache mit den gängigen Lieferanten muss man mit einer Lieferzeit von aktuell
10-12 Monaten für die Radsatzwechsler ausgehen. Demzufolge müsste für den
Revisionsstart am 29.01.2024 die Bestellung für den Radsatzwechsler Ende Januar 2023
ausgelöst worden sein (unter Berücksichtigung von 12 Monaten Lieferzeit). Unter
Berücksichtigung des EU-Vergabeverfahrens wäre bereits im August 2022 das Starten der
EU-Vergabeverfahren nötig gewesen, um eine rechtzeitige Lieferung garantieren zu
können. Zu diesem Zeitpunkt lagen relevante Grundvoraussetzungen und Informationen für
den Start des Beschaffungsprozesses noch nicht vor. Über den Einkauf wird nun ein
Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb mit Einholung mehrerer Angebote
präferiert, um so viel Wettbewerb wie möglich zu schaffen und trotzdem die rechtzeitige
Arbeitsfähigkeit der DB Fahrzeuginstandhaltung und den Ausbau der Radsätze
sicherzustellen.