Zusätzliche Angaben
1. Weitere Voraussetzungen an die Prozessoren:
- NBI (Narrow Band Imaging) – optisch digitaler Beobachtungsmodus
Verbessert die Oberflächenvisualisierung der Schleimhaut, um deren Beurteilung zu erleichtern. Frühdiagnostik von bösartigen Läsionen.
Aktivierbar mittels Druck eines Endoskop-Schalters
NBI nutzt – wie RDI – die Absorptionscharakteristik von Hämoglobin. Allerdings wird bei NBI das ausgestrahlte Lichtspektrum auf ein schmales Band im Blau und Grün-Bereich begrenzt wodurch Bereiche mit Lichtreflexion (Schleimhaut) von Bereichen ohne Lichtreflexion (Blutgefäße, Kapillare etc.) besser unterschieden werden. Dies ermöglicht eine sehr gute Visualisierung der bei prämalignen oder malignen Gewebebereichen typisch entstehenden Gefäßveränderungen.
- EDOF (Extended Depth of Field) -– optisch digitaler Beobachtungsmodus
EDOF bietet eine optimierte Visualisierung des Untersuchungsbereichs.
Größtmögliche Schärfentiefe (Standard-Modus 3-100 mm, Nah-Modus 1,5-5,5 mm) und stufenlose Vergrößerung mit Dual Focus-Funktion.
Optimierte Diagnostik durch hohe Bildschärfe bis in die Randbereiche und Tiefe ohne manuelle neu Positionierung des Endoskops.
Nach Angaben von Frau Prof. Mayerle ist EDOF nur mit den neuen EZ1500 Endoskopen (GIF-EZ1500 und CF-EZ1500DI/L) der Firma Plaympus verfügbar
- TXI (Texture and Color Enhancement) – digitaler Beobachtungsmodus
TXI erhöht die Sichtbarkeit von potenziell verdächtigem Gewebe wie Entzündungen, flachen oder vertieften Läsionen.
Digitaler Weißlicht-Bildgebungseffekt, der Farbe, Struktur und Helligkeit des endoskopischen Bilds gezielt optimiert.
BAI-MAC (Brightness Adjustment Imaging with Maintenance of Contrast) – digitaler Beobachtungsmodus
BAI-MAC verbessert digital die Helligkeit in dunklen Bereichen des endoskopischen Bildes, ohne dabei das Bildrauschen zu erhöhen und ermöglicht so einen größeren sichtbaren Untersuchungsbereich.
2.- Für die zu beschaffenden Arbeitsgastroskope werden Arbeitskanäle von 6 mm benötigt, die bei schweren gastrointestinalen Blutungen z.B. bei Ösophagusvarizenblutung als häufiges Problem an einen Lebertransplantationszentrum unabdingbar ist (GIF-XTQ160)
- Für die zu beschaffenden therapeutischen Gastroskope ist aufgrund der Vielzahl von EMR (Endoskopische Mukosa Resektion, endoskopische Abtragung von prämalignen und malignen Läsionen als operationsersetzendes Verfahren) und ESD (Endoskopische Submokosa Dissektion, endoskopische Abtragung von prämalignen und malignen Läsionen als operationsersetzendes Verfahren) mindestens ein flexibles Endoskop mit HD-Auflösung (High Definition, 1080p) und einem Arbeitskanal mit einer Größe von mindestens 3,7 mm notwendig. Außerdem muss ein zusätzlicher Spülkanal vorhanden sein, sowie ein fester Blickwinkel von 140 Grad. Der Fokusbereich muss 2-100 mm betragen, um mit der aktuell verwendeten Aufsatzkappe Grenzbereiche im Gewebe maximal darzustellen. Diese für die Patientensicherheit erforderlichen Merkmale weist derzeit ausschließlich das EDOF Endoskop GIF-EZ1500 und CF-EZ1500DI/L) der Firma Olympus auf.
- Bei den zu beschaffenden High-End-Gastroskopen muss der Anbieter zwei verschiedene Fokusbereiche anbieten, wobei jederzeit ein Blickwinkel von 140 Grad vorhanden sein muss. Außerdem muss ein zusätzlicher Spülkanal vorhanden sein.
- Für die zu beschaffenden Routine-Gastroskopen muss neben einem festen Blickwinkel von 140 Grad der Fokusbereich 2-100mm betragen, um mit der aktuell verwendeten Aufsatzkappe Grenzbereiche im Gewebe maximal darzustellen.
- Im Bereich des transnasalen Gastroskopes muss eine 4-Wege-Abwinkelung des Gerätes zur besseren, sicheren und schnellen Manövrierbarkeit vorhanden sein. Der Außendurchmesser darf am distalen Ende 5,5 mm nicht überschreiten.
Weitere Voraussetzungen können aus Platzgründen hier nicht dargestellt werden.