Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand des Auftrags sind Planungsleistungen der Objektplanung Gebäude und Innenräume, gem. Paragraph 33 ff HOAI 2021, LPH 3-9, bei stufenweiser Beauftragung.
Aufgrund der derzeit noch abzuschließenden Leistungsphase 3 erfolgt ggf. eine Reduzierung des Leistungsbildes bzw. Abschlag im Honorarangebot und Vertrag auf die LPH 3. Näheres wird im Zuge der Vergabeverhandlung konkretisiert.
Gegebenenfalls werden auch verschiedene besondere Leistungen beauftragt werden.
Die Planungsleistungen werden der Honorarzone III zugeordnet.
Bei diesem Projekt werden Förderungen beantragt.
Das Büro, welches die Leistungen der LPH 1+2, sowie teilweise LPH 3, bereits erbracht hat, gilt als vorbefasster Bewerber. Sollte der Fall eintreten, dass sich das vorbefasste Büro bewerben und zur Vergabeverhandlung eingeladen werden sollte, so werden die Unterlagen vom Auftraggeber allen Teilnehmern der Vergabeverhandlung zur Verfügung gestellt, um alle Bieter auf denselben Informationsstand zubringen. Auch ohne Teilnahme des vorbefassten Büros, werden die Unterlagen den Bietern bestmöglich zur Verfügung gestellt.
Die Planungsergebnisse gelten als Grundlage für die weitere Bearbeitung.
Baustubstanz:
Die Baustubstanz geht im unteren Abschnitt des Turms bis auf das Jahr 1066 zurück. Seit der letzten umfassenden Sanierung von 1985 wurde der Turm nur punktuell ausgebessert und weist inzwischen bauliche Schäden und Mängel in verschiedenen Bereichen auf. Am gravierendsten sind die teilweise massiven Abplatzungen im obersten Natursteingeschoss. Ursache hierfür sind einbindende Eisenteile die inzwischen rosten und durch Volumenvergrößerung die Steine sprengen. Die Stahlbetontreppe wurde nicht für die Nutzlasten einer öffentlich begehbaren Treppe ausgelegt und es zeigen sich auch hier bereits Risse in der Konstruktion, die ebenfalls durch rostende Eisen hervorgerufen werden. Zudem hat der Beton mittlerweile seine Schutzwirkung für die Bewehrungseisen verloren, was dazu führt, dass die Korrosion beschleunigt wird.
Die rechnerische Überprüfung des bestehenden Geländers hat erhebliche Spannungsüberschreitungen der Stahlpfosten im Einspannbereich ergeben.
Maßnahmen:
Eine neue Treppenanlage als Stahlkonstruktion zwischen der Oberkante des Turmsockels und dem Glockengeschoss ist vorgesehen.
Nachdem die Sanierung der oberen Natursteingeschosse den Abbau der Turmkuppel und des Glockengeschosses erfordert, ist der Abbruch der alten Treppe und das Einbringen der neuen Treppenanlage über den nach oben offenen Turmschacht möglich.
Der Turmschacht muss aus Brandschutzgründen brandlastfrei sein. Die vorhandene Elektrosteigtrasse muss deshalb durch einen feuerbeständigen Schacht oder Unterputzverlegung gekapselt werden. Auch die Antriebe und die Steuerung der Turmuhren müssen vom Treppenraum brandschutztechnisch abgetrennt werden. Im Zuge der Innensanierung erhält der Turm eine neue LED-Beleuchtung.
Der Eingangsbereich des Perlachturms wird umgestaltet. Durch die Zusammenlegung der beiden nördlichen Läden entsteht ein neuer Zugang mit integriertem Shop. Der neue Durchgang wird als Brandschutztüre ausgeführt.
Der Perlachturm ist seit 2017 für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
Zeitschiene:
Die Angebotsphase wird verkürzt sein, aber mindestens 15 Kalendertage betragen. Geplant sind derzeit 20 Kalendertage. Büros, die sich am Teilnahmewettbewerb beteiligen, erklären sich mit Einreichung ihres Teilnahmeantrags automatisch mit der verkürzten Angebotsfrist einverstanden.
Die Verhandlung findet voraussichtlich Ende Mai 2022 statt. Die Auftragsvergabe ist aller Voraussicht nach im Juli 2022. Der Projektstart ist direkt im Anschluss an die Auftragserteilung. Der Baubeginn soll ca. im Frühjahr/Sommer 2023 erfolgen. Die Fertigstellung ist bis Ende 2026 geplant und einzuhalten.