Kurze Beschreibung
Wesentliches Problem der Bundeswehr im Rahmen der Simulation ist das Vorhandensein verschiedener, proprietärer Simulationssysteme und Simulatoren mit unterschiedlicher, selten miteinander kompatibler Software und unterschiedlichen, oft proprietären Datenformaten. Das erschwert nicht nur die Vernetzung der Simulationssysteme untereinander, sondern erzeugt zudem einen erheblichen Mehraufwand bei der Generierung von Simulationsdaten, da diese durch die variierenden Dateiformate oftmals mehrfach erzeugt werden müssen.
Deshalb ist ein Ansatz anzustreben, der die Bereitstellung sowie Nutzung von harmonisierten und standardisierten Daten für die Simulationssysteme ermöglicht. Mit einem solchen Ansatz wären nicht nur Effizienzsteigerungen, sondern auch eine transparentere und besser analysierbare Datenlage im Bereich der Simulationsdaten verbunden und damit dieser eindeutig im Einklang mit der Datenstrategie des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg). Um dies zu erreichen sind jedoch zunächst Untersuchungen zu einem zentralen standardisierten Datenmodell erforderlich, welches die Forderungen der verschiedenen Organisationsbereiche erfüllt.
Daher wurde das Konzept SimDBw K3102_1 (Simulationsdaten Bundeswehr) ins Leben gerufen. Das Ziel dieses Konzeptes ist der Aufbau einer zentralen Datenbasis für alle Simulationsanwendungen der Bundeswehr zur Vermeidung von Mehraufwand bei der Datenaufbereitung, Unabhängigkeit von proprietären Datenformaten und Erweiterung der Möglichkeiten der vernetzten Operationsführung. Mit dem Ziel, ein solches, zentrales Datenmodell zu bewerten, wurde im Rahmen der Nicht-technischen Studie (NT-Studie) "Querschnittliche Simulationsdatenformate zur Umsetzung des Konzepts SimDBw" ein Entwurf für eine mögliche Realisierung unter den aktuell durch die Bundeswehr gegebenen Voraussetzungen erarbeitet.
Daraus resultierend wurde im HHJ 2022 mittels Forschung und Technologie (F&T) ein Proof of Concept für einen Datenraum SimDaten (Phase1), welcher auf Common Database (CDB) basiert, untersucht. Hierbei sollte prototypisch die Funktionsfähigkeit eines solchen Konzeptes nachgewiesen werden. Im Rahmen der Nachweisführung soll u. a. auch das von der Arbeitsgruppe Simulationsdaten Bundeswehr (AG SimDBw) entwickelte Prozessmodell SimDBw unterstützend herangezogen werden. Aufgrund der Erkenntnisse aus der PoC Phase soll im HHJ 2023 in der Phase 2 die neu aufgetretenen Fragestellungen vertieft weiteruntersucht werden.