483732-2021 - ErgebnisDeutschland-Koblenz: IT-Dienste: Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung
OJ S 186/2021 24/09/2021
Bekanntmachung vergebener Aufträge
Dienstleistungen
Rechtsgrundlage:
Richtlinie 2014/24/EU

Abschnitt I: Öffentlicher Auftraggeber

I.1.
Name und Adressen
Offizielle Bezeichnung: Bundesanstalt für Gewässerkunde
Postanschrift: Am Mainzer Tor 1
Ort: Koblenz
NUTS-Code: DEB11 Koblenz, Kreisfreie Stadt
Postleitzahl: 56068
Land: Deutschland
E-Mail: Vergabe@bafg.de
Internet-Adresse(n):
Hauptadresse: http://www.bafg.de
I.4.
Art des öffentlichen Auftraggebers
Andere: Bundesoberbehörde
I.5.
Haupttätigkeit(en)
Andere Tätigkeit: Gewässerkunde

Abschnitt II: Gegenstand

II.1.
Umfang der Beschaffung
II.1.1.
Bezeichnung des Auftrags
Aktualisierung und Erweiterung des Optimierungsmodells für die operationelle Bewirtschaftung der Eder- und Diemeltalsperre
Referenznummer der Bekanntmachung: M2/Z3/162.02/020/086
II.1.2.
CPV-Code Hauptteil
72000000 IT-Dienste: Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung
II.1.3.
Art des Auftrags
Dienstleistungen
II.1.4.
Kurze Beschreibung
Die Eder- und Diemeltalsperre sind die beiden einzigen Talsperren im Eigentum des Bundes und werden von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bewirtschaftet. Beide Talsperren dienen der Niedrigwasseraufhöhung der Oberweser, dem Hochwasserschutz und der Energiegewinnung. Hinzukommen weitere Nutzungsarten wie die Berufs- und Sportfischerei, der Wassersport, die Fahrgastschifffahrt und weitere mit dem Tourismus und der Freizeitgestaltung in Verbindung stehende Aktivitäten. Somit stehen sich eine Vielzahl von teilweise konkurrierenden Nutzerinteressen gegenüber, die bei der Bewirtschaftung der Talsperre Berücksichtigung finden müssen (Oppermann and Richter 2004).
Vor diesem Hintergrund betreibt das für die Bewirtschaftung von Eder- und Diemeltalsperre zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser am Standort Hann. Münden seit 2012 zur Unterstützung seiner Arbeiten ein operationelles Vorhersagesystem mit eingebettetem Betriebsmodell, das von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) erstellt wurde (Hohenrainer et al. 2012). Die BfG unterstützt und begleitet darüber hinaus fachlich die Arbeiten des WSA. Um die Vielzahl der für die Talsperrenbewirtschaftung zu berücksichtigen Rahmenbedingungen, die sich dynamisch verändern, abzubilden und daraus die für die jeweiligen Folgetage unter verschiedenen Gesichtspunkten bestmögliche Talsperrenabgabe zu ermitteln, wurde 2016 zusätzlich ein Optimierungsmodell entwickelt und in Betrieb genommen (Universität Kassel 2016a, Universität Kassel 2016b; Rötz et al. 2016). Ausgehend von diesem Optimierungsmodell für die Bewirtschaftung der Edertalsperre soll in fachlicher wie technischer Hinsicht eine Aktualisierung und Weiterentwicklung des Modell- / Vorhersagesystems erfolgen. Dabei liegt der Fokus auf dem Baustein der modellgestützten Optimierung inkl. des erforderlichen Fließgewässermodells sowie der Einbindung in das bestehende Delft-FEWS Vorhersagesystem (Werner et al, 2013). Die weiteren Modellkomponenten des Vorhersagesystems (z. B. Wasserhaushaltsmodell) sind nicht Gegenstand der im Weiteren beschriebenen Leistungen.
Der Hauptaspekt besteht in einer Verbesserung und Erweiterung der fachlichen Einsatzmöglichkeiten des bestehenden Werkzeugs zur Unterstützung der Talsperrenbewirtschaftung durch u. a. Erweiterung des Fließgewässer- und Optimierungsmodells auf die gesamte Oberweser, Einbeziehung der Diemeltalsperre, Optimierung auf mehrere Pegel etc. für den Praxisbetrieb. Dabei gilt es neben deterministischen auch Ensemble basierte Abflussvorhersagen nutzbar zu machen, um die inhärente Vorhersageunsicherheit in der modellbasierten Entscheidungsunterstützung auf verschiedenen Zeitskalen berücksichtigen zu können. Bis dato liegt der berücksichtigte Vorhersagezeitraum für das Optimierungsmodell bei maximal 7 Tagen, so dass sowohl auf dieser Zeitskala wie auch für darüber hinausgehende Optimierungen der Unsicherheitsaspekt zu berücksichtigen ist.
Ziel der Gesamtleistungen ist es durch das Aufgreifen fachlicher wie technischer Neuerungen, das bestehende Optimierungswerkzeug zur Unterstützung der operationellen Talsperrenbewirtschaftung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung im Wesergebiet nachhaltig zu verbessern. Zudem soll die Übertragbarkeit auf anderweitige Bewirtschaftungsaufgaben der WSV demonstriert werden.
II.1.6.
Angaben zu den Losen
Aufteilung des Auftrags in Lose: nein
II.1.7.
Gesamtwert der Beschaffung
Wert ohne MwSt.: 0,01 EUR
II.2.
Beschreibung
II.2.3.
Erfüllungsort
NUTS-Code: DEB11 Koblenz, Kreisfreie Stadt
NUTS-Code: DEF02 Kiel, Kreisfreie Stadt
NUTS-Code: DEF05 Dithmarschen
NUTS-Code: DE91C Göttingen
Hauptort der Ausführung: Koblenz
II.2.4.
Beschreibung der Beschaffung
1: Überführung des bestehenden Optimierungsmodells auf RTC-Tools 2 und Erweiterung für die gesamte Oberweser
Das an das operationelle Vorhersagesystem gekoppelte Optimierungsmodell zur Talsperrenbewirtschaftung des WSA in Hann. Münden soll auf die gesamte Oberweser bis zum Pegel Petershagen unter Einbeziehung der Diemeltalsperre erweitert werden. In technischer Hinsicht ist hierbei zudem der Wechsel auf RTC-Tools 2 zu vollziehen, um neue Optionen nutzen und auch zukünftig von Weiterentwicklungen des Softwarewerkzeugs profitieren zu können.
2: Integration von Ensemble-Vorhersagen
Die Nutzung Ensemble-basierter Vorhersagen entspricht seit mehreren Jahren dem Stand der Technik und soll zukünftig auch bei der Entscheidungsunterstützung zur Talsperrenbewirtschaftung im Wesergebiet Berücksichtigung finden. RTC-Tools 2 bietet bereits methodische Ansätze, um Ensemble-Vorhersagen bei der modellgestützten Optimierung zu berücksichtigen. Die Möglichkeiten und Grenzen dieser Methoden sind systematisch zu untersuchen. Im Zuge der Entwicklung stellt der AG Ensemble-Vorhersagen des Abflusses für die Rand- und Seitenzuflüsse des modellierten Gewässersystems bereit.
3: Übertragung auf den Nord-Ostsee-Kanal
Die BfG hat im Auftrag der WSV ein Vorhersagesystem für den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) auf Basis von Delft-FEWS erstellt, welches sich aktuell im operationellen Testbetrieb befindet und 4 x täglich Vorhersagen des Kanalwasserstands für die nächsten 120 Stunden erstellt. Ziel des Vorhersagesystems ist die operationelle Unterstützung der Kanalentwässerung, welche an beiden Kanalseiten ausschließlich im Freigefälle erfolgen kann. Die Außenwasserstände (Tideelbe, Kieler Bucht) sind Gezeiten beeinflusst. Der NOK besitzt eine Vielzahl kleinerer Zuflüsse, deren Wassereintrag über ein Wasserhaushaltsmodell erfasst und vereinfacht an zwei Punkten an das Kanalmodell (1D HN-Modell) übergeben wird. Für jede Vorhersage werden derzeit 5 verschiedene Entwässerungsvarianten des Kanals (keine Entwässerung, volle Entwässerungskapazität, reduzierte Entwässerungskapazität von 25 %, 50 %, 75 %) betrachtet und ihr voraussichtlicher Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Kanalwasserstände wird modellgestützt ermittelt. Vorrangiges Ziel der Nutzer des Vorhersagesystems ist es, auf der Grundlage der Vorhersage die Kanalentwässerung für die jeweils nächsten Tidezyklen möglichst optimal zu gestalten, so dass die Wasserstände im Kanal die zulässigen minimalen / maximalen Grenzwasserstände nicht unter- bzw. überschreiten und Wasserstandsschwankungen möglichst minimiert werden. Die Möglichkeiten des Einsatzes modellgestützter Optimierungsalgorithmen soll vor diesem Hintergrund für das NOK-System demonstriert, mit den Nutzern vor Ort diskutiert und in einem Feinkonzept dokumentiert / spezifiziert werden.
4: Dokumentation, Berichte, Qualitätssicherung
5: Projektbesprechungen, Ergebnispräsentationen
Die ausführliche Beschreibung der Leistungen entnehmen sie bitte der Leistungsbeschreibung
II.2.5.
Zuschlagskriterien
Qualitätskriterium - Name: Erfassung der Aufgabenstellung, Berücksichtigung fachlicher Vorgaben und Präsentation der geplanten Bearbeitungen / Gewichtung: 30
Qualitätskriterium - Name: Qualitätssicherung, Projektorganisation / Gewichtung: 10
Qualitätskriterium - Name: Verbesserungsvorschläge und Alternativkonzepte / Gewichtung: 15
Preis - Gewichtung: 30
II.2.11.
Angaben zu Optionen
Optionen: nein
II.2.13.
Angaben zu Mitteln der Europäischen Union
Der Auftrag steht in Verbindung mit einem Vorhaben und/oder Programm, das aus Mitteln der EU finanziert wird: nein
II.2.14.
Zusätzliche Angaben

Abschnitt IV: Verfahren

IV.1.
Beschreibung
IV.1.1.
Verfahrensart
Verhandlungsverfahren
IV.1.3.
Angaben zur Rahmenvereinbarung oder zum dynamischen Beschaffungssystem
IV.1.8.
Angaben zum Beschaffungsübereinkommen (GPA)
Der Auftrag fällt unter das Beschaffungsübereinkommen: ja
IV.2.
Verwaltungsangaben
IV.2.1.
Frühere Bekanntmachung zu diesem Verfahren
Bekanntmachungsnummer im ABl.: 2021/S 051-128676
IV.2.8.
Angaben zur Beendigung des dynamischen Beschaffungssystems
IV.2.9.
Angaben zur Beendigung des Aufrufs zum Wettbewerb in Form einer Vorinformation

Abschnitt V: Auftragsvergabe

Auftrags-Nr.: M2/Z3/162.02/020/086
Bezeichnung des Auftrags:
Aktualisierung und Erweiterung des Optimierungsmodells für die operationelle Bewirtschaftung der Eder- und Diemeltalsperre
Ein Auftrag/Los wurde vergeben: ja
V.2.
Auftragsvergabe
V.2.1.
Tag des Vertragsabschlusses
13/09/2021
V.2.2.
Angaben zu den Angeboten
Anzahl der eingegangenen Angebote: 2
Anzahl der eingegangenen Angebote von KMU: 1
Anzahl der eingegangenen Angebote von Bietern aus anderen EU-Mitgliedstaaten: 0
Anzahl der eingegangenen Angebote von Bietern aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten: 0
Anzahl der elektronisch eingegangenen Angebote: 2
Der Auftrag wurde an einen Zusammenschluss aus Wirtschaftsteilnehmern vergeben: nein
V.2.3.
Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde
Offizielle Bezeichnung: Kisters AG
Ort: Aachen
NUTS-Code: DEA2D Städteregion Aachen
Land: Deutschland
Der Auftragnehmer ist ein KMU: nein
V.2.4.
Angaben zum Wert des Auftrags/Loses
Gesamtwert des Auftrags/Loses: 0,01 EUR
V.2.5.
Angaben zur Vergabe von Unteraufträgen

Abschnitt VI: Weitere Angaben

VI.3.
Zusätzliche Angaben
In der Phase des Teilnahmewettbewerbs werden Bewerber anhand der geforderten Mindest-/Eignungskriterien für die Teilnahme an Verhandlungsgesprächen ausgewählt. Im Rahmen individueller Verhandlungstermine stellen die ausgewählten Teilnehmer dann ihre Lösungsvorschläge im Rahmen einer Präsentation vor und erörtern diese mit dem Bedarfsträger. Die Präsentationsunterlagen werden dem Bedarfsträger in diesem Rahmen zur Verfügung gestellt. Auf Basis der Verhandlungsergebnisse erfolgt ggf. eine Aktualisierung der Leistungsbeschreibung sowie des Vertrags und im Anschluss eine Aufforderung zur Angebotsabgabe.
VI.4.
Rechtsbehelfsverfahren/Nachprüfungsverfahren
VI.4.1.
Zuständige Stelle für Rechtsbehelfs-/Nachprüfungsverfahren
Offizielle Bezeichnung: Bundeskartellamt -Vergabekammer des Bundes-
Ort: Bonn
Land: Deutschland
VI.5.
Tag der Absendung dieser Bekanntmachung
20/09/2021