Beschreibung der Beschaffung
Ziel ist die vollumfängliche Implementierung eines transsektoral übergreifenden Patientenportals für das digitale Aufnahme-, und Behandlungsmanagement mit integrierter KIS-Anbindung sowohl für die stationären als auch ambulanten Patienten der Uniklinik Köln, um die transsektorale Kommunikation und den digitalen Informationsaustausch zwischen Leistungserbringer und -empfänger vor, während und nach der Krankenhausbehandlung zu ermöglichen. Das Patientenportal muss dabei schrittweise auf sehr viele unterschiedliche an der UKK existierende IT-Systeme auf unterschiedliche Weise zu-greifen: Daten übernehmen, Daten senden, bestimmte Funktionen aufrufen - es müssen bidirektionale Schnittstellen aufgebaut werden. Die Interoperabilität ist die grundlegende Voraussetzung für die Vernetzung aller an der Versorgung beteiligten Akteure. Neben den grundlegend in der KHZG-Förderrichtlinie geforderten Funktionen ("Muss-Kriterien") eines Patientenportals liegt der Fokus für das UKK Patientenportal vor allem auf zwei weiteren Themen: Zum einen spielt die Verarbeitung von Wearable-Daten sowie die grundsätzliche Ausleitung von sämtlichen Daten aus dem Patientenportal in strukturierter Form eine besondere Rolle - insbesondere mit Blick auf die (klinische) Forschung. Daneben nimmt die Stärkung der intersektoralen Vernetzung eine zentrale Stellung ein. Daher wird großer Wert auf ein Zuweiserportal gelegt, welches den Austausch mit vorgelagerten Leistungserbringern und somit Behandlungskontinuität sicherstellt.
****
Um mit dem Patientenportal auf Dauer flexibel agieren zu können und eine Basis für die Vernetzung mit externen Partnern zu schaffen, soll künftig zusätzlich eine Medizinische Interoperabilitätsplatt-form (MIOP) aufgebaut werden. Mit dem Aufbau der MIOP schafft die UKK langfristig die Basis für eine sektorenübergreifende Vernetzung mit allen Leistungsanbietern, die ebenfalls die Voraussetzungen der Interoperabilität erfüllen. Die MIOP muss über FHIR / IHE Strukturen (in einer ersten Ausbaustufe alternativ über HL7 V2.3), an die bestehende UKK-IT-Infrastruktur angeschlossen werden. Der Aufbau der MIOP ist neben dem Aufbau eines Patientenportals ein weiteres Projekt und wurde im Rahmen des KHZG als eigenständiges Projekt beantragt. Der technische Aufbau der MIOP ist daher nicht Teil dieser Ausschreibung.
Jedoch besteht die Anforderung, dass das beschaffte Patientenportal an die vom Auftraggeber noch aufzubauende MIOP anbindbar sein muss.
****
Durch die Anbindung des Patientenportals an die MIOP soll eine grundlegende und in die Zukunft gerichtete Lösung geschaffen werden. Die Vorgaben zur Interoperabilität, sowie der Einsatz aller Transaktionen der Telematikinfrastruktur nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch sollen eingeschlossen werden.
****
Neben dem technischen Aufbau des Patientenportals müssen viele UKK-Abläufe angepasst bzw. neu aufgebaut werden. Die Einführung neuer Funktionen und die damit verbundenen Veränderungsprozesse müssen stufenweise erfolgen. Insofern soll das Patientenportal stufenweise aufgebaut werden. Kernfunktionen des Patientenportals sollen möglichst zügig zur Verfügung stehen. Dafür kann ein gewisser Pragmatismus bei der Implementierung sinnvoll sein, z. B., dass zunächst die klassischen HL7-V2-Ströme direkt genutzt werden und erst in einer späteren Ausbaustufe die FHIR- / IHE-basierte Kommunikation über die MIOP-Umgebung läuft.
****
Neben der MIOP strebt die die Uniklinik Köln zudem an, ein Telemedizinportal aufzubauen. Auch dieses ist nicht Teil der vorliegenden Ausschreibung. Jedoch besteht auch hier die Anforderung an das beschaffte Patientenportal, dieses sinnvoll über Schnittstellen an ein noch zu beschaffendes Telemedizinportal anzubinden.