Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand dieser Vergabe war die Einführung einer durch die zentrale Krankenhausapotheke betriebenen Unit-Dose-Versorgung für feste orale Arzneimittel in den stationären Medikationsprozess.
Im Medikationsprozess wurde bereits die Arzneimitteltherapie mit Hilfe eines elektronischen Verordnungssystems (EVS) erstellt. Derzeit werden die verordneten Arzneimittel durch das Pflegepersonal aus dem Stationsvorrat entnommen und für die Patienten gestellt.
Zukünftig soll die komplette Medikation eines Patienten durch einen Stationsapotheker überprüft werden und die verordneten festen oralen Arzneimittel sollen nach der Freigabe digital an die Krankenhausapotheke übermittelt werden. Hier sollen die Arzneimittel mit Hilfe eines automatischen Verblisterungssystems patientenindividuell in Schlauchblister abgepackt und anschließend mit Hilfe eines optischen Kontrollsystems überprüft werden. Nach Freigabe durch den verantwortlichen Apotheker werden die Arzneimittel an die Stationen ausgeliefert und die Gabe durch Scannen von Medikation und Patientenarmband im Sinne eines "Closed Loop" dokumentiert.
Durch diesen neu gestalteten Medikationsprozess verspricht sich der Auftraggeber neben einer effektiveren Arzneimittellogistik und einer Reduktion von Stationsvorräten sowie vor allem eine höhere Sicherheit der Patientenversorgung im Sinne einer optimierten Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).
Das beim Auftraggeber eingesetzte Warenwirtschaftssystem ist ORBIS und die Verordnung der Medikation erfolgt auf den Normalstationen über das EVS ORBIS Medication(R), im Bereich der Intensivstationen über COPRA 6. Das angebotene Unit-Dose-System muss mit EVS ORBIS Medication(R) über die bereits vorhandene oder vom Auftragnehmer entsprechend der Erklärung, Anlage 6, herzustellende "Orbis Schnittstelle Unit dose Automat (Baxter)" bidirektional kommunizieren können (Mindestanforderung). Darüber hinaus soll vom Auftragnehmer in Abstimmung mit dem Auftraggeber eine Schnittstelle zu COPRA 6 hergestellt werden, um perspektivisch alle Stationen versorgen zu können (keine Leistungsverpflichtung nach Maßgabe dieses Verfahrens). Das anzubietende System soll am nachfolgend genannten Standort aufgestellt werden.
Das Unit-Dose-System muss innerhalb der vorgegebenen Räumlichkeiten der Krankenhausapotheke integriert werden.
Zudem wurde ein Vollwartungsvertrag über maximal 10 Jahre (8 Jahre fix mit zweimaliger Verlängerung um jeweils 1 Jahr) abgeschlossen.