Beschreibung der Beschaffung
Das Internatsgebäude bietet mehr als 100 Kindern und Jugendlichen des Landesförderzentrums Hören und Sehen für den Zeitraum ihres Internatsbesuchs eine Unterkunft. Die meisten von ihnen besuchen die Einrichtung schon ab ihren ersten Lebensjahren im Kleinkindalter und verlassen das Internat erst mit ihrem Schulabschluss als Jugendlicher. Sie leben einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend nicht nur an Schultagen sondern zum Teil auch an Wochenenden und sogar in den Schulferien im Internat des Landesförderzentrums. Die 10 Wohngruppen des Internates des Landesförderzentrums Hören und Kommunikation entsprechen in ihrem Komfort, in ihrer Gestaltung sowie in ihren baulichen und technischen Strukturen, die die Sensorik und Motorik anregen und unterstützen sollen, nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen für eine vielfältige und pädagogisch hochwertige Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Eine wesentliche Aufwertung der wohnlichen Lebensräume mit den der Einrichtung zur Verfügung stehenden Mitteln ist jedoch ohne Verbesserung der baulichen und infrastrukturellen Bedingungen nicht umsetzbar. Die Raumstrukturen des dreibündigen Internatsgebäudes bieten in jedem Geschoss bis zu vier Wohngruppen mit je vier bis fünf Schlafräumen für die Kinder, zwei Bädern (je eines für Mädchen und Jungen), bis zu zwei Betreuerzimmern mit integrierten Bädern sowie einem Aufenthaltsbereich mit Wohnzimmer, Esszimmer und Küche Platz. Kleinere Nebenräume wie eine Garderobe, ein Abstellraum und ein Flur vervollständigen eine Wohngruppe. Durch diese vorhandenen Strukturen ergeben sich Wohngruppen von acht bis zwölf Kindern mit ein bis zwei Betreuern. Das dreibündige Gebäude aus den frühen siebziger Jahren befindet sich in einem der Bauzeit typischen, nahezu unverändertem Zustand. Sowohl die Oberflächen der Wände, Böden und Decken als auch die Einrichtung befinden sich mit Ausnahme einiger über den langen Zeitraum durchgeführten Ausbesserungen weitestgehend im Originalzustand und bedürfen somit zusehends einer Erneuerung. Die tiefen und schmalen Räume sind in ihrer Nutzung nur eingeschränkt flexibel und durch die Tiefe schlecht belichtet. Durch die massive Betonbauweise wurden viele der nachträglichen Installationen wie Elektrik, Ethernet, BMA etc. oberhalb aufgebracht, so dass sich auf nahezu allen Wänden und Decken zahlreiche Kabelkanäle, Installations- und Steckdosen befinden. Insbesondere die für die spezifische Nutzung nicht unwichtige Akustik wurde im Gebäude bislang nur unzureichend beachtet und ist somit alles andere als optimal anzusehen. Die Räume befinden sich somit nicht in einem zeitgemäßen, der Nutzung optimal angepassten, wohnlichen Zustand.
Die geschätzten Baukosten für die Kostengruppen 300 - 400 betragen 2.100.000,- € + 500.000,- € = 2.600.000,- € netto.
Gegenstand der Vergabe sind Objektplanungsleistungen gem. HOAI, § 34_Gebäude und Innenräume, LPH 1-8, mit stufenweiser Beauftragung. Zu diesem Zweck werden Planungsbüros zur Teilnahme am Wettbewerb aufgefordert, die das Leistungsbild Objektplanung gem. HOAI, § 34_Gebäude und Innenräume abdecken.
Der Auftraggeber behält sich vor, aus den vorgenannten Leistungsbildern nur einen Teil der Grundleistungen zu vergeben.
Die Beauftragung wird stufenweise erfolgen.
Folgendes Verfahren wird durchgeführt:
In Phase 1 werden potentielle Bewerber zur Teilnahme aufgefordert ihre Teilnahmeanträge mit den geforderten Nachweisen einzureichen.
In Phase 2 werden die eingegangen Teilnahmeanträge geprüft und die Anzahl der zugelassenen Bewerber wird beschränkt.
Die Bewerber der Phase 2 werden gesondert zu einem Verhandlungsverfahren aufgefordert.