Beschreibung der Beschaffung
Die Universität Oldenburg beabsichtigt, für Forschungsarbeiten an Geweben, Zellen, Protein-Komplexen und sub-mikroskopischen Oxid-Partikeln ein hochauflösendes konfokales Raman-Lasermikroskop mit Rastersonden-(AFM) und Nahfeldzusatz (SNOM) für korrelative Mikroskopie ohne Probentransfer (kolokal) zu beschaffen. Bei der korrelativen Raman-Rastersonden-Mikroskopie werden Informationen aus Proben - wie Topographie, intermolekulare Kräfte, elektrische und magnetische Felder – über die lokale Wechselwirkung der Probe mit einer Rastersondenspitze gemessen und dem chemischen Signal aus den Raman-Spektren überlagert. Damit erhält man ein umfassendes Bild über die physikochemischen Eigenschaften einer Probe. Mit einer Nahfeld-Sode (SNOM) können zudem Raman-Spektren aus den oberflächennahen Bereichen einer Probe mit einer Auflösung von unter 100 nm extrahiert werden Mit diesem konfokalen Raman-Mikroskop sollen die örtlichen Verteilungen chemischer Informationen mit einer lateralen und axialen Auflösung von ca. 300 nm und 900 nm dargestellt werden können (bei 532 nm Laseranregung). Auf dieser Skala lassen sich die wichtigsten zu untersuchenden Zellorganellen visualisieren und anhand deren unterschiedlicher Raman-Spektren identifizieren - ohne Verwendung histologischer Färbetechniken (label free imaging). Das Konfokale Raman Mikroskop System muss mit Raster-Sonden-Mikroskopie (SPM) für kolokale Raman-SPM ohne Probentransfer und Raster-Nahfeld-Mikroskopie (SNOM) für Raman-SNOM und TERS ausgerüstet sein. Anregungswellenlängen von 457 nm, 532 nm, und 785 nm müssen möglich sein und jeweils die Laserleistung am Ort der Probe eingestellt und messbar sein. Auch muss je ein Hochleistungsspektrometer für den VIS und NIR Bereich vorhanden sein. Das System muss ein Vollautomatisiertes und motorisiertes Mikroskop sein, mit einem x,y,z motorisiertem Probentisch, 5 Hellfeld-Dunkelfeld Objektiven (Luft, Wassertauch, Immersion) und Polarisationseinheit sowie Software für automatisierte Messungen und Auswertungen.
Nach intensiver Marktrecherche und Sondierungen mit verschiedenen Anbietern konnte nur das System der Firma WITec GmbH in Ulm alle geforderten Spezifikationen in ihrer Gesamtheit erfüllen. Zusammenfassend: ein System, das korrelative Fernfeld-Raman-Rastersonden-Mikroskopie ohne Probentransfer (kolokal) ermöglicht, mit konfokaler Detektion und beugungsbegrenzter Punktlichtquelle auf der Probe, mit Messung der tatsächlichen Laserleistung am Ort der Probe sowie mit vollautomatischer Ansteuerung und Anpassung der im System integrierten Komponenten (Video, Polarisatoren, Blenden, Objektive, Laser, Detektoren, Spektrometer, Raster- und Nahfeld-Sonden, vollintegrierte Software). Das Alleinstellungsmerkmal des WITec Systems liegt dabei insbesondere in der Möglichkeit der Messung der tatsächlichen Laserleistung am Ort der Probe, dieses Merkmal wird von keinem anderen Konkurrenzsystem erfüllt.
Es wird daher ein Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb nach §14 (4) 2b VgV durchgeführt.