Beschreibung der Beschaffung
Der Wettbewerb wurde als nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem EU-weitem Bewerbungsverfahren nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe RPW 2013 und der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (Vergabeverordnung - VgV 2016) ausgelobt. An der Vorbereitung und Auslobung des Wettbewerbs wirkte die Architektenkammer Brandenburg beratend mit. Die Architektenkammer registrierte den Wettbewerb unter der Nummer W2021/09 "Gymnasium Strausberg (Wriezener Straße) - nichtoffener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil". In einem Auswahlverfahren nach § 71 Abs. 3 VgV i.V.m. § 3 RPW 2013 wurden die Teilnehmer*innen des Wettbewerbs ermittelt.
Aufgabenstellung:
Der Landkreis Märkisch-Oderland beabsichtigt zur Bereitstellung erforderlicher Schulkapazitäten die Errichtung eines Gymnasiums in Strausberg. Die neue Schule soll zum Beginn des Schuljahres 2026/27 in Nutzung gehen. Dies nimmt die Stadt Strausberg zum Anlass, Maßnahmen zu ergreifen, die Wriezener Straße im Bereich der Energie-Arena vom Standort für Bildung, Kultur und Sport zum Bildungscampus zu entwickeln. Durch die gemeinsame Auslobung eines Realisierungswettbewerbs mit integriertem Ideenteil stellen sich der Landkreis Märkisch-Oderland und die Stadt Strausberg den Herausforderungen der kommenden Jahre.
Gegenstand des Realisierungswettbewerbs ist der Neubau eines Gymnasiums für 720 Schüler*innen einschließlich Mensa und Dreifeld-Sporthalle sowie Schulfreiflächen zzgl. fünf Lehrräumen für Schüler*innen des Oberstufenzentrums des Landkreises Märkisch-Oderland. Mittels Ideenwettbewerb sind Visionen zur Reaktivierung der denkmalgeschützten (ehemaligen) Turn- und Festhalle herauszuarbeiten, um das Gebäude neuen Nutzungen zuzuführen, die im Kontext des Bildungsstandortes stehen.
Wettbewerbsziele:
Ziel des Realisierungswettbewerbs ist es, ein zeitgemäßes, wirtschaftlich und funktional ausgewogenes Schulgebäude mit hoher Gestaltqualität zu erhalten, dass gutem Lernen den Weg bereitet, sich sensibel in die städtebauliche Struktur einfügt und gleichzeitig einen modernen, eigenständigen Beitrag zur Strausberger Baukultur darstellt. Das Raumprogramm für Schule und Nebenanlagen umfasst eine Brutto-Grundfläche von rund 11.000 m². Die Baukosten für Schulgebäude, Sporthalle und Freianlagen werden mit ca. 34 Millionen Euro (KG 200 - KG 700) veranschlagt.
Ziel des gesondert zu bearbeitenden Ideenteils des Wettbewerbs war es, für die denkmalgeschützte Turn- und Festhalle auf Grundlage des vorgegebenen Raumprogramms einen konzeptionellen Entwurf zu erarbeiten, der den angestrebten Nutzungsmix im Kontext der angestrebten Entwicklung zum Bildungscampus abbildet.
Weitere Beauftragung:
Der Landkreis Märkisch-Oderland beabsichtigt, einen der Preisträger*innen unter Würdigung der Bewertung durch das Preisgericht mit der weiteren Bearbeitung der Planungsaufgaben zur Errichtung eines neuen Gymnasiums Strausberg in der Wriezener Straße 9 (Realisierungsteil) in den Leistungsphasen 2-9 gemäß § 34/35 und § 39/40 HOAI, in stufenweiser Beauftragung vertraglich zu binden. Zur Auftragsverhandlung wird eingeladen, sobald und soweit das Ergebnis des Planungswettbewerbs realisiert werden soll. Es ist beabsichtigt, zunächst mit dem ersten Preisträger nach § 14 (4) Nr. 8 VgV 2016 zu verhandeln. Sofern wichtige Gründe einer Beauftragung der/des ersten Preisträger*in im Wege stehen (RPW 2013 § 8), ist ein Verhandlungsverfahren mit den weiteren Preisträger*innen durchzuführen. Der öffentliche Auftraggeber behält sich die Vergabe auf der Grundlage der Erstangebote vor, ohne in Verhandlungen einzutreten (§ 17 (11) VgV).
Die beabsichtigten Baumaßnahmen stehen unter dem Vorbehalt zur Verfügung stehender Haushaltsmittel. Aus der im Ideenteil zu bearbeitenden Aufgabenstellung für ein durch die Bearbeiter*innen zu entwickelndes Nutzungskonzept für die denkmalgeschützte Turn- und Festhalle leitet sich kein Auftragsversprechen der Stadt Strausberg für die weitere Bearbeitung ab.