566150-2021 - ErgebnisDeutschland-Kiel: Hilfs- und Nebentätigkeiten im Bereich Verkehr; Reisebürodienste
OJ S 215/2021 05/11/2021
Bekanntmachung vergebener Aufträge
Dienstleistungen
Rechtsgrundlage:
Richtlinie 2014/24/EU

Abschnitt I: Öffentlicher Auftraggeber

I.1.
Name und Adressen
Offizielle Bezeichnung: Land Schleswig-Holstein, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, vertreten durch die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH GmbH)
Postanschrift: Raiffeisenstraße 1
Ort: Kiel
NUTS-Code: DEF0 Schleswig-Holstein
Postleitzahl: 24103
Land: Deutschland
Kontaktstelle(n): Frau Clara Döge
E-Mail: Clara.Doege@nah.sh
Telefon: +49 431-66019-80
Internet-Adresse(n):
Hauptadresse: http://www.landesregierung.schleswig-holstein.de
Adresse des Beschafferprofils: http://www.nah.sh
I.4.
Art des öffentlichen Auftraggebers
Regional- oder Kommunalbehörde
I.5.
Haupttätigkeit(en)
Andere Tätigkeit: öffentlicher Personennahverkehr

Abschnitt II: Gegenstand

II.1.
Umfang der Beschaffung
II.1.1.
Bezeichnung des Auftrags
Erstellung eines Tarifentwicklungsplans für den Schleswig-Holstein – Tarif
Referenznummer der Bekanntmachung: ENOTICES-LVS/2021-086614
II.1.2.
CPV-Code Hauptteil
63000000 Hilfs- und Nebentätigkeiten im Bereich Verkehr; Reisebürodienste
II.1.3.
Art des Auftrags
Dienstleistungen
II.1.4.
Kurze Beschreibung
Gegenstand des Auftrages ist die Entwicklung einer ganzheitlichen und zukunftsorientierten Tarifstrategie. Dabei sollen die gegenwärtigen Fragestellungen (z. B. Aufwärtskomponente in Richtung Multimodalität, e-Tarife) und Herausforderungen an den SH-Tarif bewertet und bearbeitet werden. Bei der Erarbeitung des TEP soll zunächst ein Tarifanalyse-Gutachten erstellt werden, das Stärken und Schwächen des heutigen Tarifs sowie insbesondere Handlungsoptionen aufzeigt und Handlungsempfehlungen ausspricht. Der TEP soll als gemeinsame Strategie für alle beteiligten Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen verbindlich sein. Aus Sicht des Auftraggebers ist es deshalb entscheidend, den TEP zusammen mit diesen Akteuren in einem gemeinsamen Prozess zu entwickeln und dabei Herausforderungen und Wünsche an den Tarif, insbesondere politische Forderungen und Erwartungen, zu antizipieren.
II.1.6.
Angaben zu den Losen
Aufteilung des Auftrags in Lose: nein
II.1.7.
Gesamtwert der Beschaffung
Wert ohne MwSt.: 900 000,00 EUR
II.2.
Beschreibung
II.2.3.
Erfüllungsort
NUTS-Code: DE Deutschland
Hauptort der Ausführung: Kiel, Schleswig-Holstein
II.2.4.
Beschreibung der Beschaffung
Mit dem Schleswig-Holstein-Tarif besteht seit dem Jahr 2002 ein einheitlicher Landestarif für
Busse und Bahnen in Schleswig-Holstein und Hamburg. Der SH-Tarif wurde in mehreren Stufen zuerst als reiner SPNV-Tarif eingeführt und ab 2005 auch auf den Busverkehr ausge-weitet. Der SH-Tarif gilt jetzt in allen Bussen und Bahnen in Schleswig-Holstein und Hamburg. Eine grundlegende Tarifüberarbeitung gab es seit der Einführung des SH-Tarifs jedoch nicht.
An unterschiedlichen Stellen bestehen Inkonsistenzen im SH-Tarif, die dazu führen, dass der
SH-Tarif von Fahrgästen unterlaufen und/oder als ungerecht bzw. komplex und damit als
schwer verständlich bzw. nicht transparent wahrgenommen wird. Zum Beispiel haben ver-gleichbare Produkte in den Regionen verschiedene Merkmale und/oder gelten nur für ausge-wählte Verkehrsmittel. Die Unterschiede, Ausnahmen und Regelungen erschweren die Ver-marktung des Tarifs und seiner Tarifprodukte und zahlen insgesamt negativ auf den Verbund ein.
April 2021 wurde das neue JobTicket eingeführt, welches die Stärken des Firmenabos wei-terentwickelt und neue Potentiale im Pendlermarkt ausschöpfen soll. Eine strategische
ganzheitliche Planung, welche Tarifprodukte am Fahrgastmarkt erfolgreich etabliert werden
können und gleichzeitig auf die gemeinsamen politischen Ziele einzahlen, fand bislang nicht
statt.
In der gegenwärtigen politischen Diskussion werden verstärkt aus sozialen- und/ oder klima-politischen und anderen Erwägungen Forderungen an den Tarif gestellt. Diese begrenzen sich in der Regel auf einzelne Gebietskörperschaften und/oder bestimmte Nutzergruppen und be-rücksichtigen damit den gemeinsamen Verbundtarif nicht. Aus sozialpolitischen Erwägungen kann es z. B. sinnvoll sein, bestimmten Nutzergruppen ein günstiges Ticket anzubieten. Um klimapolitische Ziele zu erreichen – also das Vermeiden von MIV-Fahrten – ist es sinnvoll, das Angebot insgesamt (Fahrplan und Tarif) so zu gestalten und zu bewerben, dass es als gute Al-ternative wahrgenommen wird.
Um den Wünschen zu begegnen, haben Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen das Ta-rifangebot in den vergangenen Jahren durch einzelne Maßnahmen weiterentwickelt.
Voraussichtlich ab Anfang 2022 wird das technische Hintergrundsystem des SH-Tarifs auf den neuen „SH-Tarif 2.0“ umgestellt. Mit dem neuen System können sowohl Preise auf ein-zelnen Relationen z.B. an Nachfrage und Angebot angepasst werden; gleichzeitig ist es aber auch möglich, die bisherigen Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Sortimenten (Preisablei-tung) aufzuheben. Die neuen technischen Möglichkeiten ermöglichen also mehr Flexibilität bei der Preissetzung, bedingen daher aber auch eine Einigung auf gemeinsame Regeln, wel-cher Akteur wie in den Tarif eingreifen und z.B. Preisfestlegungen treffen kann.
Um die oben beschriebenen Aufgaben und Herausforderungen anzugehen, wurde bei der NAH.SH das Projekt Tarifentwicklungsplan (TEP) aufgesetzt. Mit dem Tarifentwicklungsplan (TEP) soll eine ganzheitliche zukunftsorientiere Weiterentwicklung des SH-Tarifs angestoßen werden. Dabei sollen die gegenwärtigen Fragestellungen (z. B. Aufwärtskomponente in Rich-tung Multimodalität, e-Tarife) und Herausforderungen an den SH-Tarif bewertet und bearbei-tet werden. Bei der Erarbeitung des TEP soll zunächst ein Tarifanalyse-Gutachten erstellt werden, das Stärken und Schwächen sowie insbesondere Handlungsoptionen aufzeigt und Handlungsempfehlungen ausspricht. Hieraus soll eine Tarifentwicklungsstrategie für die Zukunft des SH-Tarifs entwickelt werden.
Der Tarifentwicklungsplan bündelt die gemeinsamen tariflich-fachlichen Ziele, tariflich-fachlichen Leitplanken und tariflich-fachlichen Maßnahmen in einem schriftlichen Bericht, welcher in den Gremien des SH-Tarifs beschlossen wird. Der TEP dient dann als Wegweiser und Richtlinie, an dem sich alle künftigen tariflichen Einzelmaßnahmen (z. B. Tarifentschei-dungen, Tarifgenehmigungen, Vergaben) bei der Weiterentwicklung des SH-Tarifs zu orientieren haben.
II.2.5.
Zuschlagskriterien
Preis
II.2.11.
Angaben zu Optionen
Optionen: ja
Beschreibung der Optionen:
Der Auftraggeber behält sich vor, optionale Leistungen des Auftragnehmers abzurufen. Diese bestehen unter Anderem in zusätzlichen Terminen wie Workshops, Gremien etc. sowie zusätzlichen, noch nicht zu benennenden Leistungen mit Bezug zum Projekt.
II.2.13.
Angaben zu Mitteln der Europäischen Union
Der Auftrag steht in Verbindung mit einem Vorhaben und/oder Programm, das aus Mitteln der EU finanziert wird: nein
II.2.14.
Zusätzliche Angaben

Abschnitt IV: Verfahren

IV.1.
Beschreibung
IV.1.1.
Verfahrensart
Verhandlungsverfahren
IV.1.3.
Angaben zur Rahmenvereinbarung oder zum dynamischen Beschaffungssystem
Die Bekanntmachung betrifft den Abschluss einer Rahmenvereinbarung
IV.1.8.
Angaben zum Beschaffungsübereinkommen (GPA)
Der Auftrag fällt unter das Beschaffungsübereinkommen: ja
IV.2.
Verwaltungsangaben
IV.2.1.
Frühere Bekanntmachung zu diesem Verfahren
Bekanntmachungsnummer im ABl.: 2021/S 126-332968
IV.2.8.
Angaben zur Beendigung des dynamischen Beschaffungssystems
IV.2.9.
Angaben zur Beendigung des Aufrufs zum Wettbewerb in Form einer Vorinformation
Der öffentliche Auftraggeber vergibt keine weiteren Aufträge auf der Grundlage der vorstehenden Vorinformation

Abschnitt V: Auftragsvergabe

Bezeichnung des Auftrags:
Erstellung eines Tarifentwicklungsplans für den SH-Tarif
Ein Auftrag/Los wurde vergeben: ja
V.2.
Auftragsvergabe
V.2.1.
Tag des Vertragsabschlusses
01/10/2021
V.2.2.
Angaben zu den Angeboten
Anzahl der eingegangenen Angebote: 2
Anzahl der eingegangenen Angebote von KMU: 2
Anzahl der eingegangenen Angebote von Bietern aus anderen EU-Mitgliedstaaten: 0
Anzahl der eingegangenen Angebote von Bietern aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten: 0
Der Auftrag wurde an einen Zusammenschluss aus Wirtschaftsteilnehmern vergeben: nein
V.2.3.
Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde
Offizielle Bezeichnung: civity Management Consultants GmbH & Co. KG
Postanschrift: Große Reichenstraße 27
Ort: Hamburg
NUTS-Code: DE60 Hamburg
Postleitzahl: 20457
Land: Deutschland
E-Mail: info@civity.de
Telefon: +49 40181223650
Internet-Adresse: https://civity.de/de/
Der Auftragnehmer ist ein KMU: ja
V.2.4.
Angaben zum Wert des Auftrags/Loses
Ursprünglich veranschlagter Gesamtwert des Auftrags/des Loses: 900 000,00 EUR
Gesamtwert des Auftrags/Loses: 880 047,50 EUR
V.2.5.
Angaben zur Vergabe von Unteraufträgen

Abschnitt VI: Weitere Angaben

VI.3.
Zusätzliche Angaben
VI.4.
Rechtsbehelfsverfahren/Nachprüfungsverfahren
VI.4.1.
Zuständige Stelle für Rechtsbehelfs-/Nachprüfungsverfahren
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer bei dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein
Postanschrift: Postfach 7128
Ort: Kiel
Postleitzahl: 24171
Land: Deutschland
E-Mail: vergabekammer@wimi.landsh.de
Telefon: +49 431988-4640
Fax: +49 431988-4702
Internet-Adresse: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/V/vergabekammer.html
VI.4.3.
Einlegung von Rechtsbehelfen
Genaue Angaben zu den Fristen für die Einlegung von Rechtsbehelfen:
Die Geltendmachung der Unwirksamkeit einer Auftragsvergabe in einem Nachprüfungsverfahren ist fristgebunden. Es wird auf die in § 135 Abs. 2 GWB genannten Fristen verwiesen. Nach § 135 Abs. 2 S. 2 GWB endet die Frist zur Geltendmachung der Unwirksamkeit 30 Kalendertage nach Veröffentlichung der Bekanntmachung der Auftragsvergabe im Amtsblatt der Europäischen Union.
VI.4.4.
Stelle, die Auskünfte über die Einlegung von Rechtsbehelfen erteilt
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer bei dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein
Postanschrift: Postfach 7128
Ort: Kiel
Postleitzahl: 24171
Land: Deutschland
E-Mail: vergabekammer@wimi.landsh.de
Telefon: +49 431988-4640
Fax: +49 431988-4702
Internet-Adresse: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/V/vergabekammer.html
VI.5.
Tag der Absendung dieser Bekanntmachung
01/11/2021