Beschreibung der Beschaffung
Die Klinik für Kinderchirurgie im Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums möchte als erste universitäre Kinderchirurgie in Deutschland die Robotikchirurgie als chirurgische Standardmethode für vielfältige Indikationen der minimal-invasiven Chirurgie etablieren und die Robotik hierzu auch für das Neonatal- und Kleinkindesalter weiterentwickeln.
Technisches Anforderungen:
1. CE Zertifizierung: Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie
2. Robotikeinheit/-arme: Modulares System mit Nutzung eigener Kameraressourcen (aufgrund der begrenzten Größe es kinderchirurgischen OP-Saals (ca. 44 qm) und der maximalen Deckentraglast (500 kg / qm) wird ein modulares System benötigt mit der Möglichkeit der flexiblen Platzierung der Module am Patienten sowie eines einfachen Transfers zwischen OP-Sälen. Da der gesamte kinderchirurgischer OP durch die Fa. Storz ausgestattet ist, muss ein 3 mm Kamerasystem der Fa. Storz durch das Robotiksystem nutzbar sein. Davon könnte nur abgewichen werden, wenn 3mm Kamerasysteme kostenneutral zusätzlich zum Robotiksystem geleistet werden könnten. Eine einheitliche Instrumentenstruktur für Routineinstrumente ist eines unserer Beschaffungsziele, um das Risiko für Bedienfehler (etwa durch stetig wechselndes Pflegepersonal) zu minimieren.
3. Konsolendesign: Offenes Design mit ergonomischer Sitzgelegenheit (Im OP-Saal muss eine offene Kommunikation möglich sein. Offene Kommunikation bedeutet, dass der Chirurg das Robotiksystem stetig im Blick haben soll und aktiv mit dem Team dann auch kommuniziert, so als ob er am OP-Tisch stehen würde. Die Konsole soll direkt am Patienten im OP stehen, wofür ein offenes Konsolendesign notwendig ist. Gerade in der Säuglings- und Kleinkindchirurgie ist die Robotik gegenüber Eingriffen bei Erwachsenen und älteren Kindern noch wenig standardisiert. Daher muss der verantwortliche Chirurg größtmöglich nicht nur das OP-Feld, sondern auch den Patienten im Blick haben, um Risiken zu minimieren.
4. Fußtritt (um die Handlungsmöglichkeit und die Effizienz des Hauptoperateurs zu gewähren)
5. abwinkelbare & vielfach wiederverwendbare Instrumente (Abwinkelbarkeit erforderlich zur Erleichterung der Anastomisierung von Strukturen; aus Umweltschutzgründen sollten die Instrumente wiederverwertbar sein)
6. Instrumentengröße 3 & 5 mm Instrumente: Die Kinderchirurgie ist eine Domäne in der Säuglings- und Kleinkindchirurgie. Gerade dort soll das Robotiksystem genutzt und wissenschaftlich weiter evaluiert werden. Nur durch die Verwendung von 3 mm Instrumenten kann die Robotik n Konkurrenz zu den gängigen Verfahren treten. 90% der laparoskopischen und thorakoskopischen Chirurgie führt unsere Kinderchirurgie mit 3 mm Instrumenten oder sogar 2 mm Instrumenten und 3 mm Kamerasystemen durch. Der Fokus der beabsichtigten Robotikchirurgie liegt im Einsatz im Säuglings- und Kleinkindesalter.
7. Intelligente Tools & Haptik: Da die Klinik für Kinderchirurgie national als Vorreiter der digitalen Transformation des Fachgebiets gilt, wären auch bereits vorhandene oder zukünftige Systementwicklungen in Richtung intelligenter Tools (z.B. automatische Kamerasteuerung) wünschenswert. Auch die Möglichkeit eines haptischen Feedbacks für ein verbessertes Gewebeprofil wäre von Vorteil.
8. Vertraglich ist aufgrund der begrenzten zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel ein Mietvertrag mit anschließender Kaufoption geplant.