Kurze Beschreibung
Die Einrichtung eines Car-Sharing-Angebotes soll nun zusätzlich zu den anderen Teilprojekten den Anreiz erhöhen, das eigene Auto immer öfter stehen zu lassen, um dem eigentlichen Gesamtziel einer umwelt- und klimagerechteren Mobilität näher zu kommen. Es fördert die individuelle Mobilität und erleichtert die Ergänzung eines umfassenden ÖPNV-Systems durch Sharing-Mobilität. Da sich das in einigen Großstädten eingeführte Free-Floating-System im ländlichen Raum aufgrund der Siedlungsstrukturen nicht in Frage kommt, soll im Rahmen des Projekts ein stationsgebundenes Car-Sharing-System etabliert werden. Durch ein fußläufig erreichbares "Quartiers"-Car-Sharing direkt in den Wohngebieten wird ein Anreiz geschaffen, für Fahrten, die nicht oder nur sehr schlecht mit dem ÖPNV gelöst werden können, auf ein Car-Sharing-Fahrzeug statt auf den privaten Pkw zurückzugreifen.
Das Angebot versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zum ÖPNV. Abonnentinnen und Abonnenten sollen finanzielle Vorteile bei der Nutzung des Carsharing-Angebots erhalten. Zudem soll das Angebot mittelfristig in die MaaS-App (Mobility as a Service) des Kreises Coesfeld integriert werden, um es ganzheitlich in die ÖPNV-Landschaft einzubinden. Die kommit! -App ermöglicht die Buchung von Wegeketten und soll möglichst viele Mobilitätsdienstleistungen im Kreis Coesfeld bündeln.
Der Kreis Coesfeld will zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein stationsbasiertes Carsharing in Wohnquartieren in der Gemeinde Senden anbieten. Geplant sind die Standorte Senden-Erlengrund (2 Fahrzeuge), Senden-Hagenkamp (2 Fahrzeuge), Senden-Langeland (2 Fahrzeuge), Senden West-Drachenwiese (2 Fahrzeuge) und Senden West-Schloßfeld (2 Fahrzeuge). Mitte 2024 soll zusätzlich das Neubaugebiet Senden - Huxburg (2 Fahrzeuge) folgen. Die Vertragslaufzeit für alle Fahrzeuge endet am 31.03.2026. Eine Übersicht der Standorte und weiterführendes Kartenmaterial können dem Anhang entnommen werden (s. im Bereich "Vergabeunterlagen" unter "Leistungsbeschreibungen").
Leistungsbeschreibung
Die Ausschreibung umfasst die Bereitstellung der Fahrzeuge und der Software, die Sicherstellung der geforderten Funktionen und der Verfügbarkeit sowohl der Fahrzeuge als auch der Software.
Die mögliche negative Differenz zwischen den angebotenen Mindestumsätzen je Monat der beiden Fahrzeuge je Standort und der Summe der verbuchten Umsätze sind dem Auftraggeber in Rechnung zu stellen und werden dem Bieter erstattet. Etwaige Mehreinnahmen erhält der Auftraggeber vom Bieter. Die Umsätze sind dem Auftraggeber monatlich transparent darzulegen.
Ziel ist es, die Flotte vollelektrisch zu betreiben. Die Gemeinde Senden und der Kreis Coesfeld arbeiten daran, die geeignete Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Übergangsweise kann der Betrieb durch Pkw mit Verbrennungsmotor erfolgen. Exklusive Stellplätze für die Sharing-Fahrzeuge werden durch die Gemeinde Senden kostenlos bereitgestellt. Dem Bietenden obliegt es, geeignete Beschilderung für das Carsharing an den jeweiligen Parkplätzen zu organisieren und der Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck soll Kontakt mit der Gemeinde Senden aufgenommen werden. Kosten und etwaige Genehmigungsgebühren sind vom Bieter zu tragen. Der Betrieb des Sharing-Angebots erfolgt durch den Bieter im Auftrag des Kreises Coesfeld. Die Konditionen für die Endkunden werden durch den Kreis Coesfeld festgelegt. Auch Marketing und Öffentlichkeitsarbeit liegen bei dem Kreis Coesfeld der Gemeinde Senden, sowie der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) als Mobilitätspartner des Kreises Coesfeld. Der Bieter ist aber aufgefordert, sein Know-how in der Kundenansprache ins Projekt einzubringen. Die Ausschreibung ist an die Förderung durch die Richtlinie zur Förderung der Vernetzten Mobilität und des Mobilitätsmanagements (Förderrichtlinie Mobilitätsmanagement - FöRi-MM) vom 01.07.2022 gebunden.