Beschreibung der Beschaffung
Mit dem Betrieb der im Jahr 1993 errichteten und seitdem mehrfach (zuletzt 2017) modifizierten seismoakustischen Überwachungsanlagen SÜA 4 und SÜA 4 OS sowie der 3 mobilen SUMMIT Hydra - Anlagen (2020) werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt:
a) Erfassung, Überwachung und Wertung von Brüchen und anderen Ereignissen (Belebung der Tektonik, Herausbildung von Trennflächen, Verbrüche, Abwandern von Versatz u. ä.) im Grubenraum, vor allem im Gebirge zwischen dem Flutungswasserspiegel und der Tagesoberfläche. Feststellung einer möglichen räumlichen Entwicklung dieser Ereignisse speziell zur Tagesoberfläche hin und - daraus abgeleitet - Prognose von zu erwartenden Tagesbrüchen, lokalen Senkungen u. ä. Dabei ist schwerpunktmäßig auf mögliche mikroseismische Ereignisse in tagesnahen Grubenbauen in der Teillagerstätte Oberschlema zu achten.
b) Erfassung und Überwachung der unterhalb des Kontaktbereiches des Granits stattfindenden seismoakustischen Ereignisse und ihrer räumlich-zeitlichen sowie intensitätsmäßig-zeitlichen Entwicklung. Wertung dieser Ereignisse vor allem unter den beiden Aspekten, ob sie für sich allein oder auch in Verbindung mit den vorhandenen abbau- und/oder flutungsbedingten Bodenbewegungen Schäden (Bergschäden) verursachen können oder auch konnten.
Anhand der Erkenntnisse aus den zu diesen Zielstellungen durchgeführten Untersuchungen können Entscheidungshilfen zum weiteren Flutungsregime und ggf. Maßnahmen zum Eingriff in die Flutung abgeleitet werden. Die Leistung dient somit zur Erhöhung der Aussagesicherheit im Hinblick auf die Erreichung geplanter Nutzungs- und Schutzziele auf den Gebieten der Tagesoberfläche, die von einer flutungsbedingten Änderung der geomechanischen Verhältnisse im Gebirge und den damit verbundenen Bruch- und Senkungsvorgängen betroffen sind.
Besonders unter dem Aspekt der Flutung tagesnaher Grubenbaue und dem Betreiben / Vorhalten eines Pufferspeichers im Abbau- und Grundstreckenbereich der -30-m-Sohle ist die Leistung von enormer Bedeutung.
Leistungen des Auftragnehmers:
- Prüfung der Funktionsfähigkeit der Anlagen und Wartung
- Fachliche Beratung zu Veränderungen im Geophonnetz
- Datenaufbereitung und -berechnung
- Auswertung und Interpretation der Daten
- Berichterstattung.
Der maximale Leistungsumfang wurde mit 1.600 Stunden/Jahr eingeschätzt.