VerfahrensartVerhandlungsverfahren ohne vorherige BekanntmachungErläuterung:
Eine Markterkundung der Auftraggeberin hat ergeben, dass keiner der potentiellen Mitbewerber in der Lage ist, das gesamte gewünschte Analyseportfolio mit einem einheitlichen Analysesystem abzubilden. Allein die Fa. Roche Diagnostics Deutschland GmbH ist in der Lage das angeforderte Analyseportfolio vollständig abzubilden, ohne dass die Einbindung weiterer Analysesysteme erforderlich ist. Bei der Nutzung von Analysesystemen potentieller Mitbewerber müssten zur Darstellung des gesamten gewünschten Analyseportfolios zusätzliche Analysesysteme weiterer Anbieter eingebunden werden.
Die Markterkundung führte darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass keine vernünftigen Alternativen oder Ersatzlösungen zu dem Produkt der Fa. Roche Diagnostics Deutschland GmbH existieren. Eine Veränderung oder Reduktion des Portfolios bedeutet eine Funktionseinschränkung für das Zentrallabor der Auftraggeberin, welche die Aufgabe der 24/7 Versorgung der Patienten hat. Dies führt zu erheblichen negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten der Auftraggeberin. Im schlimmsten Fall kann eine unterlassene Berücksichtigung eines fehlenden Parameters zum Tod des Patienten führen. Die Einbindung von zusätzlichen Analysesystemen bei Nutzung anderweitiger Anbieter ist der Auftraggeberin aus Kosten-, Personal- und organisatorischen Gründen nicht zumutbar. Durch Nutzung eines einheitlichen Analysesystems werden zudem Risikopotentiale minimiert, um vorgenannte negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten der Auftraggeberin zu vermeiden.
Die Liefer- und Dienstleistungen der Fa. Roche Diagnostics Deutschland GmbH dürfen daher direkt beschafft werden, § 14 Abs. 4 Nr. 2 lit. b) VgV.
Im Übrigen ist eine Direktvergabe der Analysesysteme auch nach § 14 Abs. 4 Nr. 5 VgV zulässig.
Durch den Neuvertrag mit der Fa. Roche Diagnostics Deutschland GmbH, welche die Auftraggeberin abzuschließen beabsichtigt, werden ( soweit notwendig ) die bei der Auftraggeberin vorhandenen Analysesysteme erneuert und / oder technisch auf den neuesten Stand gebracht. Im Wesentlichen bleiben die ursprünglich angeschafften Produkte aber grundlegend vorhanden. Mit Neuvertragsabschluss werden vorliegend mithin bereits erbrachte Lieferleistungen erneuert und erweitert.
Andere Produkte, als die von dem aktuellen Auftragnehmer Roche Diagnostics Deutschland GmbH können an die bei der Auftraggeberin vorhandenen Arbeitsplätze mangels Kompatibilität mit der bestehenden Systemlandschaft nicht problemlos angeschlossen werden. Die Umstellung würde eine umfassende, zeitraubende Anpassung der IT-Struktur notwendig machen, so dass die Beschaffung von einem potentiellen Mitbewerber eine technische Unvereinbarkeit / unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten mit sich führen würde. Während dieser Umstellung und der darauf folgenden Anlaufzeit (Methodenvalidierung), bestünde ein hohes Risiko, dass aufgrund technischer Probleme die korrekte Patientenversorgung nicht (voll) gewährleistet werden kann. Der Vertrag wird zunächst für 3 Jahre geschlossen.