Beschreibung der Beschaffung
Die HZD betreibt den zentralen Fileservice für die HZD, den Fileservice für die Standorte Wiesbaden, Mainz und auch den Fileservice für Kunden der HZD auf Dell/EMC Unity 400 (bestückt mit 2 TB NL-SAS Platten RAID-6) bzw. Dell/EMC Unity 480F (All-Flash RAID-5) Systemen, die in den Rechenzentren Mainz bzw. Wiesbaden installiert sind. Zusätzlich wird am Standort Wiesbaden für einen internen Kunden ein Spiegel für seinen dezentralen Fileservice als Disaster Recovery Möglichkeit bereitgestellt, wofür zusätzlich der VMWare Site Recovery Manager zum Einsatz kommt. Verschiedene Mandanten werden auf den gleichen physikalischen Systemen gehostet und teilen sich die verfügbaren Ressourcen nach Bedarf. Der Speicherplatz für den Fileservice wird grundsätzlich für z.B. Projekt-, Abteilungs- oder Homeverzeichnisse genutzt, die Bereitstellung von Speicherplatz für Applikationen oder virtuelle Maschinen ist im Moment noch nicht vorgesehen. Die Systeme sind je nach Anforderung lokal oder georedundant, synchron geclustered und werden zusätzlich regelmäßig per two-way NDMP unter Verwendung von IBM Spectrum Protect 7.x auf über das SAN angeschlossene Tape Drives gesichert. Für Single File Restores kommen zeitgesteuerte Snapshots zum Einsatz. Die Kundendaten werden - wo möglich - dedupliziert und komprimiert, um die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Die Anbindung an die Kundennetze erfolgt - wo verfügbar - als LACP mit 2 x 10 GbE über mehrere LAN Switche. Bei kleineren Netzbereichen entsprechend ein LACP mit 2 x 1 GbE über mehrere LAN Switche. Sowohl die Anbindung der Tape Drives für das NDMP Backup als auch die Verbindung für die synchrone Spiegelung erfolgen über den Anschluss an Brocade G620 Switche mit aktuell 16 GB FibreChannel. Die Geräte von Dell/EMC bleiben vorerst im Einsatz. Es muss die Möglichkeit bestehen, die vorhandenen Systeme mit zusätzlicher Kapazität im Rahmen des Wachstums aufzurüsten; es wird von einem jährlichen Wachstum der Bestandsdaten von ca. 20% ausgegangen. Es kann aus technischen oder kaufmännischen Gründen sinnvol sein, Geräte nicht zu erweitern sondern durch neue Geräte zu ersetzen. Dies sollte mit berücksichtigt werden. Zusätzliche Kapazitäten oder neue Systeme werden benötigt, um ggfs. neue Kunden bzw. neue Anforderungen zu bedienen. Obwohl aktuell kein dezentraler Fileservice angeboten wird, muss die Möglichkeit bestehen, auch Lösungen zu beschaffen, die kleine, individuelle Anforderungen von Kunden vor Ort erfüllen können. Das können sowohl physikalische (Appliance) als aus virtuelle Lösungen (VM) sein. Optional besteht der Wunsch, in Zukunft den Fileservice als Cloud-Lösung abzubilden, wobei die Datenhaltung grundsätzlich in den Rechenzentren der HZD erfolgen muss. Die HZD erhofft sich von einer solchen Lösung eine vollständig transparente Anbindung von Außenstandorten ohne den Einsatz von dedizierten Systemen, d.h. ein globaler Namespace kann von vielen Standorten performant genutzt werden. Wartung/Support/Pflege wird i.d.R. mit einer Laufzeit von vier Jahren abgeschlossen. Die Laufzeit beginnt mit Abnahme des gelieferten Gerätes. Die softwareseitige Aktualität des Systems muss sichergestellt werden. Dies schließt insbesondere die regelmäßige Bereitstellung von Patches durch den Auftragnehmer ein, insbesondere wenn diese Einflüsse auf die Betriebs- und Datensicherheit des Systems haben. Kleinere (minor) oder umfassendere (major) Release-Wechsel dienen in der Regel dazu, neue Funktionalitäten bereitzustellen oder das System an aktuelle technologische Entwicklungen anzupassen. Es muss dem Auftraggeber mit Bezug auf jedes freigegebene neue Release (minor oder major) möglich sein zu entscheiden, ob er auf dieses umsteigen oder auf dem derzeitigen Release-Stand verharren möchte. Allerdings darf der Verzicht auf einen Release-Wechsel nicht den späteren Umstieg auf einen neuen, noch höheren Release-Stand verhindern. Das Einspielen von Releases erfolgt in der Regel durch die HZD, eine Unterstützung durch den Auftragnehmer muss jedoch möglich sein. Im Falle eines Lieferantenwechsels befinden sich die derzeitigen File-Service-Systeme über mehrere Jahre noch unter Wartung des Originallieferanten. Der Auftragnehmer muss Geräte, die aus der Originalwartung laufen, unter Wartung und Support nehmen können oder über einen entsprechenden Partnerstatus zu dem alten Hersteller Dell/EMC² verfügen. Darüber hinaus muss der Auftragnehmer ab Zuschlagserteilung die Gesamtverantwortung für den Support bei Fehlern übernehmen, die sich über mehrere Alt- und/oder Neu-Systeme erstrecken und damit nicht zweifelsfrei auf ein einzelnes System zu begrenzen sind. Falls der Auftragnehmer für diesen Support eine Gebühr pauschal erhebt, so ist diese im Preisblatt auszuweisen. Die Instandhaltung muss zudem beinhalten: • Hotline 24 Stunden 7 Tage in der Woche ("rund um die Uhr") (telefonische Call-Annahme, 1st Level Support) für die hessischen Dienststellen sowie für die HZD • Second- und Third Level Support, Freigabe von Firmware-Ständen und ggfs. Überprüfung hinsichtlich der FW-Stände der angeschlossenen Server Wartung und Support müssen sich auf Hardware und Software erstrecken. Gegenstand der Wartung sind darüber hinaus auch logische Fehler, die nicht eindeutig einem einzelnen Gerät zuzuordnen sind. Der Support für alle angebotenen Systeme muss leicht erreichbar und gut verfügbar sein. Daher muss der Wartungspartner zwingend ein webbasiertes Ticketsystem zur Verfügung stellen, auf das den entsprechenden Mitarbeitern der HZD Zugriff ermöglicht werden muss. Die Eskalations-Prozeduren für die Leistung Support müssen detailliert in einem zusätzlichen Dokument dargestellt und dem Angebot beigelegt werden. Alle notwendigen betrieblichen Arbeiten an den Fileservicegeräten werden in der Regel direkt durch das Betriebsteam in der HZD erledigt. Planerische Aufgaben werden durch die Betriebseinheit der HZD wahrgenommen. Darüberhinausgehende Dienstleistungen werden im Einzelfall oder projektbezogen vom Dienstleister benötigt. Für Dienstleistungen, die nicht im allgemeinen Support enthalten sind, sollte es möglich sein, Unterstützung stunden- oder tageweise einzukaufen. Dies umfasst insbesondere Unterstützung bei schwierigen technischen Aus- und Umbauarbeiten, Firmware-Upgrades (soweit nicht bereits abgedeckt), Beratung bei Architekturfragen, Unterstützung bei Änderungen der Konfiguration, Bereitschaftsdienste und ähnliche Aufgabenstellungen. Weiterhin wäre es wünschenswert, wenn eine Dienstleistung für die Identifizierung, Analyse und Beseitigung von suboptimalen Einstellungen, z.B. von Performance-Bottlenecks angeboten würde. Hierfür sind Stundensätze für Dienstleistungen nach folgendem Muster anzubieten: • Administrator (technischer Betrieb im Fileservice- / Storage Umfeld (First- und Second-Level-Support) Geforderte Erfahrungen: - ITIL-zertifiziert - mind. 1 Jahr Berufserfahrung als Administrator • Consultant (technische Einsätze remote und vor Ort, Auskunft zu Konfigurationskompatibilitäten usw., Einweisung in Systeme) Geforderte Erfahrungen: - ITIL-zertifiziert - mind. 3 Jahre Berufserfahrung als Consultant - regelmäßige Teilnahme an Schulungen im Bereich File-Service - Zertifizierung durch den Hersteller • Senior Consultant (Beratung und Unterstützung zu Design- und Architekturfragen, Unterstützung mit Expertenwissen bei komplexen Konfigurationsänderungen und ähnliches, Beratung zu File-, SAN- und Backup-Kommunikation über mehrere Rechenzentrumsstandorte, Durchführung von vor-Ort Schulungen vorwiegend in der HZD, vereinzelt auch beim Auftragnehmer). Geforderte Erfahrungen: - ITIL-zertifiziert - mind. 5 Jahre Berufserfahrung als Consultant - regelmäßige Teilnahme an Schulungen in den Bereichen Fileservice und SAN - Zertifizierung durch den Hersteller • Servicetechniker (Durchführung von Firmware-Upgrades, Aus- und Umbauten) Geforderte Erfahrungen: - mind. 1 Jahr Berufserfahrung als Servicetechniker - regelmäßige Teilnahme an Produktschulungen des Herstellers • Migrationsunterstützung (Projektleitung) (Beratung und Unterstützung zu Design- und Architekturfragen, Unterstützung mit Expertenwissen bei komplexen Konfigurationsänderungen und ähnliches, Beratung zu SAN-, Backup- und Fieservice-Kommunikation und Implementierung über mehrere Rechenzentrumsstandorte, Durchführung von vor-Ort Schulungen vorwiegend in der HZD, vereinzelt auch in anderen Dienststellen des Landes Hessen und technische Projektleitung bei großen Migrationen) Geforderte Erfahrungen: - ITIL-zertifiziert - mind. 5 Jahre Berufserfahrung als Senior Consultant - mind. 2 Jahre Berufserfahrung als Projektleiter - regelmäßige Teilnahme an Schulungen im Bereich Fileservice - Zertifizierung durch den Hersteller • Schulungskontingente zur Administration, Architektur etc. der angebotenen Systemlandschaften sowie zur Zertifizierung von HZD-Personal auf die angebotenen Systeme in einem Schulungszentrum / Schulungsräumen (nicht beim Auftraggeber). Die Anforderungen im Detail sind der Leistungsbeschreibung - Los 2 zu entnehmen.