Beschreibung der Beschaffung
Das Land Baden-Württemberg hat das Ziel gesetzt, den öffentlichen Nahverkehr bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Viele der zwischen 1960 und 1990 stillgelegten Strecken haben auch heute noch ein hohes Fahrgastpotential. Im Rahmen einer vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg beauftragten landesweiten Potenzialanalyse erreichte die Strecken folgende Kategorien:
- Die Strecke Kirchheim u.T. - Weilheim a.d.T., im Gutachten als C05 bezeichnet, erreichte die Kategorie C. Damit wird ein mittleres Nachfragepotential bescheinigt.
- Die Strecke Göppingen - Bad Boll, im Gutachten als A10 bezeichnet, erreichte die Kategorie A. Damit wird ein sehr hohes Nachfragepotential bescheinigt.
- Die Strecke Göppingen - Schwäbisch Gmünd, im Gutachten als A09 bezeichnet, erreichte die Kategorie A. Damit wird ein sehr hohes Nachfragepotential bescheinigt.
- Die Gesamtstrecke Göppingen - Kirchheim u.T. samt Neubauabschnitt, im Gut-achten als A09 bezeichnet, erreichte die Kategorie A. Damit wird ein sehr hohes Nachfragepotential bescheinigt.
Auf der 8,5 km langen Strecke Kirchheim u.T. - Weilheim a.d.T. wurde der Personenverkehr im Jahr 1982 eingestellt, der Güterverkehr auf dem letzten Teilabschnitt Kirchheim u.T. - Holzmaden 1994. Die offizielle Stilllegung erfolgte zum 01.08.1995.
Auf der 12,4 km langen Strecke Göppingen - Bad Boll wurde der Personenverkehr im Jahr 1989 eingestellt, der Güterverkehr 1994. Die offizielle Stilllegung erfolge zum 16.12.1997.
Auf der 27 km langen Strecke Göppingen - Schwäbisch Gmünd wurde der Personenverkehr im Jahr 1984 eingestellt, der Güterverkehr auf dem letzten Teilabschnitt Göppingen - Faurndau 1994. Die offizielle Stilllegung erfolge auf dem Hauptstreckenteil vor 1994.
Die Machbarkeitsstudie soll die aktuellen Verkehrsverhältnisse entlang der zu reaktivierenden Strecke, die möglichen Varianten für eine Reaktivierung, den zu erwartenden finanziellen Aufwand für den Wiederaufbau und den anschließenden Be-trieb der stillgelegten Strecke, das damit verbundene Verlagerungspotenzial vom Individualverkehr zum öffentlichen Verkehr und den zu erwartenden mit einer solchen Maßnahme verbundenen volkswirtschaftlichen Nutzen untersuchen.
Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen des geforderten Projekts folgende Inhalte bzgl. der genannten stillgelegten Bahnstrecke untersucht:
- Bestandsanalyse
- Ermittlung von möglichen Betriebskonzepten (Planfälle) für die reaktivierte Schieneninfrastruktur
- Ermittlung der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen und Kostenschätzung
- Berechnung der Verkehrsnachfrage und Verlagerungseffekte
- Vereinfachte Berechnung des zu erwartenden Nutzen-Kosten-Indikators.