Für die Wahl der Vergabeart ist maßgebend, dass es sich bei den Messreifen um spezielle Reifen handelt, die so auf dem Reifenmarkt nicht zu bekommen sind (da keine Standardware). Nachdem vor etwa 10 Jahr der bis dato einzige Messreifenlieferant W.D.M. Limited aus England die Reifenlieferungen an SKMBetreiber eingestellt hat, musste kurzfristig ein neuer Lieferant gefunden werden, um die in Deutschland vertragsrechtlich relevanten Griffigkeitsprüfungen im Rahmen der Baumaßnahme auf Straßen, am Ende der Verjährungsfrist sowie zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht des Baulasträgers durchführen zu können. Mehrere Anfragen bei Autoreifenherstellern verliefen aufgrund des geringen Marktpotentials seinerzeit erfolglos. Im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums und der BASt hat dann eine Firma aus Deutschland als einzige sich bereit erklärt als Hersteller des SKM-Messsystems die Entwicklung des „deutschen Messreifens“ zu übernehmen. Die Produktion einer größeren Reifenmenge, die den Bedarf mehrerer Jahre deckt, ist aufgrund der unvermeidlichen Materialveränderungen infolge von Alterungsprozessen nicht möglich. Es ist in diesem Zusammenhang hervorzuheben, dass es sich hier um Messmittel als Teil des Messsystems und nicht um Reifen im klassischen Sinne handelt. Die Anforderungen an die Materialkonstanz sind somit ungleich höher. Ein neuer Anbieter, der nicht auf dem Erfahrungsstand der Firma aufbauen kann, müsste außerdem umfangreiche Vorarbeiten leisten, um zunächst einmal eine
geeignete Gummirezeptur (die der BASt nicht vorliegt) zu entwickeln. Aufgrund der unzureichenden Aussagekraft schnell bestimmbarer Materialkennwerte hieße dies, dass aus jeder „erfolgversprechenden“ Gummimischung SKM-Reifen hergestellt werden müssten, die dann im Rahmender bereits beschriebenen aufwändigen Vergleichsmessungen hinsichtlich ihres tatsächlichen Messniveaus zu beurteilen wären. In der Kombination aus geringer Stückzahl (ca. 500 Reifen pro Jahr), hohem Entwicklungsaufwand und strengen Qualitätsanforderungen ist davon auszugehen, dass bei anderen Reifenherstellern/-entwicklern kein Interesse an diesem Auftrag besteht. Diese Annahme wird durch die Tatsache gestützt, dass sich auf eine durchgeführte öffentliche Ausschreibung in 2016 nur eine Firma beworben hat. Mittlerweile hat noch eine Firma Interesse an die Herstellung der Messreifen bekundet. Allerdings ist hierzu eine Vorlaufzeit von mindestens 12 Monaten nötig, um zunächst die Reifenmischung zu entwickeln. Es handelt sich hier ja nicht um einen gewöhnlichen Reifen, sondern um einen Messreifen, an den sehr exakte Anforderungen gestellt werden. Seitens der BASt wurde Kontakt aufgenommen, damit die Firma in die Vorbereitungen eintreten kann.