Beschreibung der Beschaffung
Ausgangssituation:
Die Hochbahn betreibt an ihren Haltestellen Systeme für die Bilderfassung und -übertragung zu Arbeitsplätzen für die Sichtkontrolle, wie z. B. für Zugfahrer und die Betriebszentrale. Zusätzlich werden die Bilder einem Aufzeichnungssystem zugeführt. Alle Videokamerasysteme übertragen die Bildinformationen über eine Koaxialkabelinfrastruktur zum lokal vorhandenen Aufzeichnungssystem, zu den Komponenten der Zugfahrerselbstabfertigung (Zufasa) mit dem davor geschalteten System zur Erzeugung eines Quadbildes und einem System zur Zeicheneinblendung. Zudem werden die Bildinformationen an das Asynchronous Transfer Mode (ATM) Übertragungsnetz übertragen, welches an den Eintrittspunkten die analogen Signale digitalisiert. Das Steuerungs- und Betriebsführungssystem (SBS) schaltet die Videoquellen nach einer vordefinierten Sequenz oder nach Ereignis auf die jeweiligen Videoarbeitsplätze im Leitstand. Diese Funktion soll zukünftig vollständig als Software realisiert werden und ist nicht Teil der hier ausgeschriebenen physikalischen De- und Enkoder. Zusätzlich übermittelt das SBS einen Text (Zeichenkette) an das Modul für die Schnittbilderzeugung. Dieser Text, der Informationen für den Zugfahrer über definierte Ereignisse enthält, wird innerhalb des Schnittbildes an vordefinierter Position und in definiertem Format angezeigt. Ein Ersatz der vorhanden analogen Kamerasysteme durch IP-Kamerasysteme, sowie die Umstellung der Kameraanbindung von analog auf Ethernet/IP ist technisch nicht zwingend notwendig und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die vorhandenen Kamerasysteme sollen bis auf Weiteres betrieben werden. Im Zuge der Erneuerung der Netzinfrastruktur fällt die Digitalisierungskomponente (Enkoder und Dekoder) für die Videodaten mit dem Rückbau der ATM-Komponenten weg und ist durch eine neue, leistungsfähige Lösung zu ersetzen.
Zielsetzung:
Für den Weiterbetrieb der analogen Kamerasysteme und des analogen ZUFASA-Systems müssen am Standort der Haltestelle die analogen Signale der Kamerasysteme digitalisiert bzw. digitale Signale der neu zum Einsatz kommenden IP-Kamerasysteme, analog ausgegeben werden können. Für diese Aufgabe sollen kompakte Enkoder/Dekoder beschafft werden. Der De- und Enkoder selbst bietet 2 analoge Schnittstellen (Video) in Richtung ZUFASA und eine digitale Schnittstelle (Ethernet) Richtung Netz an. Diese Geräte sollen neben der Digitalisierung auch die Erzeugung eines Schnitt- oder Quadbildes und die Texteinblendung (Zeichen) von Daten, die über eine Schnittstelle (API) vom SBS empfangen werden, für das ZUFASA System ermöglichen. Ziel ist, die Anzahl der vor Ort notwendigen physikalischen Systeme und Schnittstellen zu reduzieren, und mehrere Funktionen in eine Hardware zu konsolidieren.
Beschaffung von ca. 100 Video De-/Enkoder für heute ca. 1100 Kameras.